Vor der Berlin-Wahl stellen sich Parteien den Fragen junger Wähler – darum geht es ihnen wirklich


Darum geht es jungen Wählerinnen und Wählern bei der Berlin-Wahl wirklich

Stand: 09.09.2026, 22:48 Uhr

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Vor den Wahlen in Berlin haben sich die Parteien den Fragen junger Menschen gestellt. Ein Ergebnis: CDU und AfD sind sich bei vielen Themen einig.

Berlin – Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt stehen am 20. September bereits die nächsten Wahlen an: Die Berlinerinnen und Berliner wählen ein neues Abgeordnetenhaus. Davor haben sich Vertreter der Parteien den Fragen der jungen Wähler gestellt. Diese fragten besonders häufig nach der Finanzierung der Vorhaben.

Rotes Rathaus

Am 20. September 2026 wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus – wer wird danach ins Rote Rathaus einziehen? Erstmals dürfen auch 16-Jährige abstimmen. Vertreter der Parteien haben sich den Fragen junger Wähler gestellt. © Michael Brandt/dpa

Im RBB stellten sich die Parteien den Fragen junger Wähler, wie die Zeit berichtet. Ein Grund dafür ist, dass bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus erstmals auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben dürfen. Bei den Themen, etwa Mietpreise, Mobilität und Bildung, interessierte die Zuschauer besonders, wie die Parteien ihre Vorhaben finanzieren möchten. Nach Angaben von RBB24 finden junge Menschen in Berlin, dass ihre Anliegen von der Politik zu wenig berücksichtigt werden: 76 Prozent der Befragten im Alter zwischen 16 und 34 Jahren geben an, dass die Politik in Berlin sich nur schlecht um ihre Anliegen kümmert. 15 Prozent sehen ihre Anliegen gut vertreten.

Parteivertreter sollen Fragen in 30 Sekunden beantworten

Die Vertreter der Parteien hatten jeweils 30 Sekunden Zeit, die ihnen gestellten Fragen zu beantworten, wie die Zeit schreibt. Anwesend waren der 36‑jährige Lucas Schaal (CDU), die 35-jährige Tamara Lüdke (SPD), die 26-jährige Klara Schedlich (Bündnis 90/Die Grünen), der 33-jährige Niklas Schenker (Die Linke), der 37-jährige Alexander Bertram (AfD) und die 32-jährige Alina Lindemann (BSW).

Alle Kandidaten befürworteten den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. CDU-Kandidat Schaal verwies darauf, dass seine Partei die hohe Zahl an Schwarzfahrern senken möchte: Ein geschlossenes System mit Zugangsbarrieren zu den Bahnen solle dazu führen, dass Schwarzfahren „quasi auf null“ gedrückt werde. Das würde wiederum mehr Einnahmen bringen. Dieses Vorgehen befürwortete auch der AfD-Vertreter Bertram, da so Sicherheit und Sauberkeit erhöht würden.

Unterschiedliche Ideen zur Finanzierung des ÖPNV

Linkenvertreter Schenker sprach sich dafür aus, Millionäre stärker zu besteuern, um dadurch mehr Geld für den ÖPNV einzunehmen. SPD-Vertreterin Lüdke plädierte für eine „moderate Anpassung der Grunderwerbssteuer“. BSW-Vertreterin Lindemann verwies darauf, dass Deutschland es in kürzester Zeit schaffe, „Milliarden für unser Kriegsministerium auszugeben“. Dafür würde das Geld an anderen Stellen fehlen.

Zum Abschluss sollten sich die Parteivertreter anhand von Ja-Nein-Fragen zu bestimmten Themen positionieren. Dabei war auffällig, dass es Einigkeit zwischen SPD, Grünen, Linken und BSW einerseits und AfD und CDU andererseits gab. CDU und AfD waren sich etwa einig, dass es ein Genderverbot an Schulen, mehr Überwachung in der Stadt und höhere Präsenz der Bundeswehr bei Infoveranstaltungen an Schulen geben sollte. Diese Vorschläge lehnten die Vertreter der anderen Parteien ab.

Lagerbildung der Parteien lösen sich bei dem Thema Mieten auf

SPD, Grüne, Linke und BSW waren hingegen für eine Enteignung großer Wohnkonzerne und für Frauenabteile bei den Berliner Verkehrsbetrieben. Dies lehnten AfD und CDU ab. Diese Lagerbildung löste sich nur bei dem Themenkomplex Mieten auf: Gegen eine Einschränkung der Vermietung möblierter Wohnungen sprachen sich BSW und AfD aus. CDU, SPD, Grüne und Linke stimmten dem zu.

Die Berliner Abgeordnetenhauswahl findet am 20. September zusammen mit der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern statt. Zuvor sendet der RBB am 16. September eine Wahlarena mit den Spitzenkandidaten der Parteien, die eine realistische Chance auf den Einzug ins Abgeordnetenhaus haben.

Nach der jüngsten INSA-Umfrage vom 4. September haben mehrere Parteien die Chance, als stärkste Kraft aus den Wahlen hervorzugehen: Die CDU liegt demnach bei 20 Prozent, die Linke bei 19 Prozent, die AfD bei 18 Prozent, SPD und Grüne bei jeweils 15 Prozent. FDP und BSW würden jeweils bei 3 Prozent liegen. Nach Angaben von RBB24 bevorzugen 38 Prozent der 16- bis 34-Jährigen die Linke als führende Kraft im Berliner Senat. (Quellen: zeit.de, wahlrecht.de) (jws)