Anton-Bruckner-Straße wird 9 Monate gesperrt: 18.000 Autos täglich betroffen
Stand: 05.10.2026, 08:01 Uhr
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Die Fehlbachbrücke in Erding wird ab März 2027 saniert – die Stadt stellt 1,5 Millionen Euro bereit. Wohin der Verkehr umgeleitet wird, steht noch nicht fest.
Erding – Im März 2027 wird die Anton-Bruckner-Straße für die Sanierung der Fehlbachbrücke komplett gesperrt. Die Mitglieder im Erdinger Bauausschuss segneten dies nun einstimmig ab und stellten schon mal 1,5 Millionen Euro für den Haushalt 2027 bereit. Rund 18.000 Fahrzeuge sind täglich auf dieser Straße unterwegs. Neun Monate sollen die Arbeiten dauern. Aber auch das sei nur eine Schätzung, sagte Oberbürgermeister Max Gotz.
Zu den möglichen Umfahrungsplänen könne er noch nichts sagen. „Das ist eine Aufgabe der Verwaltung. Behörden, Nachbargemeinden, die Polizei – das Konzept muss mit allen abgesprochen werden.“ Dieses Konzept werde im November oder Dezember dem Stadtrat vorgestellt werden, vielleicht aber auch erst im Januar oder Februar, meinte der Stadtchef.
Schutz für die Freisinger Siedlung
Die Brücke war laut Harald Woellert Anfang der 1970er-Jahre als Rippenbalkenbrücke errichtet worden. Nach Prüfungen der Standsicherheit und weiteren Untersuchungen sei ein Sanierungskonzept erarbeitet worden (wir berichteten). Der damalige 3. Bürgermeister Harry Seeholzer hatte Ende Dezember 2024 beantragt, dass im Zuge der Vollsperrung auch der Teilabschnitt zwischen der Melkstattstraße und der Straße Am Gries saniert werden soll. Dieser Abschnitt sowie die dort verlaufenden Ver- und Entsorgungsleitungen, einschließlich des Schmutz- und Regenwasserkanals, stammen laut Woellert ebenfalls aus den 1970er-Jahren und weisen erhebliche Mängel auf.
Man wisse nicht, was im Untergrund alles zum Vorschein komme, meinte Gotz. Seinerzeit habe man keine genauen Dokumentationen angefertigt. „Und es ist immer wieder überraschend, was im Nachgang alles daherkommt und was im Rahmen von baulichen Erweiterungen alles im Boden zu finden ist.“ Zum Thema Umfahrungen meinte Gotz nur so viel: Er garantierte, dass in der Freisinger Siedlung in der Johann-Sebastian-Bach-Straße nichts draufkommen soll.
Auf Nachfrage von Jürgen Beil (Freie Wähler) bestätigte Woellert, dass die Straße komplett aufgegraben wird. Günther Adelsberger (CSU) wollte wissen, ob die Brücke von der Statik her noch stabil sei. Gotz bestätigte: „Wir reißen nicht ab. Wir sanieren.“
Woellert erklärte den Aufbau der Brücke. Dabei sei ein Stahlträgerprofil quer über den Fehlbach gelegt und der Brückenkörper betoniert worden. „Wir haben in dem Gutachten stehen, dass in der Brücke Korrosionsschäden vorhanden sind und die Abdichtung zwischen dem Betonkörper und den bituminösen Schichten nicht intakt ist.“ Wie das Ganze tatsächlich aussehe, werde man aber erst sehen, wenn der alte Asphalt abgetragen worden sei. Woellert sprach auch von einem „kleinen Worst-Case-Szenario“: Wenn der Beton komplett kaputt wäre, könnte eine umfassendere Sanierung notwendig werden.
„Wir gehen aber in der derzeitigen Lage der Untersuchungen nicht davon aus.“ Er erinnerte allerdings auch an die Brücke an der Münchner Straße über den Fehlbach. Dort war im Jahr 2009 letztlich eine Komplettsanierung notwendig geworden. „Ich kann nicht reinschauen. Derzeit gehen wir davon aus, dass wir die Brücke freilegen, den Beton sanieren, eine neue Abdichtung machen und dann die neue Decke draufkommt. Wir werden ein neues Geländer bekommen, neue Bordsteine.“
Worst Case wäre ein Abriss
Gerhard Heilmeier (Erding Jetzt) wollte wissen, ob der Worst Case einen Abriss bedeuten würde? „Das können wir nicht einschätzen“, so Woellert. „Aber so, wie es ausschaut, wird das nicht passieren.“ OB Gotz fügte hinzu: „Es gibt keine Alternative. Eine abgerissene Brücke kann man nur ersetzen.“ Dafür habe die Brücke eine zu hohe Bedeutung. Allerdings habe man auch die Brücke an der Münchner Straße damals nicht abreißen müssen.
Gotz machte zudem deutlich, dass die Anton-Bruckner-Straße früher als Bundesstraße vom Schwerlastverkehr stark belastet worden sei. Zudem habe man in den 1980er- und 1990er-Jahren noch sehr großzügig Streusalz verwendet – „nicht so wie heute, wo es gesprüht und ganz anders dosiert wird“. Eines sei aber auch klar: „Sobald wir diese Schicht abgenommen haben, werden Sie auch informiert.“ Gotz lobte zudem seinen Tiefbauamtsleiter dafür, dass dieser dafür gesorgt habe, dass der Freistaat einige der Kosten übernimmt.
Auf Nachfrage von Georg Bauernfeind (SPD) bestätigte Gotz, dass die Rad- und Fußgängerunterführung erhalten bleiben werde. „Sie ist immens wichtig für uns.“ . Es könne sein, dass sie während der Baumaßnahmen aufgrund von Engpässen und Einschränkungen zeitweise gesperrt werde.