Skarkes Hackentor erlöst Union nach Krimi gegen Eintracht Frankfurt
3:3 nach 1:3-Rückstand
Skarkes Hackentor erlöst Union nach Krimi gegen Eintracht Frankfurt
- Union Berlin holt Remis nach 1:3-Rückstand
- Younes Ebnoutalib erzielt dabei zwei Treffer in 51 Sekunden
- Schnellster Doppelpack seit 2009 - Bochums Mimoun Azouagh brauchte 47 Sekunden
- zwei Union-Treffer nach Eckbällen
- Tim Skarke erzielt Ausgleichstor in der Nachspielzeit
Der 1. FC Union Berlin hat zum Start in die neue Bundesliga-Saison ein Spektakel geboten und dabei einen Punkt geholt. Am Samstag spielten die Eisernen nach einem turbulenten Spiel gegen Eintracht Frankfurt 3:3 (1:2). In Erinnerung bleiben wird sowohl die furiose Anfangsphase mit drei frühen Treffern als auch die Schlussphase mit dem Berliner Ausgleichstor in der Nachspielzeit.
Auf die Führung der Gastgeber durch Emmanuel Latte Lath (3. Minute) antwortete Younes Ebnoutalib mit einem Doppelschlag (9., 10.). Im zweiten Durchgang baute Eboutalib durch seinen dritten Treffer die Gästeführung aus (67.) Leopold Querfeld machte die Partie mit einem Kopfballtor noch mal spannend (79.). In der Nachspielzeit sorgte Tim Skarke tatsächlich noch für den Ausgleich (90.+2).
"Man hat gesehen, als wir das 3:1 bekommen haben, dass wir nicht zurückstecken, mit welcher Energie wir trotzdem auf dem Platz stehen und weiter voran pushen", sagte der Ausgleichsschütze Skarke nach dem Spiel. "Dann sieht man, was passieren kann."
Union Berlin jubelt nur kurz
Dabei deutete zu Beginn wenig darauf hin, dass es für die Hausherren so eng werden würde. Die Fans hatten sich noch gar nicht warmgesungen, da durften sie schon den ersten Unioner Torerfolg der neuen Bundesliga-Saison bejubeln: In Erwartung eines Eckballs hielt Stürmer Emmanuel Latte Lath seinen Gegenspieler Raphael Onyedika mit geschickter Arm-Arbeit auf Abstand – und hatte dann freie Bahn, um wuchtig per Kopf zur frühen Führung einzunetzen (3.).
Ein denkwürdiger Frankfurter Doppelschlag ließ das Köpenicker Tollhaus verstummen. Nach einem missglücktem Klärungsversuch von Zeno van den Bosch im Anschluss an einen Eckball staubte Younes Ebnoutalib zum Ausgleich ab (9.).
Der nachfolgende Anstoß ging für die Unioner nach hinten los, weil Ebnoutalib erneut hellwach war: Unions Josip Juranovic brachte den Ball vom Mittelpunkt zu Leopold Querfeld, dem die Kugel bei der Annahme auf rätselhafte Weise versprang. Der Frankfurter Angreifer schnappte sich das Spielgerät, sprintete davon und überwand den Berliner Schlussmann Matheo Raab zum 2:1 aus Sicht der Hessen. Spiel gedreht in 51 Sekunden, Union im Frust.
Linienrichter muss ausgewechselt werden
Bezeugt wurde das Spektakel von einer veritablen Unioner Prominenz auf den Rängen, sicherlich zum Leidwesen des Trainers Mauro Lustrinelli: Der nach langer Verletzungspause immerhin wieder ins Training eingestiegene Torwart Frederik Rönnow, der Abwehr-Rückkehrer Marvin Friedrich sowie die Stürmer Oliver Burke und Andrej Ilic, sie alle nahmen auf der Tribüne Platz, und sahen von dort, wie die Begegnung nach rund einer halben Stunde die nächste Kuriosität parat hatte: Ein Assistent von Schiedsrichter Bastian Dankert konnte mutmaßlich wegen muskulärer Probleme am Oberschenkel nicht weitermachen und musste durch den vierten Offiziellen ausgetauscht werden. Nach der mehrminütigen Unterbrechung flachte die Begegnung bis zur Halbzeitpause ab.
Union schläfrig, 1:3 durch Ebnoutalib
Im zweiten Durchgang blieb die Elf des Trainers Mauro Lustirnelli den Beweis zunächst schuldig, wie genau sich die Unioner Spielweise seit seiner Ankunft verbessert habe: Statt schnellerem, zielgerichtetem Vorwärtsspiel, blieb die Offensive mau.
Stattdessen gab es erneut einen missratenen Klärungsversuch vorm eigenen Tor: Der eingewechselte Livan Burcu konnten den Ball im eigenen Sechzehner nicht kontrollieren, sodass er ihn direkt vor die Füße von Elias Baum spielte. Dessen Abschluss konnte Burcu noch blocken, bei Ebnoutalibs Nachschuss war die Köpenicker Hintermannschaft jedoch chancenlos. Der gebürtige Frankfurter stellte mit seinem dritten Treffer auf 1:3 aus Sicht der Hausherren (67.).
Skarke sorgt für Ekstase
Der Gegentreffer wirkte wie ein Weckruf für Union, plötzlich erzwangen sich die Gastgeber Torgelegenheiten. Juranovic' Distanz-Hammer konnte der neue Frankfurt-Keeper Noah Atubolu (von Freiburg geliehen) noch aus dem Winkel kratzen. Eine Minute später war er machtlos: Juranovic trat einen Eckball formvollendet auf den Kopf des einlaufenden Querfeld, der die Vorlage mit einem platzierten Kopfball zum 2:3 veredelte (79.). Damit ließ der Unglückrabe aus dem ersten Durchgang sein Team doch noch mal hoffen.
Danach kämpfte Union aufopferungsvoll, schnürte Frankfurt vor dem eigenen Strafraum ein. In der Nachspielzeit war wieder Querfeld im Fokus, als er den Ball per Kopf auf Tim Skarke passte. Mit dem Rücken zum Tor drückte Skarke den Ball per Hacke über die Linie (90.+2). Es folgte der Urschrei in der Alten Försterei: die Eisernen sicherten sich tatsächlich noch das 3:3-Unentschieden.
Das Spiel im Liveticker
Sendung: rbb|24, 29.08.2026, 15:15 Uhr
Audio: rbb|24, 29.08.2026, Jakob Rüger
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