Bad Nauheim ernennt Elvis Presley posthum zum Ehrenbotschafter


Stand: 14.08.2026, 19:31 Uhr

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Eröffnung des Elvis-Festivals 14.8., 15.15 Pressekonferenz mit Akteuren, Raum „Bad Homburg“, Hotel Dolce,

Bürgermeister Klaus Kreß überreicht die Ehrenbotschafterwürde an Alexander Timm, den Vorsitzenden des Elvis-Presley-Vereins, hier mit Jason Shelton, Bürgermeister von Tupelo (v. l.). © Nici Merz

Bürgermeister Klaus Kreß verleiht dem King zwei Tage vor seinem 49. Todestag die Ehrenbotschafterwürde. Weggefährten wie Cynthia Pepper, Pat West und Bobby Ogdin sind zu Gast – mehrere Shows sind bereits ausverkauft.

Bad Nauheim – Etwas bebt die Stimme von Bürgermeister Klaus Kreß, als er vors Mikrofon tritt: „In dankbarer Erinnerung und bleibender Wertschätzung erhält Elvis Presley posthum die Ehrenbotschafterwürde.“ Die rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörer, die bei Gluthitze in einer Schattenecke und dicht vorm Konzertpavillon stehen, klatschen. „Bravo!“, ruft ein Mann laut. Es ist noch nicht viel los bei der Festivaleröffnung, aber der Moment ist groß. Es ist Freitag, 14. August, kurz vor 16.30 Uhr, zwei Tage vor dem 49. Todestag des King.

Eröffnung des Elvis-Festivals 14.8., 15.15 Pressekonferenz mit Akteuren, Raum „Bad Homburg“, Hotel Dolce,

Küsschen für Cynthia Pepper von Klaus Kreß, hier mit (v. l.) Kerry Marx, Pat West, Cole, Paul Leim und Bobby Ogdin. © Nici Merz

Wunderbare Erinnerungen

Während Elvis’ Zeit in der Kurstadt begleitete ihn unter anderem Red West, dessen Frau Pat beim diesjährigen Festival zu Gast ist. Sie ist eine von mehreren Talkshowgästen, die heute und morgen auftreten. Wir fragen, wieso es wichtig für sie ist, in Bad Nauheim zu sein und den Fans etwas zu erzählen. „Weil es solche wunderbaren Erinnerungen mit sich bringt“, sagt Pat West zu dieser Zeitung. Ihr Mann, der vor neun Jahren gestorben ist, sei mit ihrem „lieben, lieben Freund Elvis“ hier gewesen. „Ich habe so viel über Bad Nauheim gehört, nachdem wir geheiratet hatten, nachdem sie von Deutschland zurückkamen.“ Sie habe die Stadt sehen wollen, worauf Red und ein Freund ihr vor etwa fünfzehn Jahren alles gezeigt hätten. „Es war so ein schöner Ort – das ist er immer noch. Und die Menschen sind so nett und gastfreundlich.“ (Talkshow mit Pat West: Sonntag, 11 Uhr, Dolce.)

Unter den Gästen ist auch Bobby Ogdin (heute, 22.30 Uhr, Late Night Show). 1977 spielte er als Pianist bei Konzerten des King, auch bei seinem letzten am 26. Juni im selben Jahr. Wie erinnert er sich an dieses besondere Konzert? „Das Außergewöhnliche war, dass er seinem Vater und seiner Freundin auf der Bühne dankte und sie dem Auditorium vorstellte.“ Das habe er sonst nicht gemacht. Zu diesem Zeitpunkt habe der King zwar körperlich zugenommen, aber immer noch gut ausgesehen und wundervoll gesungen.

Die wichtigste Erinnerung an Elvis ist für Schauspielerin Cynthia Pepper, die mit ihm im Film „Kissin Cousin“ spielte, wie bescheiden er war. „Er fragte mich, ob die Fans sich wohl noch an ihn erinnern würden, wenn er nicht mehr da wäre. Ich sagte: ‚Natürlich, Elvis!‘ – und das haben sie.“

Kussszenen gern wiederholt

Sie habe viele lustige Dinge mit ihm erlebt, etwa die Kussszenen. Diese mochte sie sehr, weshalb sie einige vermasselt habe, um sie wiederholen zu können. Obwohl sie als Schauspielerin schon viel Erfahrung hatte, sei sie nervös gewesen, mit ihm zu spielen. „Aber er schaffte es, dass ich mich wohlfühlte. Er war sehr warmherzig. Ein wundervoller Mann und schön anzuschauen.“ Damals war sie 23, er war fünf Jahre älter. Auch Pepper wird in einer Talkshow mitwirken (heute, 16 Uhr, Dolce).

Auf der Bühne liefert der städtische Fachbereichsleiter Jochen Mörler einen Ausblick auf kommendes Jahr: „Wir haben nächstes Jahr das 25. Elvis-Festival – und den 50. Todestag von Elvis Presley.“ Das werde ein Montag sein, weshalb es auch an jenem Tag spannende Angebote geben werde. Ob die Hitze dem Festival dieses Mal einen Strich durch die Rechnung machen könnte, vermag er nicht zu sagen. „Wir haben bei Open-Air-Veranstaltungen immer die Situation mit dem Wetter“, sagt er zur WZ. „Was ich sagen kann: Wir haben ausverkaufte Shows.“ Dick Brave sei ausverkauft, ebenfalls die Late Night Show.

Für die Talkshows sind noch Karten zu haben. Zu deren Moderatoren gehören die Elvis-Experten Dennis Jale und Helmut Radermacher. Letzterer freut sich, Jason Shelton bei der Eröffnung zu treffen, den Bürgermeister von Tupelo, da er im Geburtsort des King Ehrenbürger ist. Weitere spannende Gäste sind Cole vom „Million Dollar Quartet“ aus Las Vegas, Kerry Marx, Gitarrist aus Nashville, und der US-amerikanische Drummer Paul Leim.

Eröffnung des Elvis-Festivals 14.8., 15.15 Pressekonferenz mit Akteuren, Raum „Bad Homburg“, Hotel Dolce,

Viele prominente Gäste können Bürgermeister Kreß (l.) und Jochen Mörler (r.) bei der Eröffnung des 24. European Elvis Festivals im Festivalzentrum des Dolce begrüßen. © Nici Merz

Es dürfte ein ereignisreiches Wochenende werden.