10 Jahre ELI: Vom Zankapfel zum Liebkind der Liezener?
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Im Oktober 2016 öffnete das Einkaufszentrum an der B 320 seine Pforten. Dem gingen viele Diskussionen voran. Heute ist das ELI für die meisten aus Liezen nicht mehr wegzudenken.
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vor 54 Minuten
3. Oktober 2026 um 06:00
Liezen (Gemeinde)Handel
Musik, ein buntes Kinderprogramm und eine große Verlosung: Am Samstag wird im ELI gefeiert. Der Grund? Vor zehn Jahren, ganz genau am 13. Oktober 2016, öffnete das südlich der B 320 gelegene Einkaufszentrum seine Pforten – und wurde im Lauf der Jahre zu dem Erfolg, den sich die Betreiber erhofft hatten. „Es ist uns gelungen, tausende neue Kunden in die Einkaufsstadt Liezen zu bringen“, so Stefan Rutter, einer der beiden Geschäftsführer der Betreiberfirma, rückblickend.
Ist der Slogan „Alle lieben ELI“, mit dem das Shoppingcenter seit den Anfangstagen wirbt, also tatsächlich mehr, als nur eine leere Worthülse? Heute ist es möglicherweise tatsächlich das im Titel erwähnte „Liebkind“ vieler, aber in den Jahren, die der Eröffnung vorangingen, war dem definitiv nicht so. In Liezen wurde über das Projekt kontrovers diskutiert.

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Von Notwendigkeit überzeugt
Erste entsprechende Pläne wurden in Liezen ab 2012 gewälzt. Dafür sprach sich vor allem die SPÖ, die damals eine absolute Mehrheit im Gemeinderat hatte, aus. „Ich war überzeugt, dass die Stadt ein neues Einkaufszentrum braucht“, erinnert sich der damalige Bürgermeister Rudolf Hakel. Besonders wichtig sei, wurde immer wieder betont, dass wieder ein großer Elektronikfachmarkt nach Liezen komme. Bis 2010 gab es einen solchen mit Cosmos in der Arkade, dann aber schlitterte die Fachmarktkette in den Konkurs.

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Freilich habe es auch Gegenwind gegeben. In den Jahren bis hin zum Bau und schließlich zur Fertigstellung habe er in der Kritik verschiedenster Gruppen gestanden, so der heutige Altbürgermeister. Er habe das aber „durchgestanden“ und heute zeige sich, dass „die Entscheidung richtig war“. Das Shoppingcenter erfreue sich großer Beliebtheit, sogar einstige Gegner hätten ihn später angesprochen und gesagt: „Gott sei Dank haben wir das ELI!“
Exodus der Betriebe befürchtet
Auf gemeindepolitischer Ebene trat vor allem die ÖVP als Kritikerin auf. In einer Gemeinderatssitzung 2013 äußerte sie etwa die Befürchtung, dass es „zu einem Exodus der Klein- und Mittelbetriebe aus der Innenstadt“ kommen werde, und beantragte eine Bürgerbefragung. „Es ist arrogant und überheblich, dass derartige Entscheidungen über die Köpfe der Liezener hinweg getroffen werden“, meinte der damalige schwarze Vizebürgermeister Rudolf Mayer. Der Antrag wurde jedoch mit den Stimmen der SPÖ, der Bürgerliste LIEB und der FPÖ abgelehnt.

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„Wir haben Bedenken wegen des Standorts gehabt“, blickt Egon Gojer, ab 2015 Fraktionsführer und Vizebürgermeister, zurück. Ihnen sei ein Standort nördlich der B 320 vorgeschwebt, am Hervis-Parkplatz. „Wir waren aber nie gegen das ELI“, betont er. Als die Würfel schließlich gefallen seien, habe man das akzeptiert und konstruktiv mitgearbeitet. Denn: „Uns war klar, das ELI muss ein Erfolg werden, sonst hat Liezen ein Problem.“
Weitere Standortbedenken
In die Diskussion um das ELI brachte sich 2013 auch das Stadtmarketing ein. „Als aufgekommen ist, dass ein großes Einkaufszentrum nach Liezen kommen soll, und zwar an der Peripherie, südlich der B 320, haben wir uns gefragt, ob das gut ist für die Innenstadt“, rekapituliert dessen damaliger Geschäftsführer Hartwig Strobl. Als Verfechter der Ortskernentwicklung sei man zum Entschluss gekommen, dass dem nicht so sei.
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Mit einem „Kreativansatz“, der „Visualisierung einer Idee“, habe man deshalb eine Standortdiskussion anregen wollen. Diese medial verbreitete Skizze zeigte einen Überbau aus Stahl und Glas, der die heute nicht mehr bestehende Kastner-&-Öhler-Filiale am Bahnhofweg, die Arkade und das Eurospar-Gebäude verbindet. Wie Gojer betont auch Strobl, dass man nie gegen das ELI an sich gewesen sei, auch wenn dem Stadtmarketing das in dieser Zeit vorgeworfen worden sei.
Zur Standortdiskussion erklärt Altbürgermeister Hakel, dass auch er die Errichtung nördlich der B 320 bevorzugt hätte. Man habe etwa den Bereich der Baubezirksleitung im Visier gehabt, eine Lösung dort sei aber an den Grundeigentümern gescheitert. Schade für die Innenstadt, meint Strobl, denn der Handel sei aus dieser mittlerweile fast vollständig verschwunden – nicht nur, aber auch wegen der damaligen Weichenstellung in der Standortfrage.
„Gegner sitzen in China“
Wie aber gingen die Projektentwickler damals mit den Sorgen der Kritiker um? Hat man sie ernst genommen oder unter „normalem Gegenwind“ verbucht? „Wir haben die Sorgen damals selbstverständlich ernst genommen“, sagt Rutter. Mittlerweile gehe es aber schon lange nicht mehr um die Konkurrenz zwischen Stadtteilen: „Unsere Gegner sitzen in China. Temu, Shein und Co agieren schonungslos und zerstörerisch. Wir stehen diesen Online-Giganten ohnmächtig gegenüber.“
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Weil das ELI aber nicht nur ein erfolgreiches Einkaufszentrum, sondern auch Treffpunkt geworden sei, blicke man dennoch optimistisch in die Zukunft. Man arbeite hart daran, das Angebot laufend zu verbessern. Man dürfe sich „in den nächsten Jahren auf viele coole Marken und Konzepte freuen“, verspricht Rutter. Für diese Zukunft wünscht auch die aktuelle Stadtchefin Andrea Heinrich dem ELI weiterhin viel Erfolg, sei dieses doch „eine wichtige Bereicherung für den Handel und das gesamte Angebot in unserer Stadt geworden“.