Zum Alzheimertag: Tipps für den Umgang mit Demenzerkrankten


Stand: 18.09.2026, 18:29 Uhr

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Jeden Tag erkranken in Deutschland mehr als 100 Menschen neu an Demenz. Alzheimer und Co. sind für viele Angehörige eine Horrorvorstellung. Doch es gibt Hilfen.

Bonn – Das Leben mit einer Demenz-Erkrankung bringt viele Veränderungen und Probleme mit sich. Es gibt einige Strategien, die Betroffenen und ihren Angehörigen dabei helfen, den Alltag zu erleichtern. Ein Überblick zum Weltalzheimertag am 21. September.

Artikel der KNA

Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Wo immer möglich, sollten Gedächtnisstützen und Erinnerungshilfen genutzt werden. Arzttermine, Geburtstage oder andere wichtige Daten können in einem Kalender notiert werden. Gut sichtbar aufgehängte Notizzettel erleichtern das Erinnern.

Eine beleuchtete kleine Tafel für Demenzerkrankte mit der Angabe JETZT IST ES MITTWOCH NACHMITTAG

Haushaltshilfen für Demenzerkrankte können eine wichtige Stütze für Betroffene sein. © Harald Oppitz/KNA

Auch die Erinnerungsfunktion des Handys kann eine sinnvolle Hilfe sein. Oder eine vertraute Person übernimmt das Erinnern an Termine. An einem festen Ort in der Wohnung können wichtige Informationen auf einer abwischbaren Tafel notiert werden.

Feste Orte für die Ablage wichtiger Dinge definieren

Für wichtige Gegenstände wie den Schlüssel, die Brille oder das Portemonnaie kann man feste Plätze definieren, an denen sie aufbewahrt werden.

Feste Tages- und Wochenstrukturen einführen

Immer wiederkehrende Abläufe zu bestimmten Zeiten geben Sicherheit. Regelmäßige Termine können in einen Tages- oder Wochenplan eingetragen werden. Zur Erleichterung der Selbstständigkeit kann der Plan auch Hinweise dazu enthalten, welche Dinge für einen Termin benötigt werden.

Den Haushalt übersichtlicher gestalten

Oft sammeln sich im Laufe der Zeit viele Dinge an, die kaum genutzt werden, aber die Schränke unübersichtlicher machen. Überlegen Sie gemeinsam, auf welche Dinge Sie verzichten können. Das können Küchenutensilien sein, Ziergegenstände oder auch Möbel. Sehen Sie Ihre Kleiderschränke durch. Was nicht mehr passt oder gefällt, sortieren Sie einfach aus.

Den Alltag vereinfachen

Auch wenn vieles schwieriger wird, gibt es Möglichkeiten, Selbstständigkeit bei Alltagsdingen zu erhalten. Wenn das Kochen nach aufwendigen Rezepten nicht mehr klappt, können es sicherlich einfache Gerichte sein. Statt täglich selbst zu kochen, können es auch Fertiggerichte sein, die sich leicht erwärmen lassen.

Gemeinsam mit Freunden oder Familie zu kochen, macht Spaß und es kann jeder etwas beitragen. Komplizierte Haushaltsgeräte können vielleicht durch einfachere ersetzt werden. Beim Telefonieren hilft ein sogenanntes Seniorenhandy oder ein Festnetztelefon mit großen Tasten.

Für Sicherheit sorgen

Menschen mit Demenz verlieren manchmal die Orientierung und finden nicht mehr nach Hause. Für Helfende wird es leichter, sie zurückzubringen, wenn Erkrankte ein Kärtchen mit ihrer Adresse bzw. einer Kontakt-Telefonnummer in der Tasche oder auch einen Aufkleber/Einnäher in der Kleidung tragen. In manchen Fällen kann auch ein GPS-Ortungssystem hilfreich sein.

In der Wohnung sollten Stolperfallen wie lose Teppiche mit hochstehenden Ecken oder herumliegende Kabel entfernt werden. Achten Sie auf einen rutschfesten Bodenbelag, insbesondere im Bad. Schließen Sie gefährliche Stoffe wie Putzmittel weg. Sorgen Sie für eine gute Beleuchtung – auch in den Ecken.

Für den Notfall vorsorgen

Überlegen Sie, wer in einer Notsituation einspringen und alles Notwendige organisieren kann. Das kann jemand aus der Familie oder im Freundeskreis sein. Wenn es im privaten Umfeld niemanden gibt, kann vielleicht auch eine ehrenamtliche Betreuungsperson als erste Ansprechperson fungieren.

Fertigen Sie eine Liste mit wichtigen Telefonnummern und Informationen an und platzieren Sie sie möglichst gut sichtbar, zum Beispiel neben dem Telefon. Die Liste sollte die Nummern von Unterstützungspersonen und des Hausarztes enthalten. Außerdem sind Angaben zu wichtigen Medikamenten, Vorsorge- und Patientenverfügung wichtig, sowie die Kontaktdaten des Pflegedienstes oder der Tagespflege.

Offen mit der Krankheit umgehen

In der Öffentlichkeit können sich immer wieder Situationen ergeben, die Außenstehende irritieren. Menschen mit Demenz haben vielleicht Schwierigkeiten, sich zu orientieren, die richtigen Worte zu finden oder sich an übliche Regeln zu halten. Die meisten Menschen reagieren darauf mit Verständnis und Hilfsbereitschaft, wenn sie die Ursache für ein ungewöhnliches Verhalten kennen.

Betroffene nicht korrigieren

Im Kontakt mit an Demenz erkrankten Personen möchte das Umfeld möglicherweise merkwürdig anmutende Handlungen oder Äußerungen sofort unterbinden, das Gesagte korrigieren, sie ablenken oder vertrösten. Das sollte man unterlassen.

Tempo rausnehmen

An Demenz Erkrankte benötigen Zeit, um Informationen aufzunehmen. Deshalb sollte das Gegenüber sein Sprechtempo anpassen, sich langsam und deutlich artikulieren und nur wenige Informationen auf einmal mitteilen. Auch kürzere Sätze helfen dem Gegenüber, das Gesagte zu verstehen und darauf überhaupt reagieren zu können.

Konkrete Fragen

Fragen wie „Was möchtest Du essen?“ können an Demenz erkrankte Menschen überfordern, wenn sie bestimmte Lebensmittel gar nicht mehr benennen können. Besser sind konkrete Fragen wie „Möchtest Du ein Stück Kuchen?“, „Hast Du Lust auf einen Apfel?“ Das erleichtert es den Betroffenen, ihre Wünsche mitzuteilen. Mit offenen Fragen, die beispielsweise mit „Warum“, „Weshalb“, „Wo“, „Wie“ und „Was“ anfangen, können viele nichts mehr anfangen.

Körpersprache

Um in guten Kontakt zu kommen, zählen nicht nur die richtigen Worte und ein ruhiges Sprechtempo, sondern auch die Körpersprache: Blickkontakt, eine zugewandte Körperhaltung, bei vertrauten Menschen auch Körperkontakt – etwa das Berühren der Hand oder des Unterarms. Zudem sollten Menschen nicht von hinten angesprochen werden.

Brücken bauen

Bei fortschreitender Demenz lässt das Gedächtnis immer mehr nach, fallen Betroffenen mitunter auch die Namen der eigenen Kinder nicht ein. Statt enttäuscht und gekränkt zu reagieren, sollten diese dem Erkrankten eine Brücke bauen. Sätze wie „Hallo Mama, hier ist Deine Susanne“ bringen ihn nicht in Verlegenheit und stellen ihn nicht bloß.