Wilkie reißt die Mauer ein: Kassel Huskies bezwingen Lausitzer Füchse


Stand: 25.09.2026, 22:17 Uhr

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Zwei Tore gegen wehrhafte Füchse: Chris Wilke bedankt sich bei Tristan Keck für eine Vorlage.

Zwei Tore gegen wehrhafte Füchse: Chris Wilke bedankt sich bei Tristan Keck für eine Vorlage. © Dieter Schachtschneider

Es ist das erwartet schwere Stück Arbeit, doch die Kassel Huskies bleiben ohne Punktverlust: Sie bezwingen die Lausitzer Füchse nach Rückstand 4:2.

Kassel – Der Eishockey-Zweitligist liegt erstmals in dieser Saison zurück, beißt sich lange Zeit die Zähne an Anthony Morrone aus – und gewinnt doch 4:2 (0:1, 3:0, 1:1) gegen die Lausitzer Füchse.

Dass sich die Huskies erst mal schwer tun würden, ist zu Beginn kaum zu erahnen. Nach 16 Sekunden knallt es das erste Mal, nämlich der Puck an den Innenpfosten. Brendan O‘Donnell ist der Absender, er verpasst die ganz frühe Führung nur knapp. Da hätte Morrone, der so starke Kanadier im Füchse-Kasten, nur hinterhergucken können.

So wie es losgeht, entwickelt sich das erste Drittel auch. Nach nicht mal zwei Minuten muss Huskies-Goalie Leon Willerscheid bei seinem Saisondebüt gegen Jacob Schmidt-Svejstrup, den dänischen Nationalspieler mit deutschem Pass, zugreifen. O‘Donnells Schuss wird gerade noch ins Fangnetz abgefälscht (3.), Brett Humblestone scheitert wiederum an Willerscheid (4.).

Dann sind die Huskies erstmals im Powerplay, und das hat in der noch jungen Saison bisher ja irre gut geklappt. Auch diesmal lässt das magische Trio um O‘Donnell, Matt White und Garlent die Zauberkünste aufblitzen, Morrone ist aber eben auch ein Hexer im Tor. Er hält das 0:0 fest.

Die Füchse werden mutiger, schütteln die Busfahrt aus den Beinen und haben durch Schmidt-Svejstrup und Alexander Dosch eine Doppelchance (10.). Das gilt im Gegenzug auch für Johannes Huss und Tristan Keck, beide Male sind die Torhüter nicht zu bezwingen. Und wäre Morrone mal geschlagen, schmeißt sich eben Ex-Husky Markus Freis in den Pass von White auf Garlent (12.).

Hochkarätige Chancen gibt es viele, auch durch die Kracher von Kassels Marco Müller (15.) und Huss (17.). Tore fehlen noch. Bis zur 17. Minute. Da schießt Georgiy Saakyan aus eigentlich ungünstigem Winkel von der Bande Richtung Tor, auch Willerscheid scheint das zu überraschen. Er lässt den Puck zu kurz prallen, John Broda staubt ab. Der erste Huskies-Rückstand dieser Saison.

An jenem arbeiten sich die Huskies erst einmal ab, das zweite Drittel beginnt abwartend. Die erste Chance lässt sieben Minuten auf sich warten, dann aber entbrennt wieder ein Feuerwerk. Bei einem schnellen Angriff pariert Morrone Whites Direktabnahme (27.).

Die Huskies wollen den Ausgleich. Und sie erzwingen ihn. Huss schlenzt den Puck zum Tor. Dort prallt er ab. Michael Bartuli schießt. Wird umgestoßen. Setzt halb liegend, halb hechtend nach. Morrone ist bezwungen (29.). Das 1:1!

Die Huskies sind jetzt überlegen. Haben kurz Glück, als Moritz Kretzschmars Schuss an den Pfosten klatscht (31.). Drängen dann aber unwiderstehlich nach vorn. O‘Donnell zieht zum vierten, fünften, sechsten Mal den Kürzeren gegen Morrone. Aber dann. Die zweite Überzahl läuft ab, da rutscht ein Keck-Pass durch den Torraum. Am zweiten Pfosten lauert Chris Wilkie, drückt die Scheibe zum 2:1 über die Linie (34.).

Bartuli hat die Morrone-Mauer bröckeln lassen, Wilkie reißt sie nun ein. 120 Sekunden nach der Führung fängt Jake Weidner den Puck ab, legt clever rechts raus. Da steht wieder der US-Amerikaner und trifft am fliegenden Morrone vorbei zum 3:1 (36.). Spiel gedreht in wenigen Minuten.

Und die Füchse? Müssen sich ärgern. Denn sie machen ein Tor, das nicht zählt. Wieder staubt Broda einen Abpraller nach Flachschuss ab. Aber weil David Rundqvist unter Mithilfe von Husky Jimmy Martinovic in den Kasseler Torwart fährt und ihn behindert, nehmen die Schiedsrichter den Treffer zurück (39.). Bis Drittelende hält Willerscheid das 3:1 fest, sehenswert mit dem Schläger, als Clark Breitkreuz ihn schon umkurvt hat (39.).

Haben sich die Füchse ein Aufbäumen im Schlussdrittel vorgenommen, lassen die Huskies das nicht zu. Auch den ersten nennenswerten Abschluss haben die Nordhessen durch Wilkie, der von außen zum Tor zieht, diesmal aber an Morrone scheitert (46.). Darren Mieszkowski und Laurin Braun sind bei einem Konter zu verspielt (51.). Dann sind die Huskies gar fünf Minuten im Powerplay – was soll schiefgehen? Das: Garlent verliert im Aufbau die Scheibe, Schmidt-Svejstrup sagt Danke (54.). Nur noch 3:2.

Es ist noch einmal eng – auch weil Unglücksrabe O‘Donnell in verbleibender Überzahl weiter das Pech am Schläger hat. Weißwasser nimmt den Torwart raus. Weillerscheid rettet gegen Dosch (59.). Und dann – wer auch sonst? – macht ausgerechnet O‘Donnell ins leere Tor das 4:2 (59.).

Statistik

SR: Steingross/Moosbacher - Z: 3933

Tore: 0:1 (16:39) Broda (Saakyan, Hannon), 1:1 (29:40) Bartuli (Huss, Martinovic), 2:1 (33:40) Wilkie (Keck, Braun), 3:1 (35:40) Wilkie (Weidner, Huss), 3:2 (53:10) Schmidt-Svejstrup (4:5), 4:2 (58:43) O‘Donnell (EN)

Strafminuten: Kassel 8 - Weißwasser 13 + Spieldauer Kretzschmar