Mutmaßlicher Brandanschlag auf Synagoge: Polizei nimmt Mann fest


Stand: 17.09.2026, 18:23 Uhr

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In Wuppertal hat ein Mann mutmaßlich Feuer an einer Synagoge gelegt. Die Polizei konnte ihn kurze Zeit später festnehmen.

Wuppertal – An der Synagoge in Wuppertal-Barmen hat es am Donnerstagnachmittag, 17. September, gebrannt. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei in Wuppertal auf Anfrage von wa.de. Demnach gebe es seit 14 Uhr einen Einsatz an der neuen Bergischen Synagoge.

Nebeneingang der Bergischen Synagoge in Wuppertal

An einem Nebeneingang der Bergischen Synagoge in Wuppertal ist am frühen Nachmittag ein Feuer gelegt worden. © © Christoph Petersen/dpa

Laut Polizei wurde am Nebeneingang auf der Rückseite der Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal ein Feuer gelegt. „Es wurde versucht, die massive Tür dort in Brand zu setzen“, sagte der Sprecher. Angehörige des Versammlungs- und Gotteshauses hätten das Feuer jedoch schnell löschen können, es sei zumindest materiell nicht viel kaputtgegangen. Ruß an der Tür und Lackschäden zeugten jedoch von dem Brand. „Verletzt wurde niemand“, ergänzte der Polizeisprecher.

Nach Feuer an Bergischer Synagoge in Wuppertal: Mann in der Nähe festgenommen

Kurz nach Entdecken des Feuers sei ein 37-jähriger Mann in der Nähe festgenommen worden. Zu diesem wollte die Polizei jedoch noch keine weiteren Angaben machen. Die Kriminalpolizei ermittle nun. An der Synagoge stehen Polizisten dauerhaft Wache.

Zunächst hatte die Jüdische Allgemeine berichtet. Zentralratspräsident Josef Schuster verurteilte demnach den Angriff: „Erneut ist es in der Zeit der jüdischen Hohen Feiertage zu einem Anschlag auf eine Synagoge gekommen. Was mich zutiefst verstört, ist die Seelenruhe, mit welcher der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat. Von Unrechtsbewusstsein oder Scham fehlt jede Spur. Dieses Vorgehen bezeugt die fortschreitende Normalisierung des Judenhasses, auf die unsere Gesellschaft bisher keine Antwort gefunden hat", sagte Schuster demnach.

Angriff kurz vor Jom Kippur am 20. und 21. September

Der Angriff passierte kurz vor einem jüdischen Fest. Am 20. und 21. September steht mit Jom Kippur, dem Versöhnungstag, einer der wichtigsten jüdischen Feiertage bevor. Die Zahl antisemitisch motivierter Vorfälle ist hoch: 2025 meldete der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus 8725 Fälle.

Ein Bericht aus dem vergangenen Jahr zeigte einen drastischen Anstieg antisemitischer Vorfälle. Der Gaza-Konflikt wirkt als Brandbeschleuniger. Die Regierung muss handeln. Ein Kommentar.