Wer wird Bürgermeister?: Stichwahl nötig in Trier-Land – Diese zwei sind noch im Rennen
Wer wird Bürgermeister? Stichwahl nötig in Trier-Land – Diese zwei sind noch im Rennen
Trier-Land · Es bleibt spannend in der Verbandsgemeinde Trier-Land: Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag gab es noch keinen Sieger, aber zwei Favoriten – die lange Kopf an Kopf lagen.
13.09.2026 , 19:47 Uhr
Christoph Biegel (CDU, links) und Michael Holstein (Freie Wähler) gehen in die Stichwahl.
Foto: Andreas Sommer
Drei Kandidaten, ein Wahltag und die spannende Frage: Wer wird in den kommenden acht Jahren als Bürgermeister an der Spitze der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land stehen? Schafft es der amtierende Chef der VG-Verwaltung Michael Holstein (FW Trier-Land e.V.), dessen Amtszeit zum 1. März 2027 endet, ein zweites Mal? Oder haben am Ende die beiden Herausforderer – Christoph Biegel (CDU) und Thomas Neises (SPD) – die besseren Karten? Am Sonntagabend ist dazu eine Vorentscheidung gefallen. Der endgültige Sieger wird allerdings erst in zwei Wochen nach einem zweiten Wahlgang feststehen.
In diese Stichwahl am 27. September geschafft haben es Holstein und Biegel. Für Holstein gleich ein doppelter Grund zur Freude: Er feierte am Sonntag seinen 53. Geburtstag. Laut vorläufigem Endergebnis der Bürgermeisterwahl lag er mit 38,0 Prozent der Wählerstimmen knapp vor Biegel, der auf 36,4 Prozent kam. Mit den wenigsten Stimmen nach dem ersten Wahlgang ausgeschieden ist Thomas Neises (25,7). Die Wahlbeteiligung lag bei 46,3 Prozent.
Holstein vor Biegel: Das sagen die Bürgermeister-Kandidaten zu ihrem Abschneiden
„Ich bin froh und dankbar“, sagte der amtierende Bürgermeister in einer ersten Reaktion auf sein Abschneiden. Der Wahlkampf sei sehr spannend und abwechslungsreich gewesen und „sehr fair geführt“ worden. Er und Christoph Biegel lägen dicht beieinander: „Wir werden sehen, wer in 14 Tagen dann die Nase vorn hat.“
Der CDU-Herausforderer dankte für das Vertrauen der Wähler: „Mit diesem Ergebnis habe ich so nicht gerechnet, dass ich nur knapp hinter Michael Holstein lande.“ Verlierer Neises zeigte sich zwar enttäuscht, gratulierte aber den beiden Gewinnern: „Schade, ich hätte es gern gemacht“, sagte der SPD-Politiker.
Alle drei Bewerber verfolgen am Sonntag ab 18 Uhr die Präsentation der Wahlergebnisse im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde-Verwaltung in Trier-Ost. Zur Wahl aufgerufen waren laut Verwaltung etwa 17.000 wahlberechtigte Bürger aus den elf Ortsgemeinden in Trier-Land.
Die ersten Zahlen, die auf der Leinwand auftauchen, stammen aus den Langsurer Ortsteilen Grewenich und Metzdorf. Danach liegt CDU-Mann Biegel mit 41,7 Prozent vor Holstein (37,4 Prozent) und Neises (21,5 Prozent). Wenig überraschend erreicht der 45-Jährige, der CDU-Fraktionsvorsitzender im VG-Rat Trier-Land und Mitglied im Kreistag Trier-Saarburg ist, auch in seiner Heimatgemeinde Welschbillig in den ersten Zwischenergebnissen die Spitze – nach den drei von fünf ausgezählten Wahlbezirken liegt er dort bei 43,7 Prozent.
Bürgermeisterwahl in Trier-Land: Zwei Favoriten liegen lange gleichauf
Nach etwa einem Drittel ausgezählter Bezirke liegen Biegel und Holstein fast gleichauf bei um die 38 Prozent. In der Folge baut der CDU-Herausforderer seinen Vorsprung zwischenzeitlich leicht aus auf den Noch-VG-Chef. Weitere Ergebnisse trudeln ein. In Aach bekommt Biegel mehr als die Hälfte der Wählerstimmen: 56,2 Prozent. Holstein kommt dort auf 25,8 Prozent, Thomas Neises auf 18,0 Prozent. Immer mehr interessierte Beobachter scharen sich um die Leinwand. In Igel schafft der 55-jährige Unternehmer Thomas Neises aus Trier-Pfalzel das beste Ergebnis des Trios. Dort erreicht der SPD-Politiker, der in Trier im Stadtrat sitzt, 34,9 Prozent vor Holstein (33,1) und Biegel (32,0 Prozent).
Nach und nach zeichnet sich ab, dass die Wähler aus der Verbandsgemeinde keinen eindeutigen Favoriten haben, dass es an der Spitze ein enges Rennen werden dürfte. Die Reihenfolge nach 30 von 34 Bezirken: Biegel 37,4 Prozent, Holstein knapp dahinter mit 36,9 Prozent, Neises liegt bei 25,7 Prozent. Noch fehlt Holsteins Heimatort Kordel, dort erreicht der Vorsitzende des Vereins Freie Wähler Trier-Land im ersten von zwei Zwischenergebnissen mit 55,5 Prozent deutlich mehr Stimmen als Biegel (14,8) – die Waage neigt sich kurzzeitig insgesamt in Richtung Holstein. Das letzte Ergebnis aus Welschbillig wechselt das Blatt erneut zugunsten Biegels. Newel-Butzweiler lässt danach ein wenig auf sich warten, von dort kommen die letzten Stimmen.
Gegen 19.20 Uhr besteht Gewissheit: Michael Holstein entscheidet diesen Wahlgang für sich. Da keiner der beiden Bestplatzierten auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen erreicht hat, muss am Sonntag, 27. September, die Stichwahl entscheiden. Dann sind die Wähler in Trier-Land erneut aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Und dann fällt auch die endgültige Entscheidung, wer ab März 2027 Bürgermeister der Verbandsgemeinde wird.