470 wilde Müllablagerungen in Frankfurt gemeldet – pro Monat
Stand: 15.07.2026, 06:00 Uhr
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Die Stadt Frankfurt registriert jeden Monat rund 470 illegale Müllhalden. Allein 2024 gingen knapp 5000 Meldungen über den städtischen Mängelmelder ein. Doch die Stadt hat aufgerüstet.
Frankfurt – Ganz gleich, wo man in Frankfurt unterwegs ist: In allen Stadtteilen sind wilde Müll-Ablagerungen zu entdecken. „Favorisiert“ werden Plätze rund um Behälter für Glas und Altkleidung. Wird dort auch nur ein Stuhl oder dergleichen abgestellt, kann dort innerhalb von Stunden oder Tagen eine Halde entstehen. Dem einen oder anderen, der hier seinen Kram dazulegt, mag man sogar unterstellen, zu glauben, hier richtig zu sein, oder dass eine ordentliche Sperrmüllsammlung ansteht. Aber den meisten dürfte klar sein, dass dieses Tun illegal ist und neben viel Ärger auch enorme Kosten für den Abtransport verursacht.

Das Ordnungsamt hat seine Strafgebühren für ertappte Müllsünder im vergangenen Jahr drastisch erhöht. Eine wilde Ablagerung kostete pro Kubikmeter 1000 Euro. Für jeden weiteren angefangenen Kubikmeter werden 100 Euro fällig. Theoretisch. Das Ordnungsamt setzt zwar eine Abteilung mit Spezialisten ein, die versuchen, die Verantwortlichen zu ermitteln. Doch meistens verlaufen die Ermittlungen im Sande. Also muss sich die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) kümmern und hinterherräumen.
Hilfreich dabei ist ein Mängelmelder, den die Stadt online geschaltet hat und der rege in Anspruch genommen wird. Allein im vergangenen Jahr gab es knapp 5000 Meldungen zu wilden Ablagerungen im Stadtgebiet. Ordnungsgemäße Sperrmülltermine gab es im selben Zeitraum fast 100.000, was immerhin zeigt, dass sich die meisten Frankfurter an die Regeln halten.
Laura Wagner, Kommunikationschefin der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), betont: „Auch wilde Ablagerungen unter einem Kubikmeter werden schnellstmöglich abgeholt, spätestens mit der nächsten Regelreinigung.“ Die Daten zu diesen kleineren wilden Ablagerungen werden seit Mai mit dem sogenannten „Flic-Button“ erfasst, dessen Ergebnisse Wagner kürzlich im Ortsbeirat 3 vorstellte. Der „Flic Button“ ermöglicht der FES, Hotspots zu identifizieren. Auf einer an die Wand geworfenen Grafik waren vor allem die innenstadtnahen Stadtteile mit entsprechenden roten Punkten gezeichnet.
Die Stadtteile mit den meisten wilden Ablagerungen sind aktuell Gallus, Nordend, Bockenheim, Bornheim und Sachsenhausen. „Aber auch im Westen Frankfurts (Höchst, Zeilsheim, Nied, Sossenheim, Unterliederbach) wurden wilde Ablagerungen als maßgebliche Herausforderung ermittelt“, so die FES.
Im Durchschnitt gebe es im Stadtgebiet pro Monat rund 470 wilde Ablagerungen (größer und kleiner als ein Kubikmeter). Die kleineren Ansammlungen werden von den regulären Müllfahrzeugen mitgenommen, so Wagner. Aber nicht alles könne geladen werden. „Weiße Ware, Schadstoffe und Gaskartuschen“ müssten speziell entsorgt werden. Wagner betont: „Verkehrsgefährdende Ablagerungen werden schneller abgeholt, möglichst innerhalb von 24 Stunden, maximal innerhalb von 48 Stunden.“ Wilde Ablagerungen, die größer als ein Kubikmeter sind, werden von einem Sperrmüllpresswagen eingesammelt, der laut FES seit Januar 2025 täglich durch Frankfurt fährt.
Wie schnell erfolgt die Bearbeitung in der Regel? „Die Anfragen werden an die Fachabteilung gegeben“, so Wagner. „Wir sind bestrebt, immer möglichst schnell zu reagieren. Die Bearbeitung erfolgt fallabhängig. Es kommt auch darauf an, wie der Tourenplan aussieht und um welche Abfallart es sich handelt.“
Die Eigenrecherche des Reporters zeigt, dass die Nutzung des Mängelmelders sinnvoll ist. Bereits einen Tag nach der am vergangenen Mittwoch eingegangenen Meldung eines Matratzenlagers an einer oft von dergleichen heimgesuchten Ecke in Sachenhausen wies ein Aufkleber darauf hin, dass der Fall registriert sei und die Stelle in wenigen Tagen geräumt werde. Wie wichtig zeitnahes Handeln ist, zeigt sich darin, dass bereits am Samstag die drei Matratzen um mindestens zehn weitere Haushaltsgegenstände „angereichert“ worden waren. An einem alten Stuhl prangt ein Zettel mit der großzügigen Aufschrift: „Zu verschenken“.
Für Schrottautos, die laut Aussagen etwa von Griesheimer Bürgern in ihrem Stadtteil eine echte Plage sind, ist nicht die FES, sondern das Straßenverkehrsamt zuständig. Dazu Dorothee Allekotte, Abteilungsleiterin Verkehrsplanung: „Wir erhielten im Jahr 2025 ca. 2700 Meldungen zu sogenannten Schrottfahrzeugen, wovon schlussendlich ca. 360 verwertet (verschrottet und versteigert) wurden.“ Allekotte betont, dass keine Meldung unbearbeitet bleibt. Eine Statistik darüber, wie viele Halter davon ermittelt werden konnten, werde nicht geführt.
Wenn Halter ermittelt werden können, drohen ihnen folgende Kosten: für die Verwaltung 182 Euro, für das Abschleppen mindestens 100 Euro und Standgebühren beim Abschleppunternehmen bzw. Verwahrplatz von 8 Euro pro Tag.