Droh-Duell geht weiter: Teheran will Rache – und Trump verspricht dem Iran Zerstörung


Stand: 11.07.2026, 22:22 Uhr

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Teherans neuer Oberster Führer schwört Rache für den Tod seines Vaters. Trump droht mit massiven Bombardierungen. Eine Verhandlungslösung wird immer unwahrscheinlicher.

Washington – Der Nahost-Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskaliert weiter. Nach der Beisetzung des getöteten iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei schwor dessen Nachfolger Modschtaba Chamenei Rache. „Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen“, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung, die dem neuen Obersten Führer zugeschrieben wurde. Chamenei Senior war am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden.

US-Präsident Trump Anfang Juli in Ankara. (Archivfoto)

US-Präsident Trump Anfang Juli in Ankara. (Archivfoto) © Klaudia Radecka/dpa

Parallel dazu verschärfen die USA den Druck auf Teheran: Laut Berichten von Axios und dem Wall Street Journal fordert Washington ein öffentliches Bekenntnis des Irans zur freien und sicheren Schifffahrt in der Straße von Hormus. Die strategisch wichtige Meerenge ist der entscheidende Transportweg für Öl, Gas und Dünger – und hat sich für den Iran als stärkstes Druckmittel im Konflikt erwiesen.

Drohungen zwischen Iran und USA: Gespräche oder keine Gespräche?

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag das Ende der Waffenruhe bekräftigt, gleichzeitig aber die Tür für Diplomatie einen Spalt offen gelassen. Teheran habe um eine Fortführung von Gesprächen gebeten, und die USA hätten zugestimmt, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social – das Wort „Gespräche“ dabei demonstrativ in Anführungszeichen. Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai wies diese Darstellung zurück: Man sei lediglich einer Bitte eines regionalen Vermittlers nachgekommen. Außenminister Abbas Araghtschi reiste unterdessen nach Maskat und traf dort seinen omanischen Amtskollegen Badr al-Busaidi.

Zu den zentralen Streitpunkten gehört neben der Meerenge Irans Atomprogramm. Das Wall Street Journal berichtet, die US-Regierung halte einen Atomdeal mit dem Iran inzwischen für immer unwahrscheinlicher. Satellitenbilder legen zudem nahe, dass der Iran den Militärkomplex in Partschin – eine Anlage mit mutmaßlicher Verbindung zu Atomwaffentests – aktiv wieder aufbaut. Betonmischer und Vorrichtungen zur Versiegelung von Einschlaglöchern seien zu sehen gewesen, so das Institute for Science and International Security.

Trump: „Ich bin die Nummer eins auf der Todesliste des Irans“

Eine weitere Dimension erhält das Droh-Duell durch Berichte über mögliche iranische Attentatspläne gegen Trump selbst. Laut CNN und dem Wall Street Journal soll Israel die US-Regierung vor iranischen Plänen zur Ermordung des US-Präsidenten gewarnt haben – der Plan soll erst kürzlich ausgearbeitet worden sein. Trump selbst bestätigte die grundsätzliche Bedrohungslage, spielte neue Geheimdiensterkenntnisse jedoch herunter: „Ich stehe schon seit langer Zeit an erster Stelle auf der Todesliste des Irans, und so ist das Leben nun einmal“, sagte er der New York Post. Israel habe keine konkreten Geheimdienstinformationen geteilt.

Gleichzeitig verschärfte Trump seine Rhetorik: Er habe Instruktionen für Kabinett und Mitarbeiter hinterlassen, sollte ihm etwas zustoßen. „Sie sollen buchstäblich in einem Ausmaß bombardiert werden, wie sie es noch nie zuvor erlebt haben“, wird er zitiert. Wen genau er meinte, ließ Trump offen – die „New York Post“ stellte seine Aussagen in den Kontext des Iran-Konflikts. Dass Trump auf dem Rückflug vom NATO-Gipfel in Ankara die neue Air Force One nicht nutzte, hatte zuvor Spekulationen über konkrete Sicherheitsrisiken befeuert. (spr) (Verwendete Quellen: dpa, Wall Street Journal, Axios)