1600 Stunden Arbeit: Jugendrotkreuz feiert Premiere von „Die Pfeffermühlen 2"
Stand: 18.07.2026, 18:00 Uhr
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Das Jugendrotkreuz Weilheim-Schongau hat seinen zweiten Film fertiggestellt. 140 Besucher sahen das Werk über Kinderarmut in Deutschland im Kino.
Landkreis – Roter Teppich, Popcornduft, tiefe Emotionen auf der Leinwand: Es war alles geboten, was zu einer richtigen Premiere dazugehört. Stolz liefen die Darsteller und die Filmemacher des Jugendrotkreuz Weilheim-Schongau durchs Foyer des Kino Breitwand in Starnberg und posierten für Fotos. Auf das, was die rund 140 Besucher kurz danach zu sehen bekamen, waren sie sichtlich stolz: „Die Pfeffermühlen 2“ heißt ihr neuer Film.

Dieser schlägt laut Regisseur Daniel Illich deutlich tiefgründigere und gesellschaftskritischere Töne an als sein Vorgänger. Er widmet sich dem Thema „Kinderarmut in Deutschland“ – und was diese mit Buben und Mädchen macht. Was es bedeutet, wenn das Geld für Schulausflüge, Hobbys oder Vereinsmitgliedschaften fehlt. Wenn Kinder das Gefühl beschleicht, nicht dazuzugehören und scheinbar nicht zu genügen. „Die schlimmste Facette von Kinderarmut“, sagt Illich. Durch intensives Spiel hätten die Darsteller dem Thema ein Gesicht gegeben. „Das Besondere: Das gesamte Ensemble agierte komplett ohne professionelle Schauspielhintergründe“, sagt Illich.
Film bald auf Youtube zu sehen
Die vier Hauptrollen übernahmen erneut Amelie (15 Jahre, Rolle Coko), Kim (13, Zoe), Amélie (12, Matilda) und Sophia (11, Lena). „Wenn ich jetzt auf euch vier schaue, muss ich ehrlich sein: Es war manchmal auch echt anstrengend mit euch! Warum? Weil ihr seit Teil eins zu echten Freundinnen zusammengewachsen seid und die Schüchternheit komplett verloren habt“, sagte Illich bei der Premiere schmunzelnd. „Ihr habt am Set gequatscht und gelacht. Dennoch war jeder einzelne Drehtag mit euch eine große Freude.“
Doch die Zeit, bis der 40-minütige Film fertig war, war intensiv. Nach der Veröffentlichung des ersten Teils im Januar 2025 ging es für das Team direkt weiter mit neuem Drehbuch und Locationsuche. Von Sommer bis Oktober 2025 wurde dann gedreht, ehe anschließend die aufwändige Produktion des Films anstand. „Insgesamt stecken gut 1600 Stunden ehrenamtliche Arbeit der Crew, des Casts und der Komparsen in den Jahren 2025 und 2026 in diesem Werk“, rechnete Illich vor, der mit Laurin Aebersold, Christian und Fiora Breme, Max Beyer und Fabian Heilbock das Team im Hintergrund bildete. „Zum Vergleich: Das ist so, als ob eine einzelne Person 65 Tage lang – Tag und Nacht, ohne eine einzige Sekunde Schlaf – komplett durcharbeitet. Das ist pure Leidenschaft fürs Ehrenamt!“
Der Hauptcast und die Macher der Pfeffermühlen gehören dabei tatsächlich alle dem Jugendrotkreuz an. Für manche Szenen wurden aber auch Komparsen ins Boot geholt. Gedreht wurde komplett im Landkreis. In Peißenberg gleich an mehreren Stellen – unter anderem in den Gärten von Illichs Eltern und seiner Schwester. Die Szenen am Wasser entstanden am Deutensee nördlich von Steingaden. Zudem war die Filmcrew in Böbing, Paterzell, Weilheim und Oderding unterwegs. „Mit dem Wetter hatten wir meistens Glück“, erinnert sich Illich. Mal tropfte es ein wenig, mal war es heiß, dann wieder ganz schön kalt – aber immer konnte gedreht werden.
Das Ergebnis davon sahen sich bei der Premiere auch einige Vertreter des Bayerischen Roten Kreuzes an. Allen voran Vizepräsident Andreas Hanna-Krahl, der auch für die Grünen im Landtag sitzt. Er betonte, dass das BRK zwar noch nie versucht habe, einen Film für die Oscars vorzuschlagen, man dies bei diesem Werk aber dringend tun sollte – und zwar in allen Kategorien: Regie, Kamera, Darstellerinnen. Besonders hob er hervor, wie wertvoll und fundiert das Thema vermittelt werde: nicht moralisierend von oben herab, sondern authentisch und sensibel aus der Perspektive der Kinder erzählt.
Zu sehen ist der Film schon bald auf Youtube. Dort ist auch schon der erste Teil zu finden. Ob es „Die Pfeffermühlen 3“ geben wird, will Illich noch nicht beantworten. „Da möchte ich mich jetzt noch nicht festlegen.“