Zu heiß zum Spielen: Murmeltiere in den Alpen bereiten Forschern Sorgen


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Wenn die Sonne über den Alpen brennt, wird es selbst den Murmeltieren zu viel. Statt über die Wiesen zu tollen und miteinander zu spielen, ziehen sich die Tiere bei steigenden Temperaturen zunehmend zurück. Forscher haben nun beobachtet, dass die Hitze das Sozialverhalten der Murmeltiere deutlich verändert – und damit möglicherweise schon früh Folgen für ihre Entwicklung und langfristig sogar für ihr Überleben haben könnte.

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Die Beobachtungen stammen aus dem Forschungsgebiet in Italiens Valsavarenche-Tal, im Nationalpark Gran Paradiso. Dort
untersuchen Wissenschaftler seit Jahren das Leben der Alpenmurmeltiere. Die neue Studie wurde im Fachjournal „Animal
Behaviour“ veröffentlicht. Für die Untersuchung beobachteten die Forscher zwischen Juni 2023 und Juni 2025 insgesamt 83 Murmeltiere aus 14 Familiengruppen. Während insgesamt 189 Stunden registrierten sie 667 soziale Interaktionen der Tiere.

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Hitze beeinträchtigt Spielverhalten: Darum ist es für Murmeltiere so wichtig

Besonders auffällig war dabei das Spielverhalten. Es ist vor allem für junge Murmeltiere wichtig und nimmt mit steigenden Temperaturen deutlich ab. Am aktivsten spielten die Tiere bei einer Temperatur von etwa 12,8 Grad Celsius. Danach ging die Aktivität rasch zurück. Bei Temperaturen von mehr als 21 Grad war das Spielen nahezu vollständig verschwunden. Für die Wissenschaftler ist das mehr als eine kuriose Reaktion auf heiße Sommertage. Denn Spielen erfüllt bei jungen Murmeltieren wichtige Funktionen. Dabei trainieren sie ihre Bewegungen, lernen den Umgang mit anderen Tieren und entwickeln
soziale Fähigkeiten.

Wenn die Tiere aufgrund zunehmender Hitze über längere Zeit weniger spielen, könnte das deshalb Folgen haben, die weit über die unmittelbare Belastung durch hohe Temperaturen hinausgehen. Nach Einschätzung der Forscher könnte sich die Entwicklung junger Murmeltiere verändern. Auch Verhaltensweisen, die später im Leben eine Rolle spielen, könnten betroffen sein – etwa die Verteidigung des eigenen Reviers oder die Fortpflanzung.

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Klimawandel verändert das Leben der Murmeltiere

Die Studie zeigt damit eine möglicherweise besonders frühe und bislang wenig sichtbare Folge des Klimawandels. Hohe Temperaturen müssen nicht erst zu Todesfällen oder einem Rückgang der Population führen, um das Leben der Tiere zu verändern. Bereits zuvor können sie beeinflussen, wie Tiere ihre Zeit verbringen, wann sie aktiv sind und wie sie
miteinander umgehen. Die Forscher weisen auf einen möglichen langfristigen Mechanismus hin: Veränderungen im Verhalten könnten bereits einsetzen, bevor Auswirkungen auf Überleben, Fortpflanzung oder die Größe einer Population messbar werden.

Murmeltiere gehören zum Aushängeschild der Alpen: Die mittelgroßen Nagetiere leben vor allem in Gebirgsregionen. Das Alpenmurmeltier ist ein kräftig gebautes Tier mit dichtem Fell und kurzen Beinen. Es lebt in Familiengruppen und gräbt weitverzweigte Baue, in denen es auch den Winter verbringt. Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern und sind besonders für ihren lauten Warnpfiff bekannt. Bei Gefahr können sie damit ihre Artgenossen alarmieren.