Weltmeister im Freestyle-Trampolin: Robin Steiner aus Bern


Weltmeister auf dem Trampolin «Für Klicks mache ich keine gefährlicheren Stunts»

Weltrekordhalter Robin Steiner fliegt durch die Luft und zeigt Freestyle-Trampolin-Tricks, die sonst niemand beherrscht.

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Der 21-jährige Berner Robin Steiner ist Extremsportler. Seit sechs Jahren prägt er den noch jungen Sport Freestyle-Trampolin massgeblich. «Er ist eine Koryphäe», sagt der ehemalige Profi-Freestyle-Skifahrer Jonas Hunziker über ihn.

Eine Gruppe von Menschen jubelt und zeigt Begeisterung während eines Ereignisses.
Legende:

2023 gewann Robin Steiner die Weltmeisterschaft im Freestyle-Trampolin in London. Robin kann Tricks, die bisher noch niemand nachmachen konnte.

Getty Images / Alex Davidson

Zum Trampolin kommt Steiner in einer schwierigen Phase seiner Kindheit. Seine Eltern trennen sich. Er fühlt sich in dieser Zeit «verloren zwischen Stuhl und Bank in der Schule». Im Quartier gibt es ein Trampolin, das alle benutzen dürfen. Robin geht täglich nach der Schule dorthin.

Zwei Jungen springen auf einem Trampolin im Garten.
Legende:

Was als Hobby beginnt, wird für den jungen Robin Steiner zum Job.

Privat / Robin Steiner

Die schnellen Fortschritte auf dem Trampolin geben ihm Kraft und helfen, die Krise zu überwinden.

Der Einfluss von Social Media

«Ohne Social Media wäre Freestyle-Trampolin nie so gewachsen», so Steiner. Als Randsportart sei die sogenannte Flipper-Szene schlicht zu klein fürs TV. Millionenfach geklickte Clips auf Instagram und Tiktok haben ihm Reisen, Begegnungen und Auftritte ermöglicht.

Es gibt aber auch eine Kehrseite. «Ich weiss, es gibt leider immer wieder Leute, die sich durch Social Media verleiten lassen, sehr dumme Sachen zu machen.» Dabei sehen sie oft nicht, wie viel Vorbereitung, Erfahrung und jahrelanges Training hinter den Tricks stecken.

Weltrekord!

Seit ein paar Jahren springt Robin nicht nur auf dem Trampolin, sondern auch von Klippen als Freestyle-Cliffdiver. Auch im sogenannten Blo Jumping hat er im August einen neuen Weltrekord aufgestellt – mit einer Höhe von 28.20 Metern wurde er von einem Luftkissen im See in die Luft katapultiert.

«Was leider vielfach vorkommt, ist, dass wir als Athleten als Idioten oder als leichtsinnig angesehen werden.» Auch ihnen möchte er bewusst machen, dass hinter den spektakulären Stunts jahrelange Arbeit steckt.

Klein anfangen

Steiner freut sich, wenn in der Trampolinhalle junge «Flipper» auf ihn zukommen. Er will motivieren und inspirieren. Aber mit einer klaren Botschaft: «Nicht direkt auf 20 Meter einen Sprung machen.» Für ihn ist genau das der Unterschied zwischen einem professionellen Athleten und, wie er es nennt, einem «absoluten Vollidioten».

Diese Haltung lebt er auch in der Trampolinhalle vor. «Er hilft jedem mit seinen Tricks», sagt Jonas Hunziker, «egal ob er oder sie den ersten Backflip macht.»

Mehrere Personen springen in einem Indoor-Trampolinpark.
Legende:

Selbst mit Athletinnen und Athleten, die Steiner auf höchstem Niveau Konkurrenz machen, empfindet er keine Rivalität. «Man spürt, wie wir zusammen den Sport grösser machen und zusammen Rekorde brechen – ich bekomme davon Gänsehaut.»

SRF

Zwei junge Flipper, Amir und Mattia, spüren das: «Ich habe sehr viele Videos von ihm gesehen und das hat mich zu dieser Sportart gebracht», sagt Amir. Mattia ergänzt: «Ich empfinde es als sehr cool, dass er auf die Junioren zugeht. Ich glaube, er hat schon einen recht grossen Einfluss.»

«Ich muss niemandem mehr etwas beweisen»

Was Steiner von anderen unterscheidet, versucht Hallenbetreiber Marcel Meier zu erklären. Er spricht von einer idealen Kombination aus Körperspannung, Körperintelligenz und einem «idealen Risikoprofil», das ihn seltener verletzen lasse. Zudem hätten ökonomische und soziale Faktoren einen Einfluss. Entscheidend für seinen Erfolg sei die Unterstützung aus dem Elternhaus: «Seine Eltern sagten ihm: ‹Leb das aus, solange es für dich stimmt.›»

Zwei Personen auf einer Brücke, die auf einen Fluss blicken.
Legende:

Robin visualisiert den Sprung zuerst im Kopf. Oft anhand eines Steins, den er von der Klippe wirft: «Man stellt sich vor, man ist der Stein. Und fragt sich, ob man genug Platz hat für den Trick, wie weit man herausspringen und wo man ungefähr landen muss.»

SRF

Verletzt hat sich Steiner kaum. Nur einmal brach er sich bei einem Sturz das Jochbein im Gesicht. Rückblickend sagt er: «Ich bin offen gesagt froh, dass mir das passiert ist, weil ich bis dahin meine Grenzen nicht kannte.»

Seither verlässt er sich konsequent auf sein Bauchgefühl. Er mache nicht noch dümmere, krassere und gefährlichere Stunts nur für mehr Klicks: «Ich muss niemandem mehr etwas beweisen.»

Bounce Freestyle-Trampolinspringer Robin bricht Weltrekorde

Lifestyle & Gesellschaft Laufzeit 15 Minuten.

SRF Virus, 14.9.2026, 6 Uhr ;  stel;liea