Thur Trockenheit: Wasserkraftwerke in Thurgau seit Wochen stillgelegt


Publiziert8. August 2026, 07:27

ThurgauDer Thur geht das Wasser aus – Kraftwerke ausser Betrieb

Die anhaltende Trockenheit setzt der Thur stark zu. Der Fluss führt so wenig Wasser, dass mehrere Wasserkraftwerke im Kanton Thurgau stillstehen.

Florian Osterwalder

Darum gehts

Die anhaltende Trockenheit wirkt sich zunehmend auf die Thur und die Stromproduktion entlang des Flusses aus. Die Thur führt derzeit aussergewöhnlich wenig Wasser. Mehrere Wasserkraftwerke sind deshalb seit Wochen ausser Betrieb, wie die «Thurgauer Zeitung» am Freitag berichtete.

Aktuelle BRK-News-Aufnahmen vom Freitag zeigen die geringe Wasserführung unter anderem beim Thurwehr in Weinfelden sowie bei den Kraftwerksanlagen in Schönenberg und Bürglen TG. Oberhalb des Wehrs in Weinfelden ist zwar weiterhin eine grössere Wasserfläche zu sehen, dabei handelt es sich jedoch um aufgestautes Wasser. Über das Wehr selbst fliesst vergleichsweise wenig Wasser.

Zwei Kubikemter Wasser pro Sekunde – notwendig wären acht

Betroffen sind insbesondere die Anlagen der Thurkraftwerk AG. Die Kraftwerke in Schönenberg, Weinfelden, Bürglen und Pfyn stehen derzeit still. Nach Angaben des Unternehmens führt die Thur aktuell nur noch gut zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Für den Betrieb der Anlagen wären mindestens acht bis zehn Kubikmeter pro Sekunde notwendig.

Aktuell fliessen nur noch gut zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Für den Betrieb der Anlagen wären acht bis zehn pro Sekunde notwendig.

Aktuell fliessen nur noch gut zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Für den Betrieb der Anlagen wären acht bis zehn pro Sekunde notwendig.BRK News

Dass Wasserkraftwerke an der Thur während Trockenperioden zeitweise abgeschaltet werden müssen, ist nicht neu. Üblicherweise dauerte ein solcher Stillstand jedoch lediglich einige Tage. In diesem Sommer sind die Anlagen bereits seit rund einem Monat ausser Betrieb.

Gründe reichen über Trockenheit hinaus

Die Ursachen für die niedrige Wasserführung reichen über die Hitze der vergangenen Wochen hinaus. Bereits der Winter war niederschlagsarm, zudem fehlte im Frühling Schmelzwasser. Wiederholte Hitze- und Trockenperioden verschärften die Situation zusätzlich. Einzelne Gewitter oder kurze Regenschauer reichen nicht aus, um die Wasserführung der Thur nachhaltig zu erhöhen. Dafür wären über einen längeren Zeitraum ergiebige Niederschläge notwendig.

Die teilweise noch grösseren sichtbaren Wassermengen oberhalb von Wehren und Kraftwerksanlagen täuschen dabei über die geringe Wasserführung hinweg. Dort wird Wasser teilweise aufgestaut und derzeit auch aus ökologischen Gründen zurückgehalten. In tieferen Wasserbereichen finden Fische und andere Wasserlebewesen während der Trockenheit bessere Rückzugsmöglichkeiten als in besonders flachen Abschnitten der Thur.

Wann die Anlagen an der Thur wieder regulär Strom produzieren können, hängt von der weiteren Niederschlagsentwicklung ab.

Wann die Anlagen an der Thur wieder regulär Strom produzieren können, hängt von der weiteren Niederschlagsentwicklung ab.BRK News

Die Folgen der Trockenheit für die Wasserkraft beschränken sich nicht auf den Thurgau. Auch weitere Ostschweizer Laufwasserkraftwerke mussten wegen der geringen Abflüsse ihre Produktion reduzieren oder vollständig einstellen. Wann die Anlagen an der Thur wieder regulär Strom produzieren können, hängt von der weiteren Niederschlagsentwicklung ab.

Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?

Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.

Florian Osterwalder

Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.

Deine Meinung zählt