„Wie ich vom Wiesn-Wirt zum Oberbürgermeister wurde“: Das Tagebuch aus dem Weinzelt
Stand: 24.09.2026, 08:00 Uhr
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Ein Bewohnerin des Caritas-Wohnheims St. Rupertus malte dem Wirt ein Bild – adressiert an den Oberbürgermeister. Die Einladung begann 2019 mit einer spontanen Entscheidung im Garten.
München – Falls Sie es noch nicht wissen: Seit heute bin ich der Oberbürgermeister unserer wunderbaren Landeshauptstadt. Befördert haben mich die Bewohner des Caritas-Wohnheims St. Rupertus in Altötting, namentlich die Silvia. „Dem lieben Chef vom Oktoberfest, Dominik Krause“ hat sie ein schönes Bild gemalt und mir persönlich überreicht.
In mehrerlei Hinsicht hat mich das sehr geehrt. Zum einen ist Herr Krause deutlich jünger als ich und sieht vermutlich auch besser aus. Zum anderen wäre die Ehre enorm, wenn es denn wahr wäre.
Seit 2019 werden die Bewohner von St. Rupertus von uns eingeladen. Damals entdeckte ich einige Menschen, teils in Rollstühlen, in unserem Garten. Sie wollten kurz rasten und ihre eigene Brotzeit nebst den mitgebrachten Getränken verzehren.
Der Bayer weiß: Alles, was öfter als dreimal passiert, ist eine Tradition
So etwas geht natürlich gar nicht! Wir brauchen unsere Plätz für „echte“ Gäste, die unsere Speisen und Getränke konsumieren. Offenbar war nicht genug Geld hierfür vorhanden, und rausschmeißen wollte ich sie auch nicht.
Also machte ich sie kurzum zu echten Gästen, indem ich sie einfach einlud. Zur Tradition wollten wir das machen, aber leider hat uns die Covid-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Inzwischen sind sie mit dem heutigen Tag zum siebten Mal da, und jeder Bayer weiß: Alles, was öfter als dreimal passiert, ist eine Tradition. Deshalb bleibt Dominik Krause auch Oberbürgermeister und ich nur ein kleiner Wirt von einem kleinen Weinzelt.
Schau ma mal, was morgen wieder los ist.