„Wenn ich mir jetzt die Bilder anschaue...“: Fehler nach vier Minuten – Schiedsrichterin Michel reagiert auf Fortuna-Wut


„Wenn ich mir jetzt die Bilder anschaue...“ Fehler nach vier Minuten – Schiedsrichterin Michel reagiert auf Fortuna-Wut

08.08.2026 · 13:02 Uhr

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Fortuna-Fans schimpfen über Schiedsrichterin – Kritik auch an Rieß

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Foto: IMAGO/Beautiful Sports/IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg

Mannheim · Im Anschluss an das erste Drittliga-Spiel der neuen Saison stand die Unparteiische im Zentrum großer Diskussionen. Schon früh am Abend hätte sie Mannheim-Verteidiger Klünter des Feldes verweisen müssen, tat das aber nicht. Später stellte sie sich der Kritik.

Yassine Bouchama hatte eine ziemlich eindeutige Meinung. „Es geht nicht, dass sie nur, weil es der erste Spieltag und die fünfte Minute ist, keine Rote Karte geben will“, schimpfte der neue Mittelfeldspieler von Drittligist Fortuna nach der 1:2-Niederlage beim SV Waldhof Mannheim ganz unverblümt. Und damit noch nicht genug: Die Leistung von Schiedsrichterin Fabienne Michel sei „katastrophal“ und „ungenügend“ gewesen, ergänzte der 29-Jährige, der sich wie alle übrigen Protagonisten der Düsseldorfer insbesondere über das nicht geahndete Foul von Lukas Klünter an Fabian Schleusener und den ausgebliebenen Platzverweis gegen den Waldhof-Verteidiger echauffierte.

Wie die Fernsehbilder relativ schnell belegten, hatte Michel schon nach vier Minuten ihren dicksten Fehler des Abends begangen; etliche weitere Unsicherheiten und merkwürdige Entscheidungen folgten. Im Anschluss an die Partie duckte sich die 31-Jährige, nach der vergangenen Saison noch als Schiedsrichterin des Jahres ausgezeichnet, allerdings nicht weg, sondern bezog Stellung. Der Zeitpunkt, versicherte sie am Magenta-Mikrofon, habe keine Rolle gespielt: „Die Minute ist egal. Eine Rote Karte ist ein unfassbarer Eingriff ins Geschehen – ob in der dritten oder in der 60. Minute.“

Vielmehr sei ihre Wahrnehmung entscheidend gewesen. „Im laufenden Spiel hat mir einfach die Klarheit gefehlt. Und wenn das der Fall ist, bleibe ich da lieber weg, als auf die Extrementscheidung zu gehen“, erklärte Michel, räumte ihren Fehler dann aber ein: „Wenn ich mir die Szene nochmal in der Zeitlupe anschaue, sehe ich, dass sich der Stürmer in der besseren Position befindet und ein Griff da ist. Dann muss ich mir die Frage stellen, ob dieser Griff ausreicht. Es ist eine sehr kritische Szene. Auf dem Feld war sie mir nicht klar genug, deshalb habe ich laufen lassen. Wenn ich mir jetzt die Bilder anschaue, muss ich aber einräumen, dass tatsächlich ein Griff vorhanden ist.“

Als unmittelbar Beteiligter hatte sich Fortuna-Angreifer Schleusener nach dem Schlusspfiff ebenso deutlich geäußert wie Bouchama. „Für mich ist es eine ganz klare Fehlentscheidung. Ich habe mir die Innenbahn erarbeitet und er hält mich. Ein ganz klares Foul“, sagte der Routinier. Anschließend berichtete er, wie Schiedsrichterin Michel ihre Entscheidung auf dem Feld begründet hatte: „Ihre Aussage war, dass ich die Situation ausnutze und das Halten zu kurz war.“ Diese Tatsache hätte die Bewertung allerdings keinesfalls beeinflussen dürfen. Schließlich belegten die Fernsehbilder den Klammergriff von Klünter eindeutig – und Schleusener wäre ganz alleine auf das Mannheim-Tor zugelaufen.

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