Weber Lumin Compact Smart: Der ideale Grill für die Stadtwohnung?
Test
Weber Lumin Compact Smart: Der ideale Grill für die Stadtwohnung?
Kompakte Maße, starke Hitze und smarte Helfer: Der Elektrogrill im Alltagstest
Test
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Alexander Amon
Ich mochte nie zu großen Grillfeiern eingeladen werden. Entweder landete man selbst als Gast irgendwann als "Grillmeister" am qualmenden Kochgerät, nur um dafür zu sorgen, dass alle anderen etwas zu Essen bekommen oder man wartete ewig, um dann entweder ein Fleisch zu bekommen, was zu durch war oder Würstel, die mehr schwarz als braun waren.
Aber was, wenn man seinen eigenen Grill hat, die Gruppe klein hält und darauf schaut, dass das Fleisch genau richtig wird?
Viel zu lernen
Kochen ist eine Kunst, genau wie grillen. Das erklärte man mir bei einem Kurs von Weber in Brunn am Gebirge, wo auch Anfängern wie mir in vier Stunden versucht wird zu erklären, worauf man beim Grillen achten muss und wie vielseitig das Hobby sein kann. Abgesehen davon, dass der Kurs sehr zu empfehlen ist, weil nicht nur lehrreich und kulinarisch wertvoll, sondern auch äußerst unterhaltsam gestaltet, outete ich mich in der Herrenrunde kleinlaut als E-Griller. Der Hohn war gar nicht so lautstark wie vermutet. Man hat offenbar eingesehen, dass nicht jeder ein Einfamilienhaus hat, sondern manche auch einfach am Balkon in der Stadt ein Steak braten wollen und dort Holzkohle nicht so gerne gesehen ist.
Mit dem Lumin Compact in der Smart-Edition wollte ich das Gelernte zuhause umsetzen. Fleisch gekauft, kein mariniertes, wie ich gelernt habe, und sogar Gemüse. In der Compact-Variante ist der bekannte Lumin-Griller knapp 60 cm breit und 42 cm tief. Damit passt er auch auf einen kleinen Balkontisch und mit rund 12 kg lässt er sich auch gut wieder in den Abstellraum heben, wenn das Wetter schlechter wird. Mit geöffnetem Deckel ist der Griller zudem 57 cm hoch, aber da meine Terrasse zwar nicht besonders groß, aber in jedem Fall sehr hoch ist, war das kein Problem.
Gutes Gelingen
Das Smart in der Bezeichnung bezieht sich auf einige Features, auf die wir noch zu sprechen kommen. Anheizen lässt sich das Gerät auch ohne Smartphone. Bis zu 315 Grad schafft der Lumin, das ist beeindruckend und ist perfekt zum schnellen Anbraten. Beispielsweise für Steaks, die ich mir für den ersten Versuch gleich besorgt habe. Die passive Hitze, so habe ich auch im Kurs gelernt, erreicht man beim E-Griller einfach, indem man die Temperatur auf rund 260 Grad herunterdreht, nachdem beide Seiten einmal ordentlich angebraten wurden, und zum Beispiel ein Bett aus grünen Kräutern als Puffer nutzt.
Das ist mir tatsächlich bei zwei Versuchen gleich zwei Mal gelungen, auch wenn das Fleisch dünner als drei Finger war, wie es für den Profi natürlich sein müsste. Dank der möglichen Zweiteilung der Grillfläche, landeten die Würstel für den Nachwuchs auf dem klassischen Rost, während für das Gemüse die (extra zu kaufende) Grillplatte genutzt wurde. Ein wenig Fett oder Speckscheiben, damit nicht alles massiv anbrennt, aber der Einsatz der Reinigungsbürste (aber nur aus Edelstahl!) bleibt ohnehin nicht erspart.
