HSV-Bubi Lemke lächelt trotz Zahn-Schreck weiter


HSV

Louis Lemke musste sich von HSV-Mannschaftsarzt Dr. Götz Welsch behandeln lassen.
Witters

Nach dem HSV-Sieg gegen den VfB Stuttgart hatte Louis Lemke einen abgebrochenen Zahn. Wie es zu dem schmerzhaften Zwischenfall für das Talent kam.

Louis Lemke strahlte über beide Ohren, als er nach dem 1:0 gegen Stuttgart zum Interview in der Mixed Zone erschien. Der 17-Jährige ist freundlich, zugewandt und einfach nur glücklich, bei den HSV-Profis Fußball spielen zu dürfen. Am frühen Samstagabend war sein Gesicht aber auch etwas gezeichnet von einem schmerzhaften Stollen-Treffer – mit Folgen.

„Ich habe mir meinen Zahn so halb abgebrochen“, berichtete Lemke von der Szene aus der 13. Minute: Bei einem Zweikampf an der Seitenlinie hatte Stuttgarts Flügelspieler Bilal El Khannouss den grätschenden HSV-Youngster unglücklich mit den Schraubstollen seines Fußballschuhs in der Mundgegend erwischt. Lemke nahm die Entschuldigung seines Gegenspielers sofort an und meinte hinterher nur: „Das war unglücklich.“

El Khannouss traf HSV-Talent Lemke im Gesicht

Nach einer kurzen Behandlung durch HSV-Mannschaftsarzt Dr. Götz Welsch war es für ihn weitergegangen. „Ich habe auch keine Schmerzen“, sagte Lemke nach seiner Startelfpremiere bei einem Pflichtspiel im Volksparkstadion – und witzelte: „Ich habe direkt einen Zahnarzttermin, dann geht das wieder.“ Mit Blick auf die Stunden nach dem emotionsreichen Heimspiel äußerte der Linksverteidiger aber erst einmal einen anderen Plan: Ab aufs Sofa – und Playstation zocken. „Ich gehe nach Hause und spiele FIFA“, verriet er.

Bilal El Khannouss steht neben dem am Boden liegenden Louis Lemke beim HSV-Spiel gegen Stuttgart in Hamburg.
Bei dieser Szene mit Bilal El Khannouss (vorne) tat sich Louis Lemke weh.
Witters

Der Sieg über den Champions-League-Klub war das nächste Highlight in der noch sehr jungen Karriere des HSV‑Bubis. „Am Ende sind die Stuttgarter auch nur Fußballer“, sagte Lemke, betonte aber auch: „Ich finde es richtig krass, dass die Trainer mir so vertrauen und mich spielen lassen. Das ist nicht selbstverständlich. Ich probiere, wenn ich dann spiele, einfach Gas zu geben.“ Das tat er auch am Samstag, bei seinem dritten Bundesliga-Startelfeinsatz.

Møller Wolfe, Muheim und Lemke – alle in der HSV-Startelf

Während David Møller Wolfe wie schon in Hoffenheim rechts spielte und Siegtorschütze Miro Muheim von Trainer Merlin Polzin im Mittelfeld aufgeboten wurde, durfte Lemke erneut die linke Schiene beackern. „Ich weiß das sehr zu schätzen“, sagte er. „Ich freue mich einfach, weil Miro und Wolfe es auch einfach gut machen. Deswegen habe ich da auch keine Probleme mit. Es ist einfach geil.“ Zunächst schien es so, als würden Lemke, Møller Wolfe und Muheim einen Dreikampf um eine Position austragen. Gegen den VfB durfte das Trio zusammen beginnen.

„Ich finde, ein 0:0 wäre auch fair gewesen“, räumte Lemke angesichts der Stuttgarter Dominanz ein. „Vielleicht war es auch ein bisschen glücklich. Aber es war sehr geil, dass wir am Ende gewonnen haben.“ Die Spuren im Gesicht und an einem seiner Schneidezähne lächelte das Talent einfach weg.