Wunsch und Wirklichkeit: Einnahmen beim Bozner Markt deutlich geringer
Stand: 22.08.2026, 06:00 Uhr
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Gemessen an der Kalkulation der Organisatoren bleibt der Bozner Markt 2026 in puncto Eintrittsgelder deutlich hinter den Erwartungen zurück. Statt der erhofften 450 000 finden sich nur 350 000 Euro in der Gemeindekasse.
Mittenwald – Zwei Wochen nach dem Ende des Bozner Markts herrscht gespenstische Ruhe im Mittenwalder Rathaus. Was unter anderem am wohlverdienten Urlaub so mancher Mitarbeiter liegt. Auch Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD) frönt aktuell auswärts der Sommerfrische. Abgerechnet wird frühestens im September. Dann wird der Marktgemeinderat über Wohl und Wehe der publikums- und prestigeträchtigen Marktwoche entscheiden.
Politische Bewertung folgt
Eine Kennzahl darf dabei nicht unerwähnt bleiben: der Umsatz, der mit Eintrittsgeldern erzielt wurde. Dieser Posten fließt eins zu eins in die Kasse der Marktgemeinde, die finanziell massiv in Vorleistung gegangen ist. Was man bislang konstatieren kann: 24 000 verkaufte Tageskarten und 1800 Wochenzeichen bedeuten laut Kämmerei Einnahmen von etwa 350 000 Euro. Klingt nach viel, ist es aber nicht. Denn mit diesem Wert bleibt man deutlich hinter der Kalkulation der Organisatoren. Diese erhofften sich 450 000 Euro. „Diese Zahlen sind fix“, informiert Kämmerer Josef Stieglmeier. „Doch für eine Endabrechnung ist es noch zu früh.“ Geschweige denn für eine politische Bewertung.
Weniger Tagesgäste
Ebenfalls ist in Stein gemeißelt: Von den prognostizierten 34 000 Tagesgästen ist die Marktwoche 2026 ebenfalls weit entfernt. Selbst der Wert des Bozner Markts 2017 mit 28 000 Tageskarten wurde deutlich unterschritten. Sollte ursprünglich die Wiederauflage 2026 20 Prozent mehr an Einnahmen bedeuten, so sind‘s im Vergleich zu 2017 jetzt 10 Prozent weniger. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft somit eine riesige Lücke. Wasser auf die Mühlen derer, die im Vorfeld das Historienspektakel als finanzielles Risiko gebranntmarkt haben. „Allerdings konnten an manchen Stellen auch Kosteneinsparungen erzielt werden“, relativiert Josef Stieglmeier. Details möchte er erst in der politischen Nachlese preisgeben.
Wunsch nach Wiederholung
Ex-Gemeinderat Florian Lipp, der gemeinsam mit seinem Cousin Franz Lipp diese Großveranstaltung federführend organisiert hatte, kennt all diese Zahlen noch nicht. „Warten wir die Endabrechnung ab.“ Grundsätzlich findet der „Dauberweiß“: „Es ist nichts passiert und alles gut gelaufen. Wir können zufrieden sein.“
Diese Einschätzung teilt auch Isabell Prior, die Marketingchefin der Isartaler Tourismus-GmbH Alpenwelt Karwendel. „Eine sehr schöne Zeitreise.“ Vielfach sei die „tolle Atmosphäre“ gelobt worden. Gleichzeitig will Prior „den Wunsch nach Wiederholung“ vernommen haben. Die Zukunft der Marktwoche wird allerdings im Rathaus entschieden. Und dort liegen demnächst alle Zahlen auf dem Tisch.