Wayve gegen Nvidia: Volkswagen wählt Start-up für autonomes Fahren
Nach einem Vorführ-Wettbewerb entscheidet sich Volkswagen bei der Entwicklung autonomer Fahrsysteme für das KI-Start-up Wayve. Die VW-Tochter Cariad integriert die neue Software, was für deren 1200-köpfige Abteilung als positives Signal gilt.

Wayve
- Volkswagen wählt das britische Start-up Wayve für autonomes Fahren aus
- Die KI-Software steuert Fahrzeuge ohne detaillierte 3D-Karten über Kameras
- Die VW-Tochter Cariad integriert das System in Hardware von Partner Bosch
- Trotz des Erfolgs plant Cariad den Abbau von rund 1000 Arbeitsplätzen
- Der Chiphersteller Nvidia unterlag bei der Software, bleibt aber Partner
- Europäische Autobauer wollen mit der Technik den Rückstand auf Tesla aufholen
VW setzt beim autonomen Fahren auf Wayve
Der Autobauer entschied sich damit gegen den Mitbewerber Nvidia. Zuvor hatten sich rund ein Dutzend Anbieter bei Vorführungen in einer süddeutschen Großstadt präsentiert. Wayve soll Volkswagen technisch und finanziell überzeugt haben.
Das 2017 gegründete Start-up setzt wie Tesla auf End-to-End-Deep-Learning. Ein neuronales Netz verarbeitet dabei Kameradaten und steuert die Fahraufgaben. Nach Unternehmensangaben benötigt das System weder detaillierte 3D-Karten noch fest programmierte Regeln. Bei einer Testfahrt in London soll die Software in einem Audi A6 e-tron erkannt haben, dass ein entgegenkommender Fahrer mit Lichthupe auf seine Vorfahrt verzichtete. Das Fahrzeug parkte daraufhin selbstständig ein.
Cariad integriert KI-System
Wie der Donaukurier berichtet, setzt Volkswagen beim autonomen Fahren auf Cariad und Wayve. Das britische Unternehmen liefert demnach die KI-Software. Die rund 1200 Beschäftigten der Cariad-Sparte für autonomes Fahren sollen diese in eine gemeinsam mit Bosch entwickelte Hardware integrieren. Bei einer Zusammenarbeit mit Nvidia wäre das Gesamtsystem extern entwickelt worden.
Die Lage bei Cariad bleibt dennoch angespannt. Die Softwaretochter will 1000 der mehr als 4000 Stellen streichen und die Tochtergesellschaft Vaiva mit rund 160 Beschäftigten schließen. Für die Belegschaft gilt eine Beschäftigungssicherung bis 2029.
Nvidia könnte trotz des verlorenen Software-Auftrags weiterhin Chips für die Fahrzeuge liefern. Das US-Unternehmen ist neben Nissan, Stellantis und Mercedes-Benz an Wayve beteiligt. Das Start-up sammelte bislang rund 2,8 Milliarden Dollar ein, umgerechnet etwa 2,49 Milliarden Euro. Mercedes-Benz will die Wayve-Software ebenfalls in ein Serienfahrzeug integrieren und damit Level-2-Fahrassistenzsysteme ausweiten.
Aufsichtsrat greift bei Software ein
Mit der Kooperation wollen die Hersteller im Wettbewerb mit Tesla aufholen. Dessen System Full Self-Driving erhält in mehreren europäischen Ländern Zulassungen. In Deutschland prüft das Kraftfahrt-Bundesamt eine Freigabe.
Bei Volkswagen gab es unterschiedliche Vorstellungen über den Software-Partner. Audi-Chef Gernot Döllner, der den Steuerkreis Technologie leitet, soll die Nvidia-Lösung favorisiert haben. Bei der Infotainment-Software setzt Volkswagen dagegen auf Systeme des US-Unternehmens Rivian. Der Aufsichtsrat beschloss, diese in gemeinsam entwickelten Fahrzeugen einzusetzen.
Nutzt ihr bereits Assistenzsysteme in eurem Auto oder fahrt ihr lieber komplett selbst? Teilt eure Erfahrungen dazu gerne mit uns in den Kommentaren!
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