Potsdamer Vereine stellen sich vor: Eintracht 90 Babelsberg – wo der Spaß am Fußball an erster Stelle steht
Vereine stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt, und prägen in ihrer Vielfalt das Gesicht einer Stadt. Vereine integrieren, sind ein Mittel gegen Einsamkeit und Anonymität. Sie fördern das Miteinander, das Wir. Um der Bedeutung von Vereinen in Potsdam gerecht zu werden, stellen die Potsdamer Neuesten Nachrichten Aktive in der Serie „Vereinsmeierei“ vor.
Heute: Eintracht 90 Babelsberg. Die Fragen beantworteten Mathias und Hendrik Mahlow. Die beiden 42-Jährigen waren bis zur vergangenen Saison noch selbst Spieler und bilden zusammen den Vorstand des Vereins.
Was sollten Potsdamerinnen und Potsdamer über Ihren Verein wissen?
In der Deutschen Demokratischen Republik wurden Betriebe und Einrichtungen verpflichtet, Sportangebote für die Werktätigen zu fördern. In der diakonischen Einrichtung zur Betreuung hilfebedürftiger Menschen „Oberlinhaus“ wurde im Jahr 1984 die Sektion Fußball eröffnet. Einige Ärzte, Pfleger und zu betreuende Personen spielten als SG Oberlinhaus im Ligabetrieb. Passend dazu war im Vereinslogo ein Rollstuhl abgebildet. Nach dem Ende der DDR wurde die Unterstützung durch das Oberlinhaus eingestellt, sodass hieraus am 1. Mai 1990 der neue Fußballverein SG Eintracht 90 Babelsberg hervorging. Wir waren der erste neugegründete gemeinnützige Fußballverein in Potsdam. Derzeit unterhalten wir eine Fußballmannschaft im Ligabetrieb und haben 23 Mitglieder. So sind wir einer der kleinsten Fußballvereine im Fußballkreis. Das vorrangige Ziel ist, den Spaß am Fußball zu fördern.
Warum ist die Arbeit Ihres Vereins bedeutsam?
Als kleiner Verein bieten wir auch Fußballspielern, die eventuell nicht so gut sind, eine neue Heimat. Oft hören wir, dass die Spieler bei höherklassig spielenden Vereinen abgelehnt wurden. Wir spielen in der untersten Spielklasse, wo natürlich auch die Leistung, aber auch vor allem der Spaß am Fußballspielen im Vordergrund steht.
Welches Vorurteil über Ihren Verein stimmt nicht?
Vorurteile über unseren Verein sind mir nicht bekannt. Wir wurden von anderen aber schon oft „totgesagt“. Ohne eigene Jugendmannschaft, eigenen Platz und Vereinsheim haben wir es schwerer als andere Vereine, zu bestehen, aber bislang haben wir es immer geschafft. Zurzeit sieht es bei unserem Verein wieder besser aus, was auch ein Verdienst unserer beiden Übungsleiter ist.

© Eintracht 90 Babelsberg
Was ist Ihr größter Vereinserfolg?
Am 29. Mai 2011 sind wir in die Kreisliga aufgestiegen und im zweiten Jahr in dieser Spielklasse belegten wir den 5. Platz. Wir hatten damals sogar zwei Mannschaften. Heute können wir zwar nur noch eine Mannschaft aufstellen und spielen in der untersten Liga, aber die Lage ist sehr stabil.
Von welchem gemeinsamen Erlebnis spricht man in Ihrem Verein noch heute?
Im derzeitigen Team ist die sehr gute Rückrunde aus der letzten Saison ein Gesprächsthema. Von zwölf Spielen wurden neun Spiele gewonnen. Jede Generation hat ihre eigenen besonderen Erlebnisse. Wenn man sich mit ehemaligen Spielern unterhält, die zur Zeit des Aufstieges dabei waren, ist dieser natürlich immer wieder das Thema. Bei den Gesprächen mit den Ehemaligen, die den Verein gegründet haben, wird immer der enorme Zusammenhalt betont.
Seit 2025 gibt es ein neues Stadtoberhaupt in Potsdam. Was wünschen Sie sich als Verein von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel?
Natürlich wären mehr Sportplätze wünschenswert, aber dies ist aufgrund der schwierigen Randbedingungen, die damit einhergehen, eine große Herausforderung.
Wie kann man Ihren Verein am besten unterstützen?
Natürlich sind neue Mitglieder immer willkommen. Ansonsten sind wir im Vorstand schon seit 2013 tätig und haben bereits alles gesehen und mitgemacht, was man sich vorstellen und nicht vorstellen kann.
Wo und wie kann man in Ihrem Verein mitmachen?
Wir trainieren mittwochs und freitags im Sportforum Waldstadt von 19.30 Uhr bis 21 Uhr. Interessenten zum Probetraining können gerne vorbeikommen.