Bruchhausen-Vilsen feiert 60 Jahre Museumsbahn – Ort komplett ausgebucht


Stand: 26.07.2026, 17:00 Uhr

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Bruchhausen-Vilsen Muselbahn 60 Jahre Weichenwärter Guido Tschilpe stellt eine Weiche für den Zug aus Asendorf nach Gleis 1.

Zahlreiche Züge kommen am Bahnhof Bruchhausen-Vilsen an und fahren wieder ab: Guido Tschigor hat den Verkehr im Blick und stellt die Weichen. © Sigi Schritt

Der Deutsche Eisenbahn-Verein in Bruchhausen-Vilsen feiert sein 60-jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Die Übernachtungskapazitäten im Ort sind bereits vollkommen erschöpft.

Br.-Vilsen – Zuckende Lichter über betagten Dampflokomotiven: Wie man Historie und Moderne aufs Beste verbindet, erlebten die Zuschauer einer spektakulären Lasershow, mit der der Deutsche Eisenbahn-Verein (DEV) am Freitag in seine Festwoche gestartet ist. Der Verein feiert das 60-jährige Bestehen seines Freilichtmuseums. Den Start markierte vor der Lasershow am Bahnhof in Bruchhausen-Vilsen ein Abend mit geladenen Gästen im Restaurant Dillertal. Das Gros der Gäste dampfte mit der Bahn heran. „Es ist besonders, dass so eine alte Bahn noch in Betrieb ist. Das ist einfach schön“, sagte Daniel Kahler anerkennend. Er war eigens aus Baden-Württemberg angereist und berichtete als Produktmanager der Marke LGB-Modellbahnen und Kenner der Szene: „Bruchhausen-Vilsen ist bekannt.“ Aus Anlass des DEV-Geburtstags hat sein Unternehmen die Lok „Spreewald“ neu aufgelegt sowie einen Wagen mit Jubiläumsschriftzug. Das scheint gut anzukommen: Die Lok ist derzeit ausverkauft.

Historische Technik zum Anfassen: Eine Dampfwalze ergänzt das Jubiläums-Programm der Museumseisenbahn Bruchhausen-Vilsen.

Historische Technik zum Anfassen: Eine Dampfwalze ergänzt das Jubiläums-Programm. © Sigi Schritt

DEV-Vorsitzender Wolf-Jobst Siedler blickte auf die Anfänge zurück und hob hervor, dass sich der Verein mit Herausforderungen auseinandersetze: „Es fehlt die Arbeitskapazität an vielen Stellen, es fehlen die Menschen, die die Arbeit machen.“ Aber, so Siedler: „Probleme sind dazu da, um gelöst zu werden.“ Daher schaue der derzeit 1.163 Mitglieder zählende Verein hoffnungsvoll in die Zukunft.

Asendorfs Bürgermeister Gerd Brüning ergriff das Wort im Namen von Samt- und Bahngemeinden und erinnerte sich an seine erste Klassenfahrt: „Die führte uns auf die Schiene und rein in die Holzklasse.“ Dass diese Bahn bis heute im Einsatz sei, begeistert ihn: „Wir sind uns bewusst, was wir für einen Schatz an euch haben“, dankte er Siedler und allen Aktiven für ihren Einsatz. Und formulierte ein ehrgeiziges Ziel: „Der Neubau eines Kleinbahnhofs in Asendorf muss noch erreicht werden.“ Die Gemeinde treibe die Planungen bis zur Baugenehmigung voran, danach komme es auf Fördergelder an.

Eisenbahnfreunde Kölln-Reisiek zeigen in der Wagen-Halle in Heiligenberg ihre Spur-Null-Anlage.

Die Eisenbahnfreunde Kölln-Reisiek zeigen in der Wagen-Halle im Bahnhof Heiligenberg ihre viele Meter lange Spur-Null-Anlage. © Sigi Schritt

Gemeindebrandmeister Michael Ullmann betonte augenzwinkernd, dass DEV und Feuerwehr gleichermaßen mit den Elementen Feuer und Wasser arbeiteten – „aber aus verschiedenen Richtungen.“ Auch er freute sich darüber, „dass wir so ein Aushängeschild in der Samtgemeinde haben.“ Das zog schon am ersten Festwochenende so viele Gäste an, dass die Übernachtungskapazitäten vollkommen erschöpft waren. „Das ist phänomenal“, erklärte Christa Gluschak aus dem Rathaus. Von der Vielzahl an Gästen profitiere der Ort, sagte sie im Namen des Tourismus-Service und nannte beispielhaft Gastronomie, Tankstellen und Bäcker. „Es ist beeindruckend, wie die Museumseisenbahn wahrgenommen wird.“

Annette Kempf, Vorsitzende der Liedertafel und DEV-Mitglied, stimmte das Lied „Die Museumseisenbahn“ an – gedichtet auf die Melodie von „Auf de Schwäb’sche Eisebahn“: „Kommt, ihr Leute, kommt heran! Fahrt mit unsrer Muselbahn! 60 Jahre fährt sie schon, und wir woll’n noch mehr davon!“