Bergetappe mit Kühlschrank: Extremsportler Tilo Koch mit Kühlschrank auf dem Rücken bei der Tour de France
Stand: 23.07.2026, 18:24 Uhr
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Der Extremsportler Tilo Koch will die legendäre Alpe d’Huez auf ungewöhnliche Weise bezwingen – zu Fuß und mit einem 30 Kilogramm schweren Kühlschrank auf dem Rücken.
Seckenhausen – Radsportfans wissen, was der Anstieg nach Alpe d’Huez bedeutet: 13,8 anstrengende Kilometer mit bis zu zwölf Prozent Steigung, jährlich zu bewältigen von den Teilnehmern der Tour de France. In diesem Jahr tut sich das auch jemand ohne Fahrrad an. Einige Stunden, bevor die Sportler den legendären Berg erreichen, will der Stuhrer Tilo Koch nach Alpe d’Huez hochlaufen. Mit einem Kühlschrank auf dem Rücken.
Koch ist als Extremsportler bekannt. Erst kürzlich lief er 24 Stunden mit einer Schubkarre von Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) bis zum alten Leuchtturm in Kiel-Holtenau. Mehr als 100 Kilometer war er entlang des Nord-Ostsee-Kanals für den guten Zweck unterwegs. Ein neuer Weltrekord und 25.000 Euro für herzkranke Kinder kamen dabei heraus. Die Motorsport-Rennstrecke von Le Mans hat er im vergangenen Jahr auf Inlineskates befahren, ebenfalls einen ganzen Tag am Stück. Nun also die Nummer mit dem Kühlschrank.
Alpe d‘Huez: Legendärer Radsport-Anstieg
Mitfiebern werden am 24. Juli die Viertklässler der Grundschule Seckenhausen, denen Koch das Projekt am Freitag vorgestellt hat. Die Kinder haben Bilder gemalt, von denen der 47-Jährige einige auf den Kühlschrank kleben will. Doch auch die nicht berücksichtigten Werke kommen zur Geltung: „Alle eure Bilder werde ich auf meiner Internetseite veröffentlichen“, versprach Koch.
Den Kühlschrank als Symbol des Klimawandels hat sich der Abenteuersportler bei der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) Bassum besorgt. Das ausgediente Exemplar stammt von einem der Wertstoffhöfe. „Wir haben ein paar Exemplare gesammelt, und Tilo hat sich einen ausgesucht“, berichtet die PR-Beauftragte Anika Döring. Über die AWG wiederum entstand der Kontakt zur Grundschule Seckenhausen, von der bekannt war, dass sie Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in ihrem Leitbild verankert hat. Die Schüler sollten Sachen malen, die ihnen persönlich wichtig sind und die sie sich bewahren möchten.

Nach einer kurzen Einführung machte sich der Nachwuchs ans Werk. Jonas aus der 4a etwa versuchte sich an einem Capybara, einem Wasserschwein. „Ein total gechilltes Tier, ganz ruhig, und die essen viel“, sagte er. Seine Klassenkameradinnen Anna und Lotta wollten die Erde malen. „Ich möchte, dass sie so bleibt, wie sie ist“, begründete Anna. „Aber manche Menschen verschmutzen die Umwelt, das ist schlimm.“
Noel aus der 4b griff das Event selbst auf und stellte Koch dar, wie er am Fuße eines Bergs mit dem Kühlschrank auf dem Rücken steht. „Wenn er 24 Stunden mit der Schubkarre laufen kann, schafft er auch das“, war er sich sicher. Einen Wachhund hatte sich Klassenkamerad Lukas als Motiv ausgedacht. Ein solches Stofftier habe sein Papa einst von seiner Oma bekommen. „Jetzt gehört er mir.“ Fußballfan Tjabbo, ebenfalls aus der 4b, wollte sich das alte Logo der spanischen La Liga als Vorlage nehmen und den Ball durch eine Erde ersetzen.
Zurzeit bastelt Koch an einer Tragevorrichtung, um den 30 Kilogramm schweren Kühlschrank auf seinem Rücken festzuschnallen. Heißt: Den Ernstfall hat er noch gar nicht trainiert. Wenn es so weit ist, dann werde er sich die Steigungen zu den Aussichtspunkten Utkiek in Bassum und Metalhenge in Bremen vorknöpfen. „Ansonsten lebe ich von meiner Grundfitness.“
Die Aktion des Extremsportlers soll für Nachhaltigkeit werben
„Was möchtest du bewahren?“ Neben den Bildern der Grundschüler wird diese Frage in mehreren Sprachen auf dem Kühlschrank zu sehen sein. „Darauf wird jeder seine eigene Antwort finden“, sagt Koch. Er spricht von einem „gedanklichen Impuls für die gesellschaftliche und die individuelle Nachhaltigkeit“.
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Wenn der Polizist am 24. Juli zu seiner Mission aufbricht, werden bereits tausende Zuschauer an der Strecke nach Alpe d’Huez stehen. „Ich hoffe, dass sie auch mich anfeuern“, sagt er. Unterwegs begleite ihn ein Betreuer, der ihm hin und wieder ein Getränk reiche und ihm Mut zuspreche. Koch muss die Getränke also nicht im Kühlschrank mit hochschleppen.
Mit Alpe d’Huez verbinde ihn eine Liebe von Kindesbeinen an, sagt Koch. „Ich habe schon damals die Tour de France geschaut.“ Vor drei Jahren sei er mal mit dem Fahrrad hochgefahren, „das war schon anstrengend genug. Doch weil es landschaftlich so schön war, habe ich mir gesagt: Ich komme noch mal wieder und mache etwas anderes.“ Etwas mit Kühlschrank ist daraus geworden. „Der gehört eigentlich nicht dorthin. Aber er macht es einfacher, die Botschaft zu transportieren.“