Wechsel ins Landratsamt: Was Thomsens Weggang für Großalmerode bedeuten würde
Stand: 03.09.2026, 18:00 Uhr
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Finn Thomsen tritt am 1. Dezember als Erster Kreisbeigeordneter an und gibt sein Amt in Großalmerode auf. Die SPD will einen eigenen Kandidaten aufstellen, die CDU hat sich noch nicht festgelegt.
Großalmerode – Bürgermeister Finn Thomsens möglicher Wechsel ins Landratsamt würde bedeuten, dass die Großalmeröder bereits bald und nicht erst in drei Jahren erneut an die Wahlurnen treten müssen, um ein neues Stadtoberhaupt für die Tonstadt zu wählen. Doch was heißen sein voraussichtlicher Weggang und Amtsantritt als Erster Kreisbeigeordneter am 1. Dezember für die großen Vorhaben? Allen voran etwa das Panoramabad, aber auch Haushaltskonsolidierung und das Standortkonzept für die Feuerwehren – die zwar unter ihm auf den Weg gebracht wurden, künftig aber nun ohne den 36-Jährigen fortgeführt werden müssten?
Thomsen selbst sieht die Stadt dafür gerüstet. Die Vorhaben seien so organisiert, „dass sie nicht an einer einzelnen Person hängen“. Zuständigkeiten seien klar geregelt und Projekte so aufgestellt, dass sie von den Mitarbeitern der Stadtverwaltung sowie den politischen Gremien auch ohne ihn weitergeführt werden können. „Bis zu einem möglichen Wechsel werde ich darauf achten, dass die wesentlichen Arbeitsstände sauber dokumentiert, Entscheidungen vorbereitet und die nächsten Schritte klar festgelegt sind“, sagt Thomsen.
Wer übernimmt das Bürgermeister-Amt?
Übergangsweise würde der Erste Stadtrat Karl-Heinz Gundlach die Amtsgeschäfte im Großalmeröder Rathaus übernehmen, falls Thomsen sein Amt in Großalmerode zum Ende des Jahres aufgeben sollte. „Mir ist wichtig, in der Übergangszeit für Kontinuität zu sorgen und gemeinsam mit der Verwaltung sicherzustellen, dass die laufenden Aufgaben verlässlich weiterbearbeitet werden“, sagt Gundlach. Seine Aufgabe sehe er weniger darin, in dieser Zeit neue Schwerpunkte zu setzen – „sondern vielmehr darin, gemeinsam mit der Verwaltung dafür zu sorgen, dass laufende Verfahren, notwendige Entscheidungen und die tägliche Arbeit der Stadt ohne Brüche weitergehen“. Eine Kandidatur bei der anschließenden Bürgermeisterwahl schließt Gundlach jedoch aus.
Die SPD Großalmerode will hingegen einen eigenen Bewerber ins Rennen schicken, wie die Fraktionsvorsitzende Daniela Roth auf Anfrage mitteilt. Wer kandidiert, sollen die Mitglieder des Ortsvereins „in einem offiziellen und vor allem transparenten Verfahren wählen“. Es brauche jemanden im Amt, der Führungsstärke und Zukunftsperspektive vermittle sowie kreative und pragmatische Lösungen finde.
Bei der CDU-Fraktion sei momentan noch offen, ob sie einen eigenen Kandidaten aufstellt oder einen anderen Bewerber unterstützt, sagt Fraktionsvorsitzender Stefan Krauß. Auch er rechne wegen der bestehenden Verwaltungsstrukturen und qualifizierten Fachdienstleiter nicht mit unmittelbaren Störungen bei laufenden Projekten.
Die Wählergemeinschaft (WG) hat ebenfalls noch keine personellen Entscheidungen getroffen. „Entscheidend wird für uns dabei nicht das Parteibuch sein, sondern Kompetenz, Persönlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung für Großalmerode zu übernehmen“, sagt Fraktionsvorsitzender Mischa Marbach.
Thomsens möglichen Wechsel betrachtet die WG „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Marbach. Sein Weggang wäre ein Verlust für Großalmerode, seine Nominierung zugleich eine Anerkennung seiner bisherigen Arbeit. „Finn Thomsen hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den politischen Gremien und der Verwaltung viel für unsere Stadt bewegt und wichtige Projekte auf den Weg gebracht“, sagt Marbach. Doch diese werden auch im Falle von Thomsens Weggang weiterhin engagiert und tatkräftig verfolgt, stellt zudem Roth in Aussicht. (Evelina Kern)