Kämpfe an Meerenge Bab al-Mandab: Huthi-Miliz nimmt Hafen an wichtiger Handelsroute ins Visier


Kämpfe an Meerenge Bab al-MandabHuthi-Miliz nimmt Hafen an wichtiger Handelsroute ins Visier

03.09.2026, 17:59 Uhr

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Ein bewaffnetes Mitglied der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz. (Archivbild) (Foto: dpa)

Der Iran-Krieg heizt den Konflikt im Jemen neu an. Nach Angriffen der von Teheran unterstützten Huthi-Miliz meldet das jemenitische Militär über ein Dutzend Tote. Dabei nähern sich die Kämpfe einer Meerenge, die als Alternative zur Straße von Hormus für den Welthandel von großer Bedeutung ist.

Im Zuge des Iran-Kriegs spitzt sich auch der Bürgerkrieg im Jemen immer weiter zu. Nun kam es in der Provinz Tais erneut zu schweren Gefechten zwischen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz und Truppen der international anerkannten jemenitischen Regierung. Aus Militärkreisen hieß es, die Miliz habe mehr als ein Dutzend Raketen auf Ziele der Regierungstruppen an der Küste zum Roten Meer geschossen. Die Armee schoss dem staatlichen Fernsehsender Saba TV zufolge mehrere Drohnen ab. Der Sender berichtete von "heftigen Kämpfen" an mehreren Fronten im Westen von Tais.

Nach Angaben aus Militärkreisen wurden bei den Kämpfen 13 jemenitische Regierungssoldaten getötet. Die vom Iran unterstützten Huthis hätten entlang der Frontlinien an der westlichen Küste des Roten Meeres eine groß angelegte Offensive gestartet, um "in Richtung Bab al-Mandab und in von Regierungstruppen gehaltene Gebiete vorzudringen", hieß es aus den Kreisen weiter. Unter den 13 Toten seien auch zwei Offiziere.

Im Jemen kämpfen die Huthi seit mehr als zehn Jahren gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2022 herrschte eine inoffizielle Waffenruhe und der Krieg schien wie eingefroren. Es gab keine größeren Gefechte, aber auch keine Aussicht auf ein Kriegsende. "Kein Krieg, kein Frieden", so fasste es die britische Jemen-Expertin Helen Lackner zusammen.

Im Juli kam es dann zu neuen Luftangriffen in der Hauptstadt Sanaa, die von den Huthi kontrolliert wird, und seitdem zunehmend zu neuen Gefechten in Tais und den Provinzen Marib und Hudaida. "Im Jemen herrscht wieder Krieg", schrieb die Denkfabrik Crisis Group bei X.

Die Huthi griffen mit Raketen und Drohnen unter anderem den Hafen Mokka nahe der Meerenge Bab al-Mandab an. Sollten die Huthi die Stadt einnehmen, könnten sie auch Handelsschiffe in der Meerenge noch stärker beschießen oder den Verkehr dort mit Sprengstoff-Booten zum Erliegen bringen. Der Bab al-Mandab ist wie die Straße von Hormus für den Welthandel von großer Bedeutung. Seit der Blockade der Straße von Hormus hat die Seeroute weiter an Wichtigkeit gewonnen.

Die Miliz hatte im Juli eine Blockade der Schifffahrt für Saudi-Arabien verkündet. Seitdem griffen die Huthi mindestens drei Schiffe an, zwangen weitere Schiffe in der Region zu Kursänderungen und griffen auch den Süden des Nachbarlands Saudi-Arabien wieder an. Die Miliz zog den Jemen damit in den Iran-Krieg hinein.

Der Jemen ist ein stark verarmtes Land auf der Arabischen Halbinsel. Die humanitäre Krise, die sich durch Jahre des Kriegs noch verschärft hat, zählt zu den schlimmsten weltweit. Mehr als 22 der etwa 35 Millionen Einwohner im Jemen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Bisher scheiterten alle Versuche, den Krieg diplomatisch beizulegen.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa/AFP