Blaulichttag in Scheeßel: Retter zeigen ihr Können


Stand: 09.08.2026, 17:00 Uhr

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Feuerwehr zeigt Löschübung

Die Löschung eines Fettbrands: ein Höhepunkt unter den Vorführungen beim Blaulichttag in Scheeßel. © ULLA HEYNE

Feuerwehr, DLRG, Zoll und THW zeigten am Samstag beim Feuerwehrhaus ihre Einsatztechnik. Hunderte Besucher kamen – und das DRK musste Gewinne nachbestellen.

Scheeßel – Autos, die sich überschlagen, Verletzte, die hoch durch die Luft transportiert werden, und Drohnen, die unter Wasser nach Objekten gründeln – was normalerweise Schreckensszenarien wären, die man sich kaum ausmalen mag, sorgte am Samstag beim Blaulichttag beim Scheeßeler Feuerwehrhaus für beste Unterhaltung. Und das ist auch gewollt, zeigten doch zahlreiche Vereine, Gruppen und Institutionen aus den „Blaulichtberufen“ ihre Leistungen, die sonst nur im Einsatzfall zur Anwendung kommen. Doch nicht nur um Unterhaltung ging es am Samstag auf Einladung der ehrenamtlichen Organisatoren der Freiwilligen Feuerwehr Scheeßel, sondern auch um Information und Aufklärung. Und ein wenig hofften die Akteure, vom Zoll über das Technische Hilfswerk bis zur Verkehrswacht, mit ihren liebevoll gestalteten oder zuweilen auch spektakulären Aktionen Nachwuchs zu gewinnen.

So auch das Unternehmen Behrens & Behrens. Das ist im Beekeort Synonym für Entsorgung; wie viel das mit Feuerwehr und Polizei zu tun hat, erläutert Firmenchef Henning Behrens höchstpersönlich, der hier mit einem fünfköpfigen Team einige der Fahrzeuge präsentiert und Fragen beantwortet. Das Unternehmen hat die ganze Woche rund um die Uhr eine Rufbereitschaft für Notdienste, beispielsweise, wenn es um Gewässerschutz oder die Beseitigung von Ölschäden oder Ölspuren geht, zum Beispiel nach Unfällen. Alarmiert werde man von der Leitstelle, der Autobahnmeisterei, der Unteren Wasserbehörde des Landkreises oder der Feuerwehr – entsprechend eng sei die Zusammenarbeit. Mit ihren Hinguckern, dem frisch mit Hurricane-Löwen folierten Frontliner, einem Containerfahrzeug für kontaminierten Boden und einem Firmen-Oldtimer von 1957, passend zu den Oldtimer-Feuerwehrwagen, hofft man auch, Nachwuchs für eine Ausbildung und neue Mitarbeiter zu gewinnen. „Gerade für den Notdienst ist es wichtig, Mitarbeiter vor Ort zu haben“, so Behrens. Die Rechnung scheint aufzugehen: Bereits mehrere Jugendliche aus den Reihen der hiesigen und befreundeten Feuerwehrbesucher haben sich nicht nur für die Technik interessiert, sondern sich auch konkret nach Ausbildungsplätzen erkundigt.

Kinder besichtigen DLRG-Boot

Immer beliebt bei den Jüngsten: Einmal beim DLRG-Boot „Kenternix“ das Steuer in der Hand halten. © ULLA HEYNE

Es gibt viel zu bestaunen an diesem Tag: den Mantrailer-Spürhund der Rettungshundestaffel Lüneburg, der zielstrebig an den Kindern vorbeistrebt, die am ASB-Stand eine Puppe reanimieren, um inmitten der vielen Hundert Besucher die gesuchte Person aufzuspüren; den geschätzt 20 Meter hohen Wasserstrahl, mit dem der Ponsse-Fire Fighter ein fiktives Feuer löscht und die Äste der Birken in Schräglage bringt; oder die zahlreichen Vorführungen und Demonstrationen wie den Überschlagsimulator, das VGH-Brandschutzmobil oder den von den Gastgebern simulierten Fettbrand.

Realistische Einsatzszenarien

Während die Drohne der Drohnenstaffel Brockel in gebührender Entfernung von der Besuchermenge in der Luft auf die spektakuläre Vorführung wartet, überbrückt Moderator Dirk Behrens die Wartezeit, denn: Die Pfanne will sich partout nicht entzünden. Vorführungen wie diese haben es Joschua Fischer angetan. „Die Einsatzszenarien werden ganz schön realistisch dargestellt“, meint der 17-Jährige. Er kann es beurteilen, ist er doch seit neun Jahren bei der Jugendfeuerwehr, seit einem Jahr in der Einsatzeinheit und hat den jüngsten Brand in der Bahnhofstraße miterlebt. „Das hat das Orgateam toll hinbekommen, aber auch klasse, dass die Unternehmen dabei sind“, befindet der Scheeßeler. Ivett Dreyer ist seit fast fünf Stunden mit ihrer Familie hier. Am eindrucksvollsten fanden ihre Kinder bisher die Unterwasser-Drohne der DLRG, nun spielen sie im von Behrens & Behrens aufgestellten Container mit Sand.

Besucheransturm: Beim DRK gehen die Gewinne aus

Neben dem Gucken und Staunen kommt nämlich auch das Selbermachen nicht zu kurz. Dieta Keune von der DLRG kann die Male nicht mehr zählen, wie oft der Motor des Rettungsboots „Kenternich“ hoch- und runtergefahren ist. Immerhin: Mehrere Mütter haben sich nach den konkreten Trainingszeiten für ihre Kids erkundigt. Den E-Scooter-Geschicklichkeitsparcours betreut der Verkehrssicherheitsberater der Polizei Christoph Steinke. Er wundert sich: „Heute wollten wesentlich mehr Erwachsene probefahren als Jugendliche.“ Die wenigsten seien von dem Gefährt jedoch hellauf begeistert gewesen. Der Stand des DRK mit Glücksrad baut schon weit vor dem Veranstaltungsende ab. Ob Armbänder, Kuscheltiere oder Spielzeug: „Wir haben kaum noch Gewinne“, meint die Scheeßeler DRK-Kassenwartin Marion Niemeyer. Bis zum Scheeßeltag wolle man nachordern. Das Ziel, den DRK-Kleidershop am Kreuzberg mit seiner Sommeraktion „Alles für die Hälfte“ bis Ende August bekannt zu machen, sei jedoch geglückt. Die Familie von Helge Krk hat es besonders die Hüpfburg im Feuerwehrwagen-Look angetan, und der Wasserwerfer. Dort durften die Kinder selbst Hand anlegen – eine unfreiwillige Dusche inklusive.