Wasserstoffleitung von Achim nach Lehringen: Baubeginn schon 2027


Stand: 09.08.2026, 17:00 Uhr

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Gasunie

Das Forum in Achim ist der Startschuss: Philipp von Bergmann-Korn (v.l.), Rainer Ditzfeld, Peter Bohlmann, Dörte Liebetruth, Michael Kleemiß und Gasunie-Projektleiter Maximilian Wallney. © Baucke

Der Netzbetreiber Gasunie will im Februar oder März 2027 mit dem Bau der Wasserstofftransportleitung ETL 187 beginnen. Die Trasse soll den Energieträger von der Verdichterstation Achim-Embsen bis zur Landkreisgrenze nach Lehringen transportieren.

Landkreis – Die Tische und Stühle der Achimer Ratsmitglieder sind weggeräumt, stattdessen stehen in dem Rund des Ratssaales Schautafeln, Bildschirme und kleine Modellinstallationen: Der niederländische Netzbetreiber Gasunie informiert mit einer „Roadshow“ über das Projekt ETL 187, die Wasserstofftransportleitung, die den Energieträger von der Verdichterstation in Achim-Embsen an die Landkreisgrenze nach Lehringen transportieren soll.

Zwar habe das Unternehmen in der Vergangenheit intensiv im Austausch mit den betroffenen Kommunen, der Politik und den Flächeneigentümern gestanden, erläutert Gasunie-Pressesprecher Philipp von Bergmann-Korn bei der Auftaktveranstaltung am Dienstagabend – unter anderem mit Vertretern aus Politik und Verwaltung. „Jetzt wollen wir auch der Öffentlichkeit aufzeigen: Was passiert bei diesem Projekt?“ Daher sei es dem Unternehmen wichtig, die Menschen mitzunehmen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Eine Möglichkeit, die bereits am ersten Tag rund 30 Interessierte nutzen. Von Bergmann-Korn lobt den Landkreis Verden, wo die Gasunie die erste Wasserstoffleitung realisiert, als ein „echtes Powerhouse“.

Forum „Gasunie vor Ort“

Das Forum „Gasunie vor Ort“ macht noch an drei weiteren Orten Station: am Mittwoch und Donnerstag, 12. und 13. August, im Rathaus des Fleckens Langwedel, am Mittwoch und Donnerstag, 19. und 20. August, im Lintler Krug in Kirchlinteln sowie am Dienstag und Mittwoch, 25. und 26. August, in der Stadthalle in Verden – jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Demnächst plant Gasunie, den Antrag für das Vorhaben offiziell beim Landesbergamt einzureichen, dann folgt die Auslegung. Tauchen keine Hindernisse auf, plant das Unternehmen mit einem vorzeitigen Baubeginn im Februar oder März 2027. „In der Verdichterstation Achim ist alles für die Leitung bereit“, so von Bergmann-Korn. Von den Bauarbeiten selbst sind hauptsächlich Landwirte betroffen. Diese erhalten von Gasunie eine Entschädigung. „Es ist nach den Maßnahmen möglich, die Flächen ganz normal zu bewirtschaften.“ Lediglich bei Langwedel und Kirchlinteln rücke die Trasse etwas dichter an die Ortschaften heran.

Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld blickt zufrieden auf das, was Gasunie in den vergangenen Jahren in der Stadt sowie im Landkreis Verden umgesetzt hat: „Perspektivisch wird der Standort in Embsen noch weiter wachsen.“ Er lobt die gute Zusammenarbeit mit dem niederländischen Konzern: „Alles, was mit der Gasunie abgesprochen und zugesagt worden war, hat das Unternehmen eingehalten.“

Die SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth betont wiederum die Chancen, die in dem Engagement von Gasunie im Landkreis liegen – unter anderem mit Blick auf das mögliche Gewerbegebiet Achim-West. „Die Transportleitung ist ein Riesenprojekt, das über Achim und den Landkreis Verden hinausgeht.“ Gerade angesichts der aktuellen Temperaturen werde es gerade wieder deutlich, „wie wichtig es ist, dass wir die Energiewende schaffen“.

Auch Projektmanager Michael Kleemiß macht diesen Punkt deutlich: „Der Klimawandel wird greifbar, daher müssen wir daran arbeiten.“ Bereits die PV-Technologie und alternative Automobilkonzepte habe man zugunsten Chinas verschlafen – jetzt beim Wasserstoff dürfe das nicht passieren. „Wir haben die Abnehmer, jetzt müssen wir die Infrastruktur schaffen.“ Konkret soll die Transportleitung dazu dienen, den Wasserstoff über Achim nach Wolfsburg und Salzgitter zu transportieren.

„Wasserstoff hat Perspektive“, macht Landrat Peter Bohlmann klar. Denn er mahnt an, dass die derzeit verfolgte Energiewende Schwächen hat: „Wir haben zu wenig Speichermöglichkeiten, und da kann Wasserstoff eine bedeutende Rolle spielen.“ Er wirbt dafür, entlang der Strecke kleinere Wärmekonzepte für die Anrainerkommunen zu entwickeln. „Wir freuen uns, mit der Gasunie Chancen zu haben und zu nutzen.“

Das Forum „Gasunie vor Ort“ in Achim ist lediglich der Auftakt: In den kommenden drei Wochen ist es in drei weiteren Kommunen entlang der geplanten Trasse zu Gast.