Anwohner können zurück : NRW-Innenminister gibt "Idioten" Schuld am Waldbrand
Anwohner können zurück NRW-Innenminister gibt "Idioten" Schuld am Waldbrand
15.08.2026, 16:56 Uhr
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Es ist ein enormer Kraftakt: Hunderte Feuerwehrleute kämpfen rund um die Uhr gegen den größten Waldbrand, den Nordrhein-Westfalen je gesehen hat. Die Behörden vermuten, dass menschliches Fehlverhalten das Inferno ausgelöst hat. Derweil können 1800 Anwohner nach Gey zurückkehren.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul geht davon aus, dass der große Brand im Hürtgenwald von Menschen verursacht wurde. "Das Feuer ist entstanden durch irgendeinen Idioten, irgendein Idiot hat das Feuer verursacht", sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch der Einsatzkräfte vor Ort. "Darum muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen und einfach irgendwas wegwerfen. Das ist das eigentliche Problem."
Einen Waldbrand wie im Hürtgenwald habe er noch nicht gesehen, sagte der CDU-Politiker: "Es ist ein Riesenfeuer." Reul dankte den Einsatzkräften aus Bund und Ländern sowie den Freiwilligen für ihren Einsatz. "1400 Leute aus Bund und Ländern, alle helfen mit - ich finde das grandios", sagte er. "Es ist doch ein Hammer zu erleben, wie viel Bereitschaft in unserem Bundesland ist, sich untereinander zu helfen."
Mit Verärgerung reagierte Reul auf Kritik an der Organisation der Maßnahmen und die Forderung nach Löschflugzeugen. "Diese Mäkeleien - ich habe keine Lust mehr darauf", wetterte der Minister. "Bitte Nörgeln nachher. Ende, aus. Die Leute interessiert, ob wir deren Häusern sichern können. Das andere ist denen vollkommen wurscht. Und die Frage von Flugzeugen, das hab' ich schon zehnmal diskutiert. Das ist nicht so einfach in unserem Bundesland, da wir keine großen Flächen haben, wo getankt werden kann. Das ist so blauäugig wie noch was."
Ministerin: "Bleiben Sie bitte aus den Wäldern raus"
Auch die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen hält menschliches Fehlverhalten als Auslöser des Großbrandes im Hürtgenwald für möglich. "Es lässt sich jedenfalls nicht ausschließen", sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk. "Wir sehen durchaus, wenn verschiedene Brandstellen relativ gleichzeitig oder in enger Abfolge hochkommen, dass einiges dafür sprechen könnte." Wie belastbar dies sei, könne man jetzt nicht sagen.
Die Ministerin warnte eindringlich vor dem Betreten von Wäldern. "Bleiben Sie bitte einfach aus den Wäldern raus", appellierte die Ministerin im Deutschlandfunk. Sie verwies darauf, dass "fast hundert Prozent der Waldbrände menschengemacht" seien - durch Unachtsamkeit oder auch durch Bandstiftung. Es werde geprüft, ein behördliches Betretungsverbot für die brandgefährdeten Wälder auszusprechen.
Oft reiche schon eine "weggeworfene Klippe", um einen Waldbrand auszulösen - insbesondere, weil die extreme Trockenheit als Brandbeschleuniger wirke, sagte Gorißen. Die Brände im Hürtgenwald hätten ein "ganz neues und noch nicht in unserer Erinnerung da gewesenes Ausmaß" erreicht.
Evakuierung von Gey aufgehoben
Gute Nachrichten gab es am Samstagabend für die Bewohner des Ortsteils Gey in Hürtgenwald - sie dürfen in ihre Häuser zurück. Das hat der Landrat des Kreises Düren entschieden. Die 1800 Bewohner hatten in der Nacht auf Freitag wegen das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt.
Die Feuerwehr hatte bereits zuvor von Fortschritten bei der Brandbekämpfung gesprochen. Am Nachmittag setzte leichter Regen ein, was die Löscharbeiten begünstigen dürfte. Am frühen Abend wurde der Einsatz von Hubschraubern zur Brandbekämpfung eingestellt. Es gebe aktuell keinen Bedarf mehr, sagte eine Sprecherin des Kreises Düren zur Begründung.
Wüst spricht von stabilisierter Lage
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst zeigte sich mit Blick auf die Bekämpfung des Waldbrands im Hürtgenwald zuversichtlich. Es sei in der letzten Nacht gelungen, dass die Lage stabilisiert wurde, sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch im Brandgebiet am Nachmittag. "Es besteht jetzt erste Hoffnung, dass der Brand unter Kontrolle gebracht werden kann.
Seit Donnerstagnachmittag kämpfen bei dem Ort in der Eifel an der Grenze zu Belgien Hunderte Einsatzkräfte gegen die Flammen. Nach Angaben des Kreises Düren sind etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen. Durch den Brand gab es bisher fünf Verletzte, darunter vier Einsatzkräfte.
Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP