YouTuber bei AfD-Veranstaltung mit Björn Höcke angegriffen: Polizei prüft Kritik


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Bei einer AfD-Veranstaltung im brandenburgischen Fürstenwalde ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Betroffen waren Besucher der Veranstaltung und YouTuber. Die Polizei ermittelt zu den Vorfällen. Zugleich prüft sie intern, ob die Einsatzkräfte richtig gehandelt haben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der Blogger Hannes Kreschel, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert, veröffentlichte Videoaufnahmen von einem Angriff auf ihn am Samstag. Er beschwerte sich: Er selbst habe einen Platzverweis bekommen – der mutmaßliche Angreifer aber nicht.

AfD in Fürstenwalde: Polizei prüft Video und interne Abläufe nach Kritik an Einsatz

„Das Video ist Gegenstand des Ermittlungsverfahrens, das gucken wir uns an“, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Ost. „Wenn Kritik an der polizeilichen Arbeit geäußert wird, wird das zu einer internen Prüfung führen.“

Zahlreiche AfD-Anhänger kamen am Tag der Einheit am Samstag in Fürstenwalde zu einer öffentlichen Kundgebung zusammen, wo Thüringens AfD-Landesvorsitzender Björn Höcke redete. Die Polizei sprach von rund 1500 Besuchern. 

Angriff auf AfD‑Veranstaltung: Streit um Videoaufnahmen Auslöser? 

Wie die Polizei in einer Mitteilung schrieb, soll ein 23 Jahre alter Youtuber, der über das Geschehen berichtete, körperlich attackiert und beleidigt worden sein. Zuvor soll er selbst gegen den Willen des Beschuldigten „Detailaufnahmen“ gemacht haben. 

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Ein Sprecher der Polizei schilderte am Tag nach dem Vorfall, der wegen Körperverletzung verdächtige Besucher der AfD-Veranstaltung sei zuvor gefilmt worden. Der YouTuber sei nach bisherigen Erkenntnissen aufgefordert worden, damit aufzuhören. Dann sei der YouTuber beleidigt worden – mit Bezug zu den Verbrechen der Nationalsozialisten. Deshalb wird gegen eine 38 Jahre alte Frau ermittelt, wie der Sprecher sagte. Ihr Begleiter solle dann den YouTuber geschlagen haben. Zivilkräfte der Polizei gingen dazwischen. 

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YouTuber durfte nicht mehr auf Platz mit AfD-Anhängern

Der YouTuber habe zu seinem Schutz und um weiteren Straftaten vorzubeugen, die Auflage bekommen, den Platz mit der AfD-Versammlung nicht mehr zu betreten, sagte der Polizeisprecher. Gegen den mutmaßlichen Angreifer sei kein Platzverweis ausgestellt worden. Er habe die AfD-Versammlung wieder besuchen dürfen, weil kein „konfrontatives Potenzial“ zu erwarten gewesen sei. 

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Der YouTuber bezeichnete das Verhalten der Polizei dagegen als nicht nachvollziehbar. „Der Mann der uns angegriffen hat, darf weiter auf der Veranstaltung sein. Keine Worte dafür!“, schrieb Kreschel bei Instagram und nannte das Statement der Polizei „Satire“. „Die (die Polizei, Anm. d. Red.) sagen wirklich, dass von einem Mann mit einem ,Landser‘-T-Shirt, der Journalisten angreift, kein ,konfrontatives Potenzial‘ mehr zu erwarten war. Nachdem ein Journalist bereits angegriffen wurde, weil der ihn nur auf seine Jacke angesprochen hat.“

Wie auf den Aufnahmen des YouTubers zu erkennen ist, trug der Angreifer Merchandise der Neonazi-Rockband „Landser“. Die Band, deren Name sich auf die altmodische Bezeichnung eines Soldaten mit niedrigem Rang bezieht, ist in Deutschland wegen ihrer volksverhetzenden, gewaltverherrlichenden und antisemitischen Lieder verboten.

Fürstenwalde: Weitere Anzeige wegen Körperverletzung

Bei einer Demonstration der AfD durch das Stadtgebiet von Fürstenwalde kam es am Samstag zu einer weiteren körperlichen Auseinandersetzung. Dabei soll ein anderer YouTuber körperlich attackiert worden sein, wie die Polizei mitteilte. Der Beschuldigte habe eine Gegenanzeige ebenfalls zum Vorwurf der Körperverletzung gegen den YouTuber erstattet.

dpa/fmg