Zuflucht bei Kommissar Leon


Stand: 13.10.2026, 14:00 Uhr

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Auch bei der Hilfe-Insel der Firma Blaurock bei Ursula Ertel (Mitte) machen die Kinder mit Leon Station.

Auch bei der Hilfe-Insel der Firma Blaurock bei Ursula Ertel (Mitte) machen die Kinder mit Kommissar Leon Station. © Katja Schuricht

Aktion der Polizei: Kinder der Grundschule Köppern besuchen Hilfe-Inseln im Stadtteil.

Köppern – Ohne Begrüßung per Handschlag geht nichts: Zu begeistert sind die Schülerinnen und Schüler der E2a und E2b der Köpperner Grundschule von dem knapp zwei Meter großen Kommissar mit dem freundlichen Gesicht, der sie jüngst zu einer besonderen Mission von der Schule abgeholt hat.

„Leon“, so heißt der sympathische Löwe aus Plüsch, ist Teil einer Aktion der hessischen Polizei. Er soll Kindern als vertrauenswürdiges Maskottchen und Pate zur Seite stehen. In dem Kostüm steckt an diesem Tag Malte Schäfer, Personalbeauftragter der Schutzpolizei Bad Homburg. Er ist gemeinsam mit Nicole Meier, Präventionsbeauftragte der Polizeidirektion Bad Homburg, Bürgermeister Lars Keitel (Grüne) sowie Maximilian Zissler vom städtischen Jugendbüro an die Grundschule gekommen. „Wir wollen die Aktion der Hilfe-Inseln, die es entlang des Schulwegs in Köppern, aber auch in allen anderen Stadtteilen gibt, wieder mehr ins Bewusstsein rücken“, schildert Zissler.

In Zusammenarbeit mit der Polizeidienststelle Bad Homburg wurden in Friedrichsdorf schon 2014 entlang der Schulwege sogenannte Leon-Hilfeinseln eingerichtet. Zissler hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Liste aller Teilnehmer durchzusehen und auf den aktuellen Stand zu bringen. „Oft haben sich auch die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Geschäften geändert“, so Zissler. Deshalb sei jetzt ein guter Zeitpunkt für eine Wiederauffrischung.

Damit verbunden ist die gemeinsame Aktion mit der Polizei, um die Grundschüler für das Thema zu sensibilisieren. „Die Leon-Hilfe-Inseln dienen als Anlaufstelle in Notsituationen und richten sich vor allem an Kinder, aber auch an Jugendliche und Erwachsene, die sich in Not befinden“, informiert Zissler. Denn: Der Schulweg oder der Weg zum Spielplatz ist für Kinder ein großes Abenteuer, bei dem aber auch mal etwas Unvorhergesehenes passieren kann.

In all diesen Situationen, beispielsweise wenn man unterwegs den Schlüssel verliert, sich verläuft, hinfällt oder sich plötzlich unwohl oder bedroht fühlt, kommt der Kinderkommissar ins Spiel: Er zeigt ihnen, wo sie im Alltag schnell und unkompliziert Hilfe finden: auf den Leon-Hilfeinseln.

Dahinter stecken Geschäfte, Apotheken, Banken oder andere öffentliche Einrichtungen wie Kitas und Schulen, die direkt an den täglichen Wegen der Kinder gelegen sind. „Diese Hilfe-Inseln erkennt ihr ganz leicht“, meint Nicole Meier. „Überall, wo ihr Hilfe bekommt, seht ihr am Schaufenster oder an der Eingangstür einen gelben Aufkleber mit dem Gesicht von Kinderkommissar Leon.“ Er klebt im Schaufenster oder an der Eingangstür.

Die Stadt hat die beteiligten Geschäfte gemeinsam mit der Polizei ausgewählt. Alle Leon-Hilfe-Inseln sind ebenerdig erreichbar, gut einsehbar und direkt an der Straße gelegen. Die jeweiligen Mitarbeiter haben einen Notfallplan bekommen, um die örtlich zuständige Polizei, Rettungsdienste oder die Schule zu informieren.

Gemeinsam mit Leon erkunden die Grundschüler die Hilfe-Inseln, die es in Köppern gibt.

Gemeinsam mit Kommissar Leon erkunden die Grundschüler die Hilfe-Inseln, die es in Köppern gibt. © Katja Schuricht

„Wir haben in Köppern die Hilfe-Inseln überarbeitet und erweitert. Wir freuen uns, dass es diese Aktion gibt, damit ihr euch fit und sicher durch Köppern bewegen könnt“, richtet sich Bürgermeister Keitel an die Kinder. Er begleitet die Schüler gemeinsam mit Kinderkommissar Leon, Nicole Meier und Maximilian Zissler bei der kleinen Tour durch die Straßen, um die Hilfe-Inseln genauer zu begutachten. „Wir gehen jetzt zu allen Hilfe-Inseln, damit die Schülerinnen und Schüler nicht nur wissen, wo sie Hilfe bekommen, sondern auch, damit sie die Leute, die dort arbeiten, mal gesehen haben“, erläutert Zissler.

Eine erste Leon-Hilfeinsel in Köppern ist nicht nur die Grundschule selbst, sondern auch gleich direkt gegenüber, in Pinocchios Wintergarten am Fritz-Levermann-Platz. Auch die Eisdiele, die Honighalle oder das Verkaufsbüro der Firma Blaurock (alle in der Köpperner Straße) sind eine Leon-Hilfeinsel. „Wir sind schon von Anfang an bei der Aktion dabei“, berichtet Ursula Ertel von der Firma Blaurock. „Wir haben jetzt das Schild mit dem Kinderkommissar in unserem Schaufenster auch erneuert, das alte war schon verblasst“, fügt sie hinzu. Eine Übersicht über alle an den Leon-Hilfe-Inseln teilnehmenden Geschäfte und Institutionen ist auf der Homepage der Stadt Friedrichsdorf zu finden.