«Monster von Modena»: Werden Morde doch noch aufgeklärt?
Das «Monster von Modena» tötete mindestens acht Prostituierte
Rätselhafte Mordserie in Italien könnte neu aufgerollt werden
Die Mordserie des «Monsters von Modena» erschütterte Italien. Von 1985 bis 1995 fielen mindestens acht Frauen dem Täter zum Opfer. Jetzt fordern Angehörige eine Wiederaufnahme der Ermittlungen – und haben eine Anwältin eingeschaltet.
Publiziert: 18:10 Uhr
|
Aktualisiert: vor 55 Minuten
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Italien: Mordserie in Modena von 1985 bis 1995 könnte neu untersucht werden
- Acht getötete Prostituierte, neuartige DNA-Analysen könnten Cold Case aufklären
- Angehörige von fünf Opfern beauftragten Anwältin für Wiederaufnahme der Ermittlungen
Marian NadlerRedaktor News
Ab 1985 hielt eine unheimliche, zehn Jahre andauernde Mordserie die Polizei in der italienischen Provinz Modena in Atem. Die acht Opfer arbeiteten allesamt als Prostituierte. Italienische Medien spekulierten damals, dass ein einzelner Täter für die Fälle verantwortlich sein könnte. Immer wieder geisterte das «Monster von Modena» durch die Zeitungen.
Wie «La Stampa» berichtet, bestehen aktuell allerdings gute Chancen, dass die Cold Cases neu aufgerollt werden. Die Angehörigen mehrerer Opfer haben eine Anwältin beauftragt, um die Wiederaufnahme der Ermittlungen zu beantragen. Neuartige DNA-Analysen könnten einen Durchbruch ermöglichen. Was ist über die Opfer bekannt?
1985: Giovanna Marchetti
Die Leiche von Giovanna Marchetti wurde am 21. August 1985 in einem Weiler am Stadtrand gefunden. Sie lag neben einer verlassenen Ziegelei, schreibt «Corriere della Sera». Der Täter hatte ihren Schädel mit einem Stein zertrümmert. Ihr Gesicht war entstellt. Giovanna hatte als Prostituierte gearbeitet, um ihre Heroinsucht zu finanzieren. Den Stein fanden die Ermittler neben ihrem Kopf.
1987: Donatella Guerra
Im September 1987 wurde Donatella Guerra aus Mailand mit einer Stichwaffe ermordet. Der Mitarbeiter eines Steinbruchs bei San Damaso fand ihre Leiche im Morgengrauen nahe der Einfahrt. Auch sie war laut «Gazzetta di Modena» drogenabhängig und Prostituierte. «Neben Donatella Guerras Leiche lag ein blutiges Messer», sagt Opferanwältin Barbara Iannuccelli. Gibt es daran noch verwertbare Spuren? Das ist noch unklar.
1987: Marina Balboni
Wie «Il Resto del Carlino» berichtete, wurde Marina Balboni am 1. November 1987 tot in der Via Mulino in Carpi aufgefunden. Die damals 21-Jährige wurde mit ihrem eigenen Schal erdrosselt.
1989: Claudia Santachiara
Claudia Santachiara starb im Mai 1989 in Campogalliano ebenfalls durch Strangulation. «An der linken Hand von Claudia Santachiara wurden Haare gefunden», sagt Opferanwältin Barbara Iannuccelli. Diese bisher nicht analysierten Haare könnten jetzt eine entscheidende Rolle spielen, ist sie überzeugt.
Sie soll weitgehend unbekleidet gefunden worden sein. Es habe Anzeichen gegeben, dass sie sich gegen ihren Angreifer gewehrt hatte, sagten die Ermittler damals.
1990: Fabiana Zuccarini
Die junge Frau wurde am 8. März 1990 in einem Graben in Staggia di Bomporto gefunden. Sie wurde laut «Il Resto del Carlino» mit einem Trainingsanzug erdrosselt, den sie getragen hatte.
1992: Anna Abruzzese
Anna Abruzzese starb im Februar 1992. Ihre Leiche wurde in der Gemeinde San Prospero in der Provinz Modena in einem Graben entdeckt. Die Nachrichtenagentur Ansa schreibt, sie starb durch Strangulation, Opferanwältin Iannuccelli sprach am Samstag davon, dass sie erstochen worden sei.
1994: Anna Maria Palermo
Der leblose Körper von Anna Maria Palermo wurde Ende Januar 1994 in einem Kanal in Corlo di Formigine gefunden. Die 20-Jährige war mit zwölf Messerstichen, mehrere davon in die Brust, getötet worden. Ihr Körper soll laut «Il Resto del Carlino» auch Folterspuren aufgewiesen haben. Auch in ihrem Fall soll eine Tatwaffe gefunden worden sein.
1995: Monica Abate
Monica Abate wurde am 3. Januar 1995 erdrosselt in ihrer Wohnung in der Innenstadt von Modena gefunden. Der Täter soll sie mit blossen Händen umgebracht haben, erklärte Opferanwältin Barbara Iannuccelli gegenüber «La Stampa». Bis heute ist unklar, warum die Mordserie nach ihrem Tod aufhörte.
Gab es noch zwei weitere Opfer?
Manche italienische Medien gehen davon aus, dass die Mordserie bereits 1983 begann. Filomena Gnasso wurde 1983 mit fünf Messerstichen getötet. 1990 machte zudem der Fall der damals 29-jährigen Antonietta Sottosanti Schlagzeilen. Sottosantis Leiche wurde in einem Apartment in Modena gefunden, nachdem es in Flammen aufgegangen war. Es kam heraus, dass ihr eine Nylonstrumpfhose in den Mund gesteckt worden war. Sie war schon vor Ausbruch des Feuers tot. In beiden Fällen stehen die Angehörigen aber nicht mit Anwältin Barbara Iannuccelli in Kontakt.