„Stromsteuersenkung muss deshalb jetzt Teil des Entlastungspakets werden“: Verband appelliert an Merz-Regierung
„Debatte darf nicht bei der Zapfsäule enden“: Merz will Sprit-Entlastungen – dafür Stromsteuersenkung passé?
Stand: 17.09.2026, 18:25 Uhr
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In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollen Sprit-Entlastungen den Bürgern finanziell entgegenkommen. Doch denkt Kanzler Merz auch an die Stromsteuersenkung?
Berlin/Hamburg – Nach der CDU-Schlappe bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geht der Blick für die Union nun nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort wird am Sonntag, 20. September, ebenso ein neuer Landtag gewählt. Für viele Beobachter des politischen Berlins gilt das Abschneiden der CDU im Bundesland als wegweisend für den weiteren Kurs von Kanzler Merz.

Etwaigen Gerüchten, der CDU-Chef würde noch am Sonntag oder Montag die Vertrauensfrage stellen, traten hochrangige Unionsvertreter bereits öffentlichkeitswirksam entgegen. Doch müssen unverändert Ergebnisse her, damit die Stimmung nicht vollends kippt. Hier will Merz mit etwaigen Sprit-Entlastungen ansetzen. Ob Tankrabatt, Übergewinnsteuer oder Preisdeckel, der Handlungs-Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Womöglich stößt an diese aber die Stromsteuersenkung.
Qua Koalitionsvertrag: Stromsteuer in Deutschland soll aufs europäische Mindestmaß sinken
Ein Blick zurück: Im bereits 2025 verhandelten Koalitionsvertrag hatte sich die Bundesregierung unter anderem darauf verständigt, die Stromsteuer für alle Verbrauchergruppen auf das europäische Mindestmaß zu senken. Wie das Bundesfinanzministerium auf seiner Homepage ausweist, beträgt die Stromsteuer hierzulande für Privathaushalte 2,05 Cent pro Kilowattstunde (20,50 Euro je Megawattstunde).
Zum Vergleich: Das europäische Mindestmaß für die Stromsteuer liegt laut der EU-Energiesteuerrichtlinie bei 0,05 Cent pro Kilowattstunde respektive bei 0,50 Euro je Megawattstunde. Darauf verweist die EHA Energie-Handels-Gesellschaft mit Sitz in Hamburg. Die Gegenüberstellung lässt zwangsläufig folgende Frage aufkommen: Wann erfolgt die längst angekündigte Senkung der Stromsteuer in Deutschland?
BKM hebt Bedeutung von geplanter Stromsteuersenkung hervor
An dieser Stelle kommt auch der Bundesverband Kooperierender Mittelstand e.V. (BKM) ins Spiel. Als Spitzenverband der deutschen Wirtschaft vertritt der BKM sowohl in Berlin als auch in Brüssel die Interessen von etwa 200.000 mittelständischen Unternehmen, die wiederum in über 250 Verbundgruppen und Genossenschaften organisiert sind.
Über den Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM)
Als Spitzenverband vertritt der BKM in etwa 200.000 mittelständische Unternehmen. „Dazu gehören unter anderem Edeka, Rewe, Markant, Bäko, Reformhaus, Anwr, Intersport, expert, ElectronicPartner, Euronics, E/D/E, Eurobaustoff, Vedes, Noweda und Datev.
Die kooperierenden Mittelständler erwirtschaften mit zwei Millionen Vollzeitbeschäftigten einen Umsatz von über 500 Mrd. Euro. Alle fördern ihre Mitglieder durch eine Vielzahl von Angeboten wie etwa Einkaufsverhandlungen, Logistik, Multi-Channel, IT, Finanzdienstleistungen, Beratung, Marketing, Ladeneinrichtung, Internationalisierung und Trendforschung“. Darauf verweist der Verband auf seiner Homepage selbst.
Der BKM betont explizit gegenüber der Frankfurter Rundschau von IPPEN.MEDIA, dass die zuvor aufgeführte Stromsteuersenkung im Koalitionsvertrag angekündigt wurde. Mit ihr sollen Unternehmen und private Haushalte zusätzlich und unmittelbar bei ihren Stromkosten entlastet werden. Zugleich solle auf diesem Wege die Elektrifizierung unterstützt werden. So zumindest das Vorhaben. Erfolgt ist bis dato nichts.
Entsprechend weiß sich auch Günter Althaus zu äußern. Der Präsident des Bundesverbands Kooperierender Mittelstand (BKM) und CEO der Reformhaus eG sagt: „Die Debatte über Entlastungen der Verbraucher und Unternehmen darf nicht bei der Zapfsäule enden und zeigt, wie groß der Handlungsdruck bei den Energiepreisen ist. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag angekündigt, die Stromsteuer für alle Verbrauchergruppen auf das europäische Mindestmaß zu senken. Warum liegt diese Maßnahme jetzt nicht mit auf dem Tisch?“
Nach Ansicht von Althaus wäre eben jene Senkung „schnell und unbürokratisch umsetzbar“ und würde letztlich „Unternehmen sowie private Haushalte unmittelbar entlasten“. Obendrein, so Althaus, „würde sie Investitionen erleichtern und die politisch gewollte Elektrifizierung von Wirtschaft, Wärme und Mobilität unterstützen“.
Deswegen appelliert Althaus in Richtung der Regierung und spricht von der Stromsteuersenkung, die „jetzt Teil des Entlastungspakets werden“ müsse. Und das „branchenübergreifend und ohne komplizierte Nachweis- und Antragsverfahren“. Nun wird die nähere Zukunft zeigen, ob und inwiefern die Merz-Regierung auch hier draufschaut – und nicht nur den ausufernden Spritpreisen entgegenwirken will. (Quellen: BKM, dpa, Bundesfinanzministerium, EHA Energie-Handels-Gesellschaft) (han)