200 kostenlose Events: Frankfurts Bürger-Universität startet ins Wintersemester
Stand: 15.10.2026, 08:00 Uhr
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Die Goethe-Universität Frankfurt öffnet ihr Programm für alle Interessierten – ohne Anmeldung und meist gratis. Hirnforschung trifft dabei auf Kammermusik, ein Exzellenzcluster auf Laborbegehungen.
Frankfurt – Wissenschaft erleben, gesellschaftliche Debatten verstehen und Kunst neu entdecken: Die Goethe-Universität Frankfurt lädt im Wintersemester mit ihrer Bürger-Universität zu rund 200 öffentlichen Veranstaltungen ein. Das Programm richtet sich ausdrücklich nicht nur an Studierenden, sondern an alle Interessierten. Vorträge, Diskussionen, Führungen und Workshops machen aktuelle Forschung zugänglich und schlagen Brücken zwischen Universität und Stadtgesellschaft.
Die Themen reichen von internationaler Sicherheit bis zur menschlichen Gesundheit. Wie kann eine wirksame Friedens- und Sicherheitspolitik aussehen? Welche Folgen hat künstliche Intelligenz für Denken, Handeln und Alltag? Welche Rolle spielen Gehirn und Umwelt beim Essverhalten von Menschen mit Adipositas? Und wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wasserverfügbarkeit aus? Solche Fragen zeigen, wie eng wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Herausforderungen des täglichen Lebens verbunden sind.
Auch ungewöhnliche Perspektiven gehören zum Frankfurter Programm. Besucher können sich mit den Polarregionen Arktis und Antarktis beschäftigen, Einblicke in die Rechtsphilosophie und Antisemitismusforschung erhalten oder den archäologischen Skulpturensaal bei einer Führung kennenlernen. Die dritte Monika-Schoeller-Dozentur für literarisches Übersetzen bietet Workshops mit der Übersetzerin Dagmara Kraus. Das Herz-Lungen-Exzellenzcluster ermöglicht eine Laborbegehung, während das Frobenius-Institut die Beziehungen zwischen Mensch und Pflanzen in den Mittelpunkt rückt.
Besonders aktuell sind die Veranstaltungen zum politischen Wandel. Bei den Römerberggesprächen am 24. Oktober steht der Aufstieg autoritärer und populistischer Parteien auf der Agenda. Auch Vortragsreihen des Instituts für Sozialforschung und des Fritz Bauer Instituts greifen diese Entwicklung auf. Damit bietet die Bürger-Universität Raum, politische Veränderungen wissenschaftlich einzuordnen und kontroverse gesellschaftliche Fragen zu diskutieren.
Niedrige Hürden für den Zugang
In Frankfurt treffen zudem Forschung und Kultur aufeinander. Die Veranstaltung „Hirngespinste“ verbindet Vorträge aus der Hirnforschung mit Kammermusik. Für die Ausstellung „DEEP FIELD. Die Vermessung des Unvorstellbaren“ im universitätseigenen Museum Giersch haben zwei Physikerinnen mitgewirkt. Beim Symposium „Zukunftsbilder“, das gemeinsam mit der Oper Frankfurt veranstaltet wird, diskutieren Wissenschaftler und Künstler über das Thema „Demokratie nach den Zeiten ihrer Regression“.
Die Bürger-Universität setzt auf Offenheit: Die Teilnahme ist in der Regel kostenlos und ohne vorherige Anmeldung möglich. Das gedruckte Programmheft liegt in öffentlichen Einrichtungen der Stadt aus. Alle Termine finden sich außerdem im Online-Kalender unter www.buerger.uni-frankfurt.de. Ein gedrucktes Exemplar kann per E-Mail an [email protected] bestellt werden.
Die Initiative hat in Frankfurt eine längere Tradition. Die erste Bürger-Universität fand 2008 statt – im selben Jahr, in dem die Goethe-Universität erneut zur Stiftungsuniversität wurde. Damit knüpfte sie an ihre Gründungsgeschichte an: 1914 hatten Frankfurter Bürger die Hochschule ins Leben gerufen. Mit dem aktuellen Wintersemester führt die Universität diesen Gedanken fort und macht wissenschaftliche Erkenntnisse für die breite Öffentlichkeit zugänglich.