Diese ist übrigens ebenfalls nicht im Lieferumfang enthalten, sollte aber dazugekauft werden. Sehr wohl im Paket enthalten ist noch eine Schale zum Räuchern und Dampfgaren, eine Kunststoffspachtel und natürlich jede Menge Anleitungen. Eine Abtropfschale ist ebenso im Paket, ein paar mehr sollten bei regelmäßigem Grillen aber nachgekauft werden. Das sieht nämlich relativ flott nicht mehr ganz so appetitlich aus.
Kindergeburtstag
Generell ist die Bedienung wirklich einfach. Man steckt den Temperaturregler an und dreht auf. Das Gerät heizt sich in weniger als 15 Minuten auf, danach kann gegrillt werden. Es riecht auch schnell nach klassischem Grillen, es raucht nicht schwarz zum Nachbarn und dank der hochwertigen Materialien pickt sich das Essen auch nicht unnötig auf den Rost.
Die App lohnt übrigens für den Grillprozess. Die mitgelieferte Fleischnadel kann zur Kerntemperaturmessung des Steaks wunderbar verwendet werden, speziell wenn man noch wenig Übung hat. Das smarte Feature schlägt dann auch Alarm, sobald die Ziel-Kerntemperatur (z. B. 54 Grad für Medium Rare) erreicht ist. Für den Abend vor dem Grillen eignet sich der Reiter Rezepte in der App. Dort kann man gustieren und sich in die Machart eines chilenischen Seebarschs genauso einlesen, wie in die richtige Zubereitung eines New York Strip Steaks. Neben den Zutaten werden dort Grillzeit und eine Schritt-für-Schritt Anleitung geboten. Für Anfänger sicher eine gute Inspirationsquelle.
Einmal wurde für den Test auch Dampfgaren ausprobiert. Die beigelegte Schale mit Wasser füllen, Abdeckung auflegen, Fisch drauf, Klappe zu. Nach wenigen Minuten hat man auch hier ein ohne viel Zauberei einwandfreies Ergebnis. Ein paar gefrorene Garnelen auftauen gelingt ebenfalls sehr einfach. Dank der Zweiteilung werden die kleinen Dinger dann einfach von der Auftauhälfte auf die Grillhälfte geworfen. Aufgrund der "Compact"-Variante kann hier nicht für die Großfamilie gekocht werden, aber das muss einem beim Kauf natürlich bewusst sein. Die "normale" Variante mit etwas größeren Dimensionen gibt es natürlich auch, der Lumin ist aber in dieser Ausführung sehr oft vergriffen.
Der Grill wurde von der Firma Weber für den Test zur Verfügung gestellt.
Fazit
Darf man E-grillen oder erzürnt das die Fleisch-Götter? Mitnichten. Weber will auch E-Griller verkaufen, weshalb Seitenhiebe auf meine Person auch beim sehr männlich dominierten Grillkurs im schönen Niederösterreich ausgeblieben sind. Beim Grillkurs und auf der eigenen Terrasse wurde der Geschmack des via E-Grillers zubereiteten Fleisches zudem nie beklagt. Klar, der Grillweltmeister erkennt den Unterschied und wenn man beides knapp hintereinander kostet, wie im Kurs getan, merkt es auch der Laie, dass ein Stück Fleisch etwas rauchiger schmeckt.
Die Compact-Variante ist sicher nicht für jede Familie. Will man ein Dutzend Leute am Wochenende einladen, sollte man zu größeren Varianten greifen. Je nach Gerichtsart, ob man etwa den Dampfgarer nutzen möchte, sollte man mit der kleinen Version maximal vier Personen bewirten wollen.
Für den unkomplizierten Grillgenuss im städtischen Umfeld gibt es allerdings wenige Alternativen. Keine Geruchsbelästigung der Nachbarn, weniger CO2-Ausstoß, kurze Wartezeiten und trotzdem das Gefühl, auch einmal den Sommer zum Grillen genutzt zu haben. Speziell für kleinere Gruppen ein sehr erhebendes Gefühl, darf ich verraten. Speziell, wenn regelmäßig gefragt wird, wann denn wieder gegrillt wird. (Alexander Amon, 22.8.2026)
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