Wasserampel auf Gelb: Ovag reduziert Trinkwasser-Fördermenge
Stand: 08.08.2026, 07:30 Uhr
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Die Ovag schränkt die Förderung von Trinkwasser ein – auch Butzbach ist betroffen. Bei weiteren Kürzungen droht die rote Ampel mit schärferen Einschränkungen.
Butzbach – Bachläufe sind vielerorts ausgetrocknet, Wiesen nicht mehr grün, sondern braun-gelb. Seit Wochen ist es nicht nur heiß, sondern auch trocken. Die Hitzewelle hat in diesem Jahr früh gestartet. Mensch und Tier sind oft auf der Suche nach kühlen Orten oder einer Abkühlung im Wasser. In so manchem Garten steht daher ein Pool.

Doch diese sollten derzeit nicht mit Trinkwasser befüllt werden. Denn die von der Ovag eingeführte Trinkwasserampel steht schon seit 2020 auf Gelb. Ebenso die Wasserampel der Energie und Versorgung Butzbach (EVB). Das heißt, die Grundwasserverfügbarkeit ist „mäßig“. Wasser sollte entsprechend eingespart werden, um langfristig die Verfügbarkeit von Grundwasser sicherzustellen, wie die Wasserversorger auf Merkblättern informieren.
Keine Pools mit Trinkwasser befüllen
Es gilt, Trinkwasser nur sparsam zu verwenden. Das heißt, die Garten- und Rasenbewässerung sollte auf das Notwendigste beschränkt werden. Das Befüllen von Pools, Zisternen oder sonstigen Wasserspeichern mit Trinkwasser ist zu unterlassen, ebenso wie das Waschen von Fahrzeugen oder das Reinigen von Gebäuden oder Terrassen. Die Entnahme von größeren Mengen Trinkwasser ist im Vorfeld mit der EVB abzustimmen.
Zudem hat die Ovag dieser Tage bekannt gegeben, die Fördermenge des Trinkwassers zu reduzieren. Dies betrifft auch Butzbach. „Die Trinkwasserversorgung in Butzbach wird im Wesentlichen durch den Fernwasserbezug von der Ovag sichergestellt. Dieser beträgt circa 70 Prozent. Die Förderung über eigene Brunnen sichert einen Anteil von rund 30 Prozent“, sagt Michael Garhamer auf Nachfrage dieser Zeitung.
Der Wasserbezug der Stadt von der Ovag werde im Jahresverlauf bisher um circa sechs Prozent überschritten, wie Garhamer erläutert. „Die Ovag kann diesen Mehrbedarf bisher decken, appelliert aber ebenso wie alle Stadtwerke, Städte und Gemeinden zu einem verstärkten Wassersparen.“
Sollte die Ovag den Fernwasserbezug noch weiter einschränken, würde eine Änderung der Wasserampel in Butzbach von Gelb auf Rot erfolgen, was weitere Einschränkungen in der Verwendung von Trinkwasser zur Folge hätte.
Die EVB verfügt selbst über fünf Brunnen in verschiedenen Ortsteilen Butzbachs. „Während der Sommermonate nimmt die Wasserverfügbarkeit in diesen Brunnen um circa zehn bis zwanzig Prozent ab“, so Garhamer. Der Wassermehrbedarf in den Sommermonaten resultiere zu einem großen Anteil aus der Bewässerung von Gärten, Grünanlagen, Sportanlagen, Feldern und zunehmend auch aus privaten Poolbefüllungen. „Hier bringt ein geändertes Kundenverhalten die größten Effekte“, sagt Garhamer, um Wasser einzusparen.

Umstellung auf Brauchwasser
Die Bewässerung von öffentlichen Flächen in Butzbach erfolge seit Längerem nicht mehr mit wertvollem Trinkwasser, sondern überwiegend mithilfe von Tankfahrzeugen, aus sogenannten Brauchwasserbrunnen. Auch viele Landwirte haben ihre Bewässerung mittlerweile auf Brauchwasserbrunnen umgestellt.
Ein sparsamer Umgang mit Wasser ist nicht nur in den Sommermonaten ratsam. Daher bietet die EVB auf ihrer Homepage neben Informationen zur Wasserampel auch Wasserspar-Tipps.