Donald Trump: warum sein neuer Katar-Jet als unsicher gilt


Zu gefährlich für den Ernstfall: warum Donald Trump seinen neuen Katar-Jet stehen lassen musste

Mit Iran verbündete Terrorgruppen sollen einen Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten geplant haben. Die Episode legt auch offen, wie überstürzt die neue Air Force One in Dienst gestellt wurde.

26.07.2026, 17.00 Uhr

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Im Visier der Terroristen: Donald Trump und das neue Präsidentenflugzeug.

Im Visier der Terroristen: Donald Trump und das neue Präsidentenflugzeug.

Julia Demaree Nikhinson / AP

Er ist noch einmal davongekommen. Irans Proxy-Milizen sollen einen Anschlag auf Donald Trump geplant haben. Das berichtet die «New York Times» unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Ins Visier genommen worden sei er während des Nato-Gipfels in der Türkei.

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Um ein mögliches Desaster zu verhindern, stieg der amerikanische Präsident deshalb beim Rückflug von Ankara am 8. Juli kurzerhand zunächst auf sein altes Flugzeug um. Den neuen, von Katar geschenkten Jet, mit dem er angereist war, liess er für diese Etappe stehen.

Offiziell erklärte Trump später, er habe dies «um der alten Zeiten willen» getan. Tatsächlich soll der Secret Service die Bedrohung durch iranische Stellvertreter aber als «glaubwürdig» eingestuft haben. Die USA hatten zu diesem Zeitpunkt ihre Luftangriffe auf Iran wieder aufgenommen.

Weil das neue Präsidentenflugzeug offenbar nicht über alle Schutzsysteme der bisherigen Air Force One verfügte, empfahl der Geheimdienst, nicht mit der Boeing 747-8 auszufliegen. Stattdessen brachte eine ältere Maschine den Präsidenten zunächst nach Grossbritannien. Erst dort bestieg er wieder das neue Flugzeug für den Rückflug in die Vereinigten Staaten.

Iranische Attentatspläne gegen Trump

Der Krieg zwischen den USA und Iran läuft seit dem 28. Februar 2026, ausgelöst durch einen amerikanisch-israelischen Angriff, bei dem auch Irans Oberster Führer Ali Khamenei getötet wurde. Immer wieder hat das islamistische Regime in Teheran seither Rache für die gezielte Tötung des Staatsoberhaupts geschworen. Planungen für ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten gab es allerdings bereits in den Jahren zuvor. Dabei setzt das Regime auch auf eigene Proxys und kriminelle Netzwerke. Erst im März wurde ein Pakistaner in New York verurteilt, weil er versucht hatte, einen Killer für ein Attentat anzuheuern.

Als Stellvertreter des Regimes gelten dabei vor allem von Iran finanzierte und ausgerüstete Milizen im Irak wie die Kataib Hizbullah sowie die jemenitischen Huthi-Rebellen, die zur sogenannten «Widerstandsachse» Teherans zählen. Auch der libanesische Hizbullah, Teherans traditionell wichtigster Verbündeter in der Region, ist ins Kampfgeschehen eingestiegen. Zwar hat der Krieg dieses Terrornetzwerk geschwächt, die Fähigkeit, zuzuschlagen, ist aber weiterhin vorhanden.

Hastige Umrüstung

Der jüngste Vorfall zeige aber auch, dass das neue Präsidentenflugzeug wohl hastig in Dienst gestellt worden sei, schlussfolgert die «New York Times». Trump hatte die ursprünglich für die katarische Herrscherfamilie ausgestattete Boeing nach seiner Rückkehr ins Weisse Haus persönlich als Übergangslösung ausgewählt.

Die beiden regulären Nachfolger der bisherigen Air Force One werden von Boeing seit Jahren mit erheblicher Verspätung gebaut. Trump wollte deshalb möglichst schnell ein modernes Flugzeug nutzen, rechtzeitig zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten am 4. Juli 2026.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das Flugzeug auf Wunsch des Präsidenten innerhalb von nur acht Monaten umgerüstet. Fachleute halten einen vollständigen Umbau normalerweise für ein mehrjähriges Projekt.

Trump habe nicht nur über Lackierung und Innenausstattung entschieden, sondern auch die vorgesehenen Sicherheits- und Kommunikationssysteme genehmigt. Gleichzeitig hätten die Ingenieure auf mehrere Komponenten verzichten müssen, die seit Jahrzehnten zur Standardausrüstung der Air Force One gehörten.

Zu den auffälligsten Unterschieden gehöre das Fehlen eines unteren Einstiegs mit integrierter Treppe, über den der Präsident auch an unsicheren Flughäfen geschützt ein- und aussteigen könnte. Ebenso fehlen gemäss der Auswertung öffentlich zugänglicher Fotos und Air-Force-Unterlagen offenbar Infrarot-Abwehrsysteme gegen wärmesuchende Flugkörper, zusätzliche Notstromaggregate sowie weitere Selbstschutzsysteme.

Welche anderen Verteidigungstechnologien installiert wurden, hält das Weisse Haus geheim. Es betont jedoch, die Maschine sei vollständig einsatzbereit und für Präsidentenflüge sicher. Der Zwischenfall in der Türkei deutet allerdings darauf hin, dass die Unterschiede zwischen altem und neuem Präsidentenflugzeug im Ernstfall eine Rolle spielen.

Die schnelle Umrüstung hatte noch weitere Folgen. Nach Recherchen der Zeitung kostete das Projekt deutlich mehr als die offiziell genannten rund 400 Millionen Dollar für den Umbau. Hinzu kamen zusätzliche Ausgaben für Pilotenausbildung, Trainingsflugzeuge und weitere Beschaffungen. Teile der Finanzierung sollen über Mittel erfolgt sein, die ursprünglich für das Modernisierungsprogramm der amerikanischen Nuklearstreitkräfte vorgesehen waren. Demokratische Abgeordnete kritisieren deshalb den Mangel an Transparenz gegenüber dem Kongress.

Ein umstrittenes Geschenk

Auch die Annahme des Flugzeugs selbst bleibt politisch umstritten. Katar hatte die Luxusmaschine der US-Regierung überlassen, nachdem Trump wiederholt den schlechten Zustand der bisherigen Präsidentenflugzeuge kritisiert hatte. Kritiker sehen darin einen problematischen Präzedenzfall, weil ein ausländischer Staat dem amerikanischen Präsidenten ein Flugzeug im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar zur Verfügung stellte. Die Maschine soll nach dem Ende von Trumps Amtszeit an seine Präsidentenbibliothek übergehen.

Inzwischen hat das Weisse Haus angekündigt, die neue Air Force One bereits im Herbst erneut ausser Dienst zu stellen. Das Flugzeug solle zusätzliche «Upgrades und Verbesserungen» erhalten. Welche Systeme nachgerüstet werden, bleibt geheim.

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