Wie lässt sich der Graue Star behandeln?


Oben: Sehtests, links scharf und rechts verschwommen. Unten: Augen, rechts mit getrübter Pubille

Gegen den Grauen Star, der für eine Eintrübung der natürlichen Augenlinsen sorgt, gibt es weder eine Impfung noch eine Behandlung mit Medikamenten.

Unter dem Begriff Grauer Star (Katarakt) werden Augenkrankheiten zusammengefasst, die durch eine Trübung der natürlichen Augenlinse gekennzeichnet sind. In 90 Prozent der Fälle handelt es sich um eine sogenannte Alterskatarakt, die bei jedem Menschen im Verlauf seines Lebens auftreten kann. In der Regel macht sich die Linsentrübung ab dem 65. Lebensjahr bemerkbar.

In manchen Fällen sind aber auch andere Ursachen oder Auslöser für eine Katarakt verantwortlich. Diese können zum Beispiel sein: Diabetes mellitus bzw. damit verbundene Medikamenteneinnahme oder Strahleneinwirkung.

Da es sich beim Grauen Star um einen langsam fortschreitenden Prozess handelt, fühlt sich der Patient zu Beginn häufig nicht stark beeinträchtigt. Die Umwelt erscheint unscharf, matt und verschleiert, Kontraste und Farben verblassen.

Oft macht sich der Graue Star auch durch vermehrte Blendungserscheinungen bemerkbar, was sich in erster Linie beim Autofahren als störend bemerkbar macht.

In besonderen Fällen kann der Graue Star sich auch innerhalb sehr kurzer Zeit zeigen, wenn beispielsweise ein erhöhter Blutzuckerspiegel kurzfristig abgesenkt wird. Wenn dann die Sehkraft binnen kürzester Zeit auf 20 Prozent zurückgeht, stellt dies für den Patienten eine durchaus eklatante Behinderung dar.

Diagnose kann vom Facharzt sehr einfach vorgenommen werden

Die Diagnose kann von einem Augenarzt sehr einfach durch eine Spaltlampenuntersuchung gestellt werden. Der Graue Star kann nur durch eine Operation behandelt werden. Die körpereigene trübe Linse wird dabei durch eine klare Kunstlinse ersetzt. Die Standardlinsen werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen und ambulant ohne zusätzliche Kosten für den Patienten eingesetzt.

Vor der OP wird üblicherweise ein sogenannter Glaukomausschluss, ein Ausschluss des Grünen Stars durchgeführt. Dies ist eine augenärztliche Untersuchung, um eine Schädigung des Sehnervs oder einen zu hohen Augeninnendruck sicher auszuschließen oder festzustellen.

Neben den von der gesetzlichen Krankenkasse übernommenen Standardlinsen gibt es heute zahlreiche Sonderlinsen, deren Kosten der Patient selbst übernehmen muss.

Dazu zählen bifokale oder multifokale Kunstlinsen, wie man sie von den Brillen kennt. Eine bifokale Brille ist in zwei Zonen mit unterschiedlicher Dioptrienstärke unterteilt. Die eine Zone ist für das Sehen in die Ferne und die andere für das Sehen in die Nähe ausgerichtet.

Entsprechend einer multifokalen Brille, besser bekannt als Gleitsichtbrille, die ein stufenlos scharfes Sehen in mehrere Entfernungen ermöglichen kann, gibt es auch multifokale Linsen.

Auch sie sind in mehrere Zonen mit unterschiedlicher Dioptrienstärke eingeteilt, um scharfes Sehen in verschiedene Entfernungen zu ermöglichen. Mit dieser Technik will man das bislang noch bestehende Problem in den Griff bekommen, das sich künstliche Linsen nicht fokussieren lassen.

Eine Katarakt-OP ist heute eine ambulant durchgeführte Standardmaßnahme, die nur drei Prozent Fehlerquote hat. Dennoch werden die Augen üblicherweise in zwei Wochen Abstand operiert. Zu den Einschränkungen nach der OP zählt jedoch die Bedingung, dass man die Praxis nur in Begleitung verlassen darf, weil jegliche Komplikation auf dem Nachhauseweg vermieden werden muss.

War der Ersatz durch eine künstliche Linse lange Zeit ein einmaliger Vorgang, bei dem man sich vor der OP für eine bestimmte Linse entscheiden musste, so soll es inzwischen Möglichkeiten geben, zu einem späteren Zeitpunkt eine additive Linse zusätzlich zu einer bereits eingesetzten Kunstlinse ins Auge einzusetzen, wodurch die Sehqualität weiter sichergestellt ist, dass die äußeren Umstände wie ein begleiteter Rückweg nach der jeweiligen OP sowie Schonung und Ruhigstellung des Auges gewährleistet werden können.

Spätfolgen einer Katarakt-OP

Nach dem Einsetzen einer künstlichen Linse kann binnen Wochen oder Monaten eine sogenannte Kapselfibrose auftreten, die auf eine zunehmende Trübung der im Auge belassenen hinteren Linsenkapsel zurückzuführen ist, was sich jedoch in Minutenfrist operativ beheben lässt. Dabei werden die beiden Augen wie beim Einsatz der künstlichen Linsen üblicherweise im Abstand von zwei Wochen behandelt.

Mit Hilfe eines standardisierten medizinischen Aufklärungsbogens, der einem Medikamentenbeipackzettel ähnelt, sichert sich der jeweilige Operateur gegen die statistisch unvermeidbaren Risiken des Eingriffs ab.

Der Patient ist aufgrund der kurzen ihm zur Verfügung stehenden Zeit vor dem Eingriff und der meist nicht vorhandenen medizinischen Vorbildung kaum in der Lage, die spezifischen Risiken einzuschätzen.

Während die Ausbildung einer Kapselfibrose oft ebenso schleichend erfolgt wie beim Grauen Star, fällt die Auswirkung nach dem Eingriff deutlich auf. Dies gilt verstärkt, solange nur ein Auge behandelt wurde und der Patient den direkten Vergleich hat.

Grauer Star muss operativ behandelt werden

Da sich der Graue Star nicht mit Medikamenten behandeln lässt und sich seine Wirkung im Laufe der Zeit verstärkt, sollte man die Behandlung nicht auf die lange Bank schieben, sondern möglichst zeitnah durchführen lassen, sobald sichergestellt werden kann, dass die äußeren Umstände wie begleiteter Rückweg nach der jeweiligen OP und Schonung und Ruhigstellung des Auges sichergestellt werden kann.