Anne Hathaways schmuddelige, laszive Verity scheitert an der frustrierendsten Wendung


Stand: 30.09.2026, 20:40 Uhr

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Die neueste Colleen-Hoover-Verfilmung „Verity - Dunkle Geheimnisse“ enttäuscht durch einen diffusen und kontraproduktiven Höhepunkt, der mich ratlos zurückließ.

Angesichts der Vielzahl jüngerer Filme, die entweder Anne Hathaway in der Hauptrolle hatten oder auf Colleen Hoovers Romanen basierten, wirkt es fast wie ein Wunder, dass wir es beinahe bis Oktober geschafft hätten, bevor ein Werk erschien, das beides zugleich bietet. Nun ist es so weit – und die Kombination erweist sich als ebenso unwahrscheinlich wie unausgegoren.

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Dieser Artikel von Robbie Collin entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.

Hat sich dieses träger dahingleitende, semi-erotische Thrillerdrama um ein blutiges Liebesdreieck zwischen einer weltberühmten Autorin (Hathaway), ihrem gehätschelten Ehemann Jeremy (Josh Hartnett) und einer ehrgeizigen Ghostwriterin (Dakota Johnson) gelohnt? Keineswegs – vor allem wegen einer finalen Wendung, die so verschwurbelt und selbstzerstörerisch ist, dass ich vor Frustration beinahe die Armlehne des Kinosessels zernagt hätte. Bis dahin aber gibt es durchaus schmuddelig-lasziven Spaß, stilsicher in Szene gesetzt von Regisseur Michael Showalter mit greller, an Brian De Palma erinnernder Hochglanzoptik.

Anne Hathaway und Josh Hartnett in „Verity - Dunkle Geheimnisse“.

Anne Hathaway und Josh Hartnett in „Verity - Dunkle Geheimnisse“. © IMAGO/Supplied by LMK

Mit katzenhafter Eleganz und einem blutroten Lippenstiftakzent spielt Hathaway Verity Crawford, eine weltweit gefeierte Romanautorin, berühmt für eine Reihe sadistischer Thriller, die aus der Perspektive ihrer Schurkinnen erzählt werden. Ein zunächst rätselhafter Unfall, der Verity katatonisch und an den Rollstuhl fesselt, hat die Hoffnungen ihres Verlags auf eine zügige Lieferung der letzten drei Bände jedoch zunichtegemacht.

Ein Spukhaus am See und eine Autorin im Schatten

Also bittet man ein unbekanntes, aber hochbegabtes Talent, Johnsons Lowen Ashleigh, in Veritys absurd begehrenswertes Seehaus in Vermont zu ziehen – dessen prasselnde Kamine, honigfarbene Holzböden und gezacktes Dach es wie einen modernistischen Ableger von Hogwarts wirken lassen – und aus ihren Notizen etwas Veröffentlichungsreifes zusammenzusetzen. Das Anwesen wird zum Schauplatz eines kreativen wie emotionalen Belagerungszustands.

Zwischen den Unterlagen stößt Lowen auf etwas zutiefst Beunruhigendes. Handelt es sich um ein Geständnis? Die junge Autorin hält es jedenfalls dafür, doch um die Spannung um dessen Inhalt möglichst lange zu halten, bringt eine entsetzte Lowen es nur fertig, jeweils eine oder zwei Seiten am Stück zu lesen, bevor sie den Rest im Müll versenkt. Die Wahrheit bleibt so bruchstückhaft und quälend ungreifbar.

Du-Maurier-Anklänge und ein Finale voller Fragezeichen

Ein traumhaftes Haus, ein hinreißender Ehemann, eine schüchtern auftretende Nachwuchsautorin und eine erste Ehefrau, deren mächtige Präsenz über allem schwebt? Die Anklänge an Daphne du Mauriers „Rebecca“ sind unverkennbar, nur dass in Hoovers Version die erste Mrs de Winter noch lebt, knapp jedenfalls, und ihre Mrs Danvers eine Pflegerin im Haus ist. Das bekannte Motiv des Gespensts der Vergangenheit wird hier buchstäblich körperlich fortgeführt.

All das lässt einen bedauern, dass hier nicht eine schärfer konturierte Geschichte gesponnen wird als jener stirnrunzelnde Fudge, der sich am Ende allmählich abzeichnet und große Teile des langatmigen Set-ups im Nachhinein überflüssig erscheinen lässt – und das Verhalten der Hauptfiguren rückblickend reichlich rätselhaft. Wie De Palmas beste Filme dieses Genres gezeigt haben, kann es ungemein befriedigend sein, wenn ein Thriller dich am Schluss zwingt, alles Gesehene neu zu bewerten. Idealerweise gehört dazu jedoch mehr, als sich der Sitznachbarin zuzuwenden und zu murmeln: „Wie bitte?“