1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach heute live: Kapitän Tim Kleindienst nicht im Kader
Stand: 11.10.2026, 14:47 Uhr
Für Köln und Borussia Mönchengladbach steht das wichtigste Spiel des Jahres an. Zudem ist die Lage vor dem Rheinderby bei beiden Klubs angespannt. Der Live-Ticker.
Update, 14.35 Uhr: Die Aufstellungen der beiden Teams sind da. Die Borussia startet wie gewohnt mit Moritz Nicolas im Tor. Davor die Dreierkette aus Daiki Hashioka, Jan Leszczynski und Kevin Diks. Die Schienen werden von Joe Scally und Lukas Ullrich beackert. Die Zentrale verwalten Florian Neuhaus und Philipp Sander. Eine Reihe weiter vorne starten Hugo Bolin und Robin Hack. Ganz vorne beginnt Isac Lidberg. Kapitän Tim Kleindienst steht nicht im Kader.
Die Startelf der Borussia aus Mönchengladbach: Nicolas – Hashioka, Leszczynski, Diks – Scally, Neuhaus, Sander, Ullrich, Bolin, Hack – Lidberg
Die erste Elf der Kölner Gastgeber: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Sosa – Skhiri, Johannesson – Maina, Moore, S. El Mala – Bülter
Erstmeldung: Am heutigen Sonntagnachmittag (alle TV-News) empfängt der 1. FC Köln im RheinEnergieSTADION Borussia Mönchengladbach. Es ist das 101. Bundesliga-Aufeinandertreffen der beiden rheinischen Rivalen und beide Klubs stehen unter Druck. Gladbach reist als Schlusslicht der Liga ohne einen einzigen Punkt an. Köln hat nach vier Spieltagen erst vier Zähler gesammelt.

Das Spiel hat eine besondere Brisanz. Die Borussen haben bereits die Reißleine gezogen und Coach Eugen Polanski vor der Länderspielpause entlassen. Gladbachs neuer Trainer Alexander Blessin feiert seinen Einstand. Auf der anderen Seite steht René Wagner, der mit dem FC bislang hinter den Erwartungen geblieben ist und ebenfalls nicht vollkommen sicher im Sattel sitzt. Für beide Übungsleiter geht es um mehr als drei Punkte.
Blessins Debüt im Rheinderby unter maximalem Erfolgszwang
Alexander Blessin übernahm die Borussia nach einem historisch schlechten Saisonstart. Die Fohlen haben erstmals seit 2015/16 die ersten vier Bundesligaspiele einer Saison verloren. 16 Gegentore kassierten sie dabei – sieben davon allein in der Schlussviertelstunde. Zudem beging Gladbach ligaweit die meisten Fouls (59) und sah elf Gelbe Karten sowie einen Platzverweis.
Blessin hatte nun drei Wochen Länderspielpause, um seine Ideen zu vermitteln. Der 53-Jährige ist bekannt als herausragender Defensivcoach. Bei seinem vorherigen Klub FC St. Pauli stellte er im ersten Bundesliga-Jahr hinter dem FC Bayern die zweitbeste Defensive der Liga. Ob er diese Handschrift bereits im Derby zeigen kann, ist offen. Blessin selbst gibt sich kämpferisch: „Das Derby kann für uns eine Initialzündung sein. Genau das wollen wir für uns nutzen.“
Angreifer Robin Hack sieht das Potenzial des Spiels ebenfalls: „Wenn man solche Spiele positiv gestaltet, kann das sehr schnell auf die Fans und das Umfeld überspringen und wieder ein bisschen Euphorie erzeugen. Das kann auch für die Wochen danach wichtig sein.“ Die historische Parallele gibt den Gladbachern dabei zumindest einen Funken Hoffnung. In der Saison 2010/11 reiste die Borussia in beiden Derbys als Schlusslicht an – und gewann auswärts mit 4:0.
Der 1. FC Köln geht als Favorit in das Derby. Seit Oktober 2020 ist der FC zuhause gegen die Fohlen ungeschlagen. Das sind vier Spiele in Serie ohne Niederlage im RheinEnergieSTADION gegen den Nachbarn. In drei der vier letzten Heimspiele gegen Gladbach erzielte der FC mindestens drei Tore.
Allerdings plagen den FC erhebliche Personalsorgen im Sturm. Sowohl Ragnar Ache als auch Thijs Dallinga haben sich im Testspiel gegen Viktoria Köln verletzt. Beide fallen bis auf Weiteres aus. Wagner muss nun improvisieren: „Jetzt müssen wir schauen, dass wir die beste Kombination finden an Spielern, die offensiv gefährlich werden können.“ Als Optionen nennt der Trainer Burak Ince sowie Said El Mala in der vordersten Reihe.
Köln mit Heimstärke, aber ohne Stoßstürmer
Wagner gibt sich dabei pragmatisch: „Am Ende wollen wir Tore schießen, da ist es scheißegal, wer in der Box ankommt. Hauptsache am Ende macht einer die Tore.“ Auch die eigene Defensive gibt Anlass zur Sorge. Vier der neun Kölner Gegentore fielen nach Standardsituationen – ligaweit der höchste Wert. Gladbach wiederum erarbeitete sich bislang 27 Eckbälle und kam dabei zu elf Torschüssen nach Ecken. Das könnte zum entscheidenden Faktor werden.
Das Rheinderby hat eine lange Geschichte voller Dramatik. Die Gesamtbilanz spricht wiederum klar für die Borussia: 53 Siege stehen 28 Niederlagen gegenüber, dazu kommen 19 Unentschieden. Auch Trainer-Schicksale wurden in diesem Derby oft besiegelt. Lucien Favre warf 2015 nach einer 0:1-Niederlage in der Domstadt das Handtuch. Gerd vom Bruch und Jos Luhukay verloren nach Derby-Niederlagen ihren Posten. Das letzte Aufeinandertreffen im März endete 3:3 – und kostete den damaligen FC-Coach Lukas Kwasniok den Job.
Ein Schicksal, das Köln-Coach Rene Wagner umgehen will. Für ihn ist die Bedeutung des Spiels klar: „Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Für die Stadt, für die Fans, aber auch für uns selber“, sagte der 38-Jährige. Und er ließ keinen Zweifel an der Marschroute: „Vollgas zum Derbysieg, und nichts anderes zählt für uns!“ (hbr)