Drei Jungs aus der Region fliegen zur Youth World Challenge nach New York
Stand: 17.07.2026, 06:30 Uhr
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Jakup Rose, Dion Iseni und Phil Spitzer laufen in der kommenden Woche für die deutsche U10-Mannschaft auf. 36 Teams pro Jahrgang spielen in den USA den Youth World Cup aus.
Syke/Br.-Vilsen – Noch kicken sie ein bisschen im Garten an der Bassumer Landstraße vor sich hin. Und das unter den Augen der Mütter, die sich unter anderem um die Fensterscheiben ringsum sorgen. Aber alles geht gut. Dafür dürfen Jakup Rose von der Jugendspielgemeinschaft Bruchhausen-Vilsen, Dion Iseni vom SV Weyhe und Phil Spitzer vom TSV Barrien in der kommenden Woche vor ganz großem Publikum auflaufen – nicht etwa im Syker Hachestadion, sondern in New York.
Drei Jungen aus dem Landkreis Diepholz vertreten Deutschland bei Youth World Challenge
Die Millionenstadt an der Ostküste der USA ist Austragungsort der Youth World Challenge. Spieler der Jahrgänge U10 und U12 spielen dort den Youth World Cup aus. Jeweils 36 Teams pro Jahrgang sind dabei. Jakup, Dion und Phil laufen alle für die deutsche U10-Mannschaft auf. Organisiert wird das Event von Ivan Malter. Er steht hinter Nitidia Sport aus Barcelona. Deutscher Partner ist AM Global Sport mit Sitz in Minden. Dessen Betreiber Andreas Matysek hat die Youth World Challenge nach Deutschland geholt und Steven Helvogt als Cheftrainer oder neudeutsch Headcoach der U10- und U12-Mannschaft verpflichtet. Er ist das Bindeglied zwischen Spielern und Eltern einerseits sowie den Organisatoren andererseits.
Diese Entscheidung hat Matysek sicherlich mit Bedacht getroffen. Denn Helvogt trainiert entweder individuell, als Team oder im Rahmen von Camps Fußball-Mädchen und -Jungen ab Jahrgang U8 bis in den Leistungsbereich der Senioren – unter anderem im Rahmen der Fußballschule von Werder Bremen. Jakup lernte Helvogt bei einem seiner Individualtrainings kennen, und Phil nahm an einem der Fußballcamps teil. Auf beide sowie auf Dion hatte Helvogt früh ein Auge geworfen und sprach die Jungs mit ihren Eltern auf das Turnier in New York an.

Jakup bekam seine Verpflichtung im Oktober als erster, Phil folgte an fünfter Stelle. Für Dion fiel die Entscheidung kurzfristig beziehungsweise „durch Zufall“, wie sich seine Mutter Fatmire Iseni erinnert. Denn ihr Sohn war gerade vom TuS Syke zum SV Weyhe gewechselt und wurde dort nach einem Speedtraining von Helvogt angesprochen. Die Freude darüber, einmal für die sprichwörtlich schönste Nebensache der Welt über den Atlantik zu jetten, sei groß gewesen, sind sich alle drei Familien einig.
Los geht es an unterschiedlichen Tagen. Während Dion und Jakup mit Familie und Mama am Dienstag, 21. Juli, starten, macht sich die ganze Familie Spitzer bereits am Sonntag auf den Weg. „Wir nutzen die Chance, New York ein wenig unsicher zu machen“, sagt Mutter Peggy Spitzer lachend. Das Turnier selbst startet dann am Mittwoch. Über drei Tage spielen die Kinder aus aller Welt ihre Besten aus. Die jeweiligen Sieger stehen am kommenden Samstag, 25. Juli, fest. Einen Tag später, am Sonntag, geht es wieder nach Hause.
Jakup, Dion und Phil kommen mit großer Wahrscheinlichkeit mit reichlich Eindrücken zurück. Doch schon jetzt können sie sich nichts anderes als Fußball vorstellen. Ob im Garten, irgendwo in der Stadt oder auch mal im Haus: Sobald die drei Jungs einen Ball sehen, sind sie nicht mehr zu stoppen. Davon können die Mütter halb schmunzelnd, aber auch ein bisschen verzweifelt, ein Lied singen – auch wenn die Weisheit des einstigen Bundestrainers Sepp Herberger, „Das Runde muss ins Eckige“, gut und gerne 90 Prozent aller Familienmitglieder verinnerlicht haben.
Besonders schlimm sei es für ihre Söhne, wenn sie mal krank sind. Da kommt es nämlich schon einmal vor, dass der eine oder die Bälle in der Ecke liegenbleiben müssen. So etwa bei Phil, dessen Nominierung für die Youth World Challenge mit einer immerhin fünfwöchigen Zwangspause verbunden war. Der Barrier stolperte über einen Fußball und zog sich entweder einen Bänderriss oder nur einen Anriss zu. „Das wissen wir nicht genau“, erklärt Mutter Peggy, „bei Kindern wird ja noch kein MRT gemacht.“
Können sich die Leidenschaftskicker denn einen anderen Sport als Fußball vorstellen? „Ja, Volleyball“, meint Dion. Jakup denkt kurz nach: „Basketball.“ Allerdings kommen beide Sportarten auf keinen Fall im Verein für die beiden Jungs infrage – Fußball geht ihnen über alles. Dion und Jakup nutzen jede nur erdenkliche freie Minute zum Bolzen oder um einfach ein wenig herumzuspielen. Natürlich plus Training.
Talente wie Dion, Phil und Jakup gibt es in Deutschland genug. „Man muss sie nur heben“, sagt Helvogt. Was ihm Sorgen bereitet, ist der Umstand, dass immer mehr Kinder Koordinationsdefizite haben – die Gründe dafür sind nach Helvogts Überzeugung vielschichtig. Was sicherlich helfen würde, wären mehr Plätze zum Toben und Bewegen in ihrem Umfeld. Stichwort Bolzplatz. Aber auch Schulen und die Sportvereine seien in der Verantwortung. Letztere sollten es den Kindern ermöglichen, sich in unterschiedlichen Sportarten auszuprobieren.