Hunderte Straftaten im Berliner Wahlkampf
Beleidigungen, Plakate zerstört, Gewalt
Hunderte Straftaten im Berliner Wahlkampf
- Im Berliner Wahlkampf kam es immer wieder zu Straftaten
- Darunter Beleidigungen, Zerstörung von Plakaten, aber auch Gewalt gegen Helfer
- Eine Partei war besonders betroffen
Im Berliner Wahlkampf hat es in der Zeit von Anfang August bis Mitte September mehrere hundert Straftaten gegeben, die meisten richteten sich gegen die AfD. Das geht aus einer Statistik der Berliner Polizei hervor, die dem rbb exklusiv vorliegt.
Demnach hat die Polizei insgesamt 39 Angriffe auf Parteimitglieder und Wahlkämpfer registriert. Dazu zählen etwa Beleidigungen, Einschüchterungen oder sogar körperliche Gewalt. Laut Polizei handelt es sich dabei nur um registrierte Fälle. Die Dunkelziffer liegt eher höher. Zahlen für Straftaten während der zurückliegenden Wahlen lagen zunächst nicht vor.
Am häufigsten Anhänger der AfD betroffen
Am häufigsten betroffen waren demnach Anhänger der AfD mit 18 gemeldeten Fällen. In jeweils acht Fällen wurden Vertreter von Grünen und Linken angegangen. Bei der SPD waren es drei Fälle und bei CDU und BSW je einer.
Deutlich häufiger noch wurden Wahlplakate beschädigt – in mindestens 1.252 Fällen. Auch hier war die AfD am häufigsten Ziel, mit 801 zerstörten Plakaten. Besonders oft wurden AfD-Plakate demnach in Treptow-Köpenick (282), Friedrichshain-Kreuzberg (155) und Neukölln (91) kaputtgemacht. Danach folgen Beschädigungen von Plakaten der CDU (148) sowie parteiloser Kandidaten (102), der Linken (95) und der SPD (88).
Darüber hinaus wurden der Polizei seit dem 2. August 16 Straftaten gegen Parteieinrichtungen gemeldet, darunter Parteibüros und Infostände. Neun dieser Fälle richteten sich gegen die AfD, allein sechs davon in Treptow-Köpenick. Die SPD war in drei Fällen betroffen, die Grünen und die FDP in zwei Fällen.
Vor der Wahl: Tätliche Angriffe auf Wahlhelfer
Bereits in der aktuellen Woche wurden tätliche Angriffe auf Helferinnen und Helfer an Wahlständen gemeldet.
Im Stadtteil Schöneberg war am Dienstag eine Frau an einem Stand der CDU betroffen, in den Stadtteilen Gropiusstadt und Reinickendorf waren es jeweils AfD-Anhänger, wie die Polizei mitteilte. Auch am Mittwoch wurde ein AfD-Anhänger in Reinickendorf angegangen. Der Staatsschutz ermittelt in allen Vorfällen.
Sendung: rbb24 Inforadio, 17.09.2026, 18:30 Uhr
Audio: rbb24 Inforadio, 17.09.2026, Anja Meyer
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