Brisanter Verdacht im NATO-Hauptquartier in Mons: Praktikantin soll für „Drittland“ spioniert haben
Stand: 27.07.2026, 06:11 Uhr
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Spionageverdacht am NATO-Militärstandort SHAPE: Eine kanadische Praktikantin wurde nach Ermittlungen des Nachrichtendienstes in Belgien verhaftet.
Mons/Brüssel – Ein gravierender Spionageverdacht erschüttert das militärische Hauptquartier der NATO im belgischen Mons. Die belgischen Behörden haben am Freitag (24. Juli) eine kanadische Staatsbürgerin chinesischer Abstammung festgenommen. Wie die föderale Staatsanwaltschaft in Brüssel mitteilte, wird der Frau vorgeworfen, im Auftrag eines nicht näher genannten Drittlandes Spionage betrieben zu haben sowie Mitglied einer kriminellen Vereinigung zu sein.

Verdächtiges Verhalten löste Behörden-Kette aus
Die Verdächtige absolvierte ein Praktikum im strategischen Hauptquartier der alliierten Streitkräfte in Europa (Supreme Headquarters Allied Powers Europe, kurz SHAPE) bei Mons. Von dort aus werden sämtliche militärischen Operationen und Bündnisstrategien der NATO-Staaten koordiniert.
Nach Angaben der Ermittler war die Frau zunächst den internen Sicherheitsdiensten der NATO durch auffälliges Verhalten ins Auge gefallen. Die Allianz leitete den Fall umgehend an den belgischen Generalnachrichtendienst (SGRS/ADIV) weiter. Da Spionage in Belgien unter die Zuständigkeit der föderalen Staatsanwaltschaft fällt, wurde umgehend ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und die föderale Kriminalpolizei von Charleroi mit den Ermittlungen beauftragt.
Razzia im Hauptquartier und in Privatwohnung
Am Donnerstag, den 23. Juli, führten Spezialeinheiten der Kriminalpolizei eine koordinierte Zugriffs- und Durchsuchungsaktion durch. Dabei wurden sowohl das Büro der Verdächtigen direkt auf dem geschützten Gelände des NATO-Hauptquartiers als auch ihre private Wohnung durchsucht.
An den Maßnahmen waren auch Abteilungen für Computerkriminalität sowie Forensik-Teams aus Charleroi und Mons beteiligt, um digitale Datenträger und potenzielle physische Beweismittel sicherzustellen. Nach Auswertung erster Spuren erließ eine Untersuchungsrichterin am Landgericht Hennegau am Freitag offiziell Haftbefehl gegen die Praktikantin.
NATO wiegelt ab – Ratskammer entscheidet über U-Haft
Für welchen Drittstaat die Frau gearbeitet haben soll, ließen die belgischen Behörden mit Verweis auf das laufende Verfahren und den Schutz der Ermittlungen bislang offen. Auch weitere Angaben zu ihrer Identität oder dem genauen Umfang ihres Zugangs zu vertraulichen Dokumenten wurden nicht gemacht. In der kommenden Woche muss die zuständige Ratskammer in Belgien darüber entscheiden, ob die Untersuchungshaft verlängert wird.
Das Militärbündnis bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung. Ein Sprecher des SHAPE-Hauptquartiers betonte, dass es nach derzeitigem Erkenntnisstand keine Hinweise darauf gebe, dass laufende Bündnis-Missionen, Befehlsketten oder die operative Einsatzbereitschaft der NATO beeinträchtigt worden seien. (Quellen: Reuters, VRT, Brussels Times, Euractiv) (bb)