Euro Moto am Nürburgring: Wenn die fliegenden Gummikühe in der Eifel (g)rasen
Euro Moto am Nürburgring Wenn die fliegenden Gummikühe in der Eifel (g)rasen
Nürburgring · Die ehemalige IDM bringt am kommenden Wochenende unter dem neuen Namen Euro Moto die Elite des Motorrad-Rennsports an den Nürburgring. Fünf gute Gründe für einen Besuch des familiären Highspeed-Events.
04.09.2026 , 13:17 Uhr
Enge Kurvenduelle sind das Salz in der Suppe in jeder Hubraumklasse. Volle Starterfelder garantieren zudem vor allem in den allerersten Rennrunden spektakuläre Bilder.
Foto: Jürgen C. Braun
Die Hochkaräter wie 24h-Rennen, Truck-Grandprix, die vielen Histo-Veranstaltungen oder der Auftritt der DTM sind in diesem Jahr zwar schon vorbei auf der legendären Eifel-Rennstrecke. Für die Freunde des spektakulären Motorrad-Rennsports aber ist das kommende Wochenende der eigentliche Höhepunkt des Jahres: die ehemalige Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM), die jetzt unter dem Namen Euro Moto die nationalen und internationalen Cracks der „fliegenden Gummikühe“ in der Eifel (g)rasen lässt.
Grund 1: Weil das Nürburgring-Wochenende neben dem Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring mit schätzungsweise 200.000 Fans an der Strecke die einzige Möglichkeit ist, international hochrangigen Motorrad-Rennsport auch hier bei uns vor der Haustür zu erleben. Auch wenn die Freunde des Motorsports auf vier Rädern sich vielleicht oder eher ziemlich wahrscheinlich in den vielen Klassen, bei den Superbikes, den Supersportlern, nicht auskennen oder auch verirren werden, so ist das Gesamterlebnis jedoch ein Ereignis mit dem berühmten „Wow-Effekt“. Angefangen von den „Schnapsglasklassen“ bis zu den dicken „Elefanten“ des „Bagger Racing European Cup“ ist die Euro Moto ein Gänsehaut-Erlebnis mit Artisten auf zwei Rädern für sich.
Grund 2: Weil die Motorrad-Rennsportler alle ganz besondere Typen im wahrsten Sinne des Wortes sind und sich gegenüber dem Publikum nicht abschotten. Diesen ganz besonderen Rennsportzirkus, der sich von den professionellen Rundstrecken-GT3-Teams völlig unterscheidet, muss man einmal als echter Fan erlebt haben. An allen Tagen haben die Fans im Fahrerlager Gelegenheit, den Akrobaten im Sattel beim Schrauben über die Schulter zu schauen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Grund 3: Weil der Motorrad-Event nicht nur etwas für die Rennsportfreunde, sondern auch etwas für die „Bastler“ ist. Viele begeisterte Besucher auf den Tribünen haben als junge Burschen ihr Geld für das erste Moped zusammengespart, selbst an der „Mühle“ mit Kumpels versucht, das Ding ein wenig zu „frisieren“, bis dann irgendwann doch andere Dinge die Prioritäten im Lauf des Jahres übernahmen. Bei der Euro Moto kann man bei einem Besuch der Stände der vielen Zulieferer, der Top-Hersteller oder auch von ledernen Mode-Labels in die eigene Vergangenheit eintauchen. Ein Event also für die ganze Familie mit freiem Eintritt für Kinder bis 14 Jahre und attraktiven Ticketpreisen.
Grund 4: Weil die Rennstrecken der nationalen und internationalen Serien einem ständigen Wandel unterworfen sind. Kurse wie Assen, Brünn, Zolder oder der Slovakiaring sind in der Regel gesetzt, aber ansonsten herrscht eine große Fluktuation unter den Austragungsstätten. Gerade weil sich viele neue Rennstrecken um zugkräftige Events bewerben, diese meist noch mit einem attraktiven Rahmenprogramm verbinden, ist der Druck für die jeweiligen Streckenbetreiber und Ausrichter hoch. Der sechste Lauf der Euro Moto 2026, der am Wochenende ausgetragen wird, ist also kein Freibrief für weitere Besuche der „Gummikuh-Fraktion“.
Grund 5: Weil sich ausgerechnet für das kommende Wochenende ein paar illustre Gäste aus der Moto-GP und der WorldSBK (Superbike) für den Euro Moto Auftritt angesagt haben. Die Namen, die eigentlich nur eingefleischten Fans des Motorrad-Rennsports etwas sagen, gehören jedoch zum „Who’s who“ der Szene. Der Spanier Rubén Xaus (48), Mitinitiator der europäischen Baggerleague und langjähriger Topfahrer in der Superbike-WM, wird auf einer Harley-Davidson an der Startlinie stehen. Der Brite James Ellison (46), mehrfacher Welt- und Europameister in der Supersport-WM, der Superbike-WM, der MotoGP und der US-Serie AMA, wird das illustre Feld ebenso bereichern wie Amazone Lucy Michel. Die rasende Erzgebirglerin ist in diesem Jahr in der Motorrad-Frauen-WM (WorldWCR) unterwegs und nutzt die dreimonatige Pause bis Ende Oktober zum Gastspiel in der Eifel.
Alles in allem also (mindestens) fünf gute Gründe, um am Wochenende einmal bei der Euro Moto vorbeizuschauen. Infos und Tickets gibt es im Internet unter euromoto.racing
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