Werkstattgrube für Freisinger Kreisbauhof sollte 70.000 Euro kosten – Firma verlangt 530.000 Euro


Stand: 17.08.2026, 08:00 Uhr

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Mit 302.000 Euro an Gesamtkosten hatte das Landratsamt für die neue Schmiergrube gerechnet, 450.000 Euro waren vorsichtshalber im Haushalt vorgesehen. Doch nun geht es um eine einzelne Rechnung, die diesen Rahmen bereits deutlich sprengt: Die Tiefbaufirma verlangt 530.000 Euro allein für ihre Arbeiten.

Mit 302.000 Euro Gesamtkosten hatte das Landratsamt für die neue Schmiergrube gerechnet, 450.000 Euro waren vorsichtshalber im Haushalt vorgesehen. Doch nun geht es um eine einzelne Rechnung, die diesen Rahmen bereits deutlich sprengt: Die Tiefbaufirma verlangt 530.000 Euro allein für ihre Arbeiten. © Siegfried Martin

Eine Tiefbaufirma hat dem Landkreis Freising für eine Werkstattgrube in Zolling 530.000 Euro in Rechnung gestellt. Ursprünglich waren für diesen Teil der Arbeiten nur 70.000 Euro kalkuliert worden.

Freising/Zolling – Schon in der ursprünglichen Kalkulation hätte die neue Werkstattgrube am Kreisbauhof in Zolling Kosten im sechsstelligen Bereich verursacht. Mit 302.000 Euro an Gesamtkosten hatte das Landratsamt gerechnet, 450.000 Euro waren vorsichtshalber im Haushalt vorgesehen. Doch nun geht es um eine einzelne Rechnung, die selbst diesen Rahmen bereits deutlich sprengt: Die Tiefbaufirma verlangt 530.000 Euro allein für ihre Arbeiten.

Dabei waren für dieses Segment zunächst 70.000 Euro angesetzt. Wegen zusätzlicher erforderlicher Leistungen erhöhte der Landkreis den Ansatz für den Tiefbau später auf rund 120.000 Euro. „Wir haben da unterschiedliche Auffassungen, die Firma und wir“, sagte Andreas Kämper, Leiter des Sachgebiets Tiefbau, im Kreisausschuss. Man habe frühzeitig Rechtsbeistand hinzugezogen, weil man gewusst habe: „Das Ganze wird eskalieren.“

Nach Darstellung der Verwaltung geht es vor allem um zahlreiche Nachträge und Leistungen, die aus Sicht des Landkreises nicht oder nicht in dieser Form beauftragt worden seien. Einige Posten seien während der Bauphase zurückgewiesen oder als nicht prüfbar zurückgeschickt worden. Kämper sprach angesichts der Schlussrechnung über 530.000 Euro von „sehr kreativen“ Nachträgen. Kreisrat Manuel Mück (CSU) wurde noch deutlicher: „Das sind Fantasiegebühren“.

Dabei hat der Landkreis die Arbeiten nicht einfach laufen lassen, wie Tiefbau-Mitarbeiter Leander Liebl im Ausschuss betonte. Er habe die Baustelle eng begleitet. „Ich war die ganze Zeit daneben gestanden, weil wir vorher gewusst haben, die Firma wird das probieren“, sagte Liebl. „Ich habe sogar mein Büro auf der Baustelle aufgeschlagen.“

Für die Kreisräte war eines klar: nicht klein beizugeben. „Wir müssen es den Bürgern draußen gegenüber verkaufen“, sagte Robert Weller (FW). Den Forderungen der Firma nachzukommen, sei jedenfalls öffentlich nicht vermittelbar – „für eine Schmiergrube, die jede Autowerkstatt hat“. Mück forderte, „um jeden Euro zu kämpfen“. Andreas Mehltretter (SPD) verlangte, zunächst alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Sollte der Streit am Ende tatsächlich zu höheren Kosten führen, müsse das Gremium anschließend auch klären, „was da schiefgelaufen ist“.

Die Verwaltung wollte sich dennoch für den schlimmsten Fall finanziell absichern. Würde die Schlussrechnung der Firma in voller Höhe fällig und kämen die übrigen Projektkosten hinzu, wären theoretisch 712.000 Euro zu finanzieren. Dafür hätten 262.000 Euro zusätzlich im Haushalt bereitgestellt werden müssen.

Genau dieses Signal wollte der Ausschuss nicht senden. „Ich bin nicht dafür, dass wir im vorauseilenden Gehorsam bereits Mittel-Erhöhungen einstellen“, betonte Josef Dollinger (FW). Die Mittel wurden nicht freigegeben. Stattdessen erhielt die Verwaltung den Auftrag, alle rechtlich notwendigen Schritte zu unternehmen, um sich gegen die Forderungen zu wehren.

Ausgerechnet am Ende der Debatte kündigte Kämper an, dass dies sein letzter Auftritt im Kreisausschuss gewesen sei. Gegenüber der sichtbar überraschten Landrätin Susanne Hoyer (CSU) erklärte er, er gehe nun in den Ruhestand. Nach Kämpers Ausscheiden aus dem Amt muss bei einem möglichen Rechtsstreit jetzt Liebl mit seinem Know-how in die Bresche springen. Denn jener Mann, der während der Bauarbeiten sein Büro an der Baustelle aufgeschlagen hatte, übernimmt Kämpers Posten.