Zwischenwahlen in den USA: Oberstes US-Gericht blockiert Neuzuschnitt der Wahlkreise in Missouri


Republikaner in Missouri wollten mit dem Neuzuschnitt der Wahlkreise ein zusätzliches Mandat im Repräsentantenhaus gewinnen. Der Supreme Court blockiert das erneut.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters,

lk

Aktualisiert am 10. September 2026, 18:01 Uhr

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Proteste im Missouri State Capitol: Der Vorstoß sollte den US-Republikanern einen zusätzlichen Sitz im Repräsentantenhaus sichern. © Michael Thomas/​Getty Images

Der Oberste Gerichtshof der USA hat erneut einen Vorstoß zurückgewiesen, von Präsident Donald Trump unterstützte Wahlkreisgrenzen im Bundesstaat Missouri zu verwenden. Damit gelten bei den Zwischenwahlen zum US-Repräsentantenhaus im November vorerst die bisherigen Grenzen. Zuvor hatte ein Bundesrichter den Einsatz einer neuen Wahlkreiskarte in Missouri angeordnet. Gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes kann noch Berufung eingelegt werden. 

Die neue Karte war von Republikanern entworfen worden und sollte der Partei helfen, einen zusätzlichen Sitz im Repräsentantenhaus zu gewinnen. Sie löste den Wahlkreis des langjährigen demokratischen Abgeordneten Emanuel Cleaver in Kansas City auf und war bereits bei den Vorwahlen im August verwendet worden. Präsident Donald Trump hatte die Neuziehung unterstützt.

Der Oberste Gerichtshof von Missouri hatte den Neuzuschnitt zuvor blockiert und entschieden, dass die neue Karte erst nach Zustimmung in einer Volksabstimmung in Kraft treten darf. Die zuständigen Behörden wurden zu einer Anhörung geladen, weil sie die nachgeordneten Wahlbehörden trotz dieser Entscheidung zur Verwendung der neuen Karte angewiesen haben sollen. Die Anhörung begann erst nach dem Beschluss des Supreme Court. Die Anordnung des Bundesrichters Stephen Clark stand dieser Entscheidung entgegen.

Republikaner hoffen, Mehrheit im Repräsentantenhaus zu verteidigen

Für die Wählerinnen und Wähler in Missouri bleibt die Lage wegen der gegensätzlichen Gerichtsentscheidungen unübersichtlich. Der Rechtsstreit geht weiter. Es wird mit einem Berufungsverfahren gerechnet, auch eine erneute Befassung des Supreme Court ist möglich.

Am 3. November werden das Repräsentantenhaus und ein Teil des Senats neu besetzt. Die Republikaner verfügen im US-Repräsentantenhaus über eine knappe Mehrheit von 219 zu 214 Sitzen. Darunter ist ein unabhängiger Abgeordneter, der mit den Republikanern zusammenarbeitet.