Ukraine-Liveticker: Selenskyj fordert raschere Umsetzung von Waffenabkommen | FAZ


Selenskyj appelliert an Partner bei Umsetzung von Waffenabkommen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt sich für eine raschere Bereitstellung vereinbarter Waffenlieferungen ein. „Ich ⁠bereite Änderungen in den diplomatischen Bemühungen der Ukraine vor“, sagt er in seiner abendlichen Videoansprache. „Wir brauchen eine neue Ebene der Zusammenarbeit mit unseren Partnern, um sicherzustellen, dass Vereinbarungen über Waffenlieferungen erfüllt werden.“ Getroffene Abmachungen müssen viel schneller und ‌vollständiger umgesetzt werden. Dies gelte auch für die jüngst mit US-Präsident Donald Trump getroffene Vereinbarung, wonach die Ukraine eine Lizenz zur eigenen Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen erhält. Der Ukraine mangelt es an Munition für ihre Patriot-Systeme, um russische ‌ballistische Raketen abzufangen. 

Fabian Drahmoune

Fabian Drahmoune

Klitschko: Angriffe auf Kiew sind „schlimmer als je zuvor“

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko spricht angesichts mehrerer schwerer russischer Luftangriffe in den vergangenen Tagen von einer weiteren Eskalation des Ukrainekriegs durch Moskau. Er habe so etwas seit Kriegsbeginn noch nicht erlebt. „Die Angriffe mit russischen ballistischen Raketen sind schlimmer als je zuvor“, sagte er der Zeitung „Bild am Sonntag“.

Innerhalb einer Woche hat das russische Militär Kiew dreimal schwer aus der Luft angegriffen. Dabei setzte es neben Drohnen auch Marschflugkörper und ballistische Raketen ein. Die Folgen für die ukrainische Hauptstadt sind verheerend. Dutzende Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Die Einschläge haben viele Wohnhäuser in Kiew beschädigt oder ganz zerstört.

Die von Kremlchef Wladimir Putin betriebene Eskalation sei auch auf die neue Stärke der Ukraine auf dem Schlachtfeld zurückzuführen, zeigte sich Klitschko überzeugt. Putin stehe so unter Druck, „dass er jetzt offenbar Kiew kaputt bomben will, bevor der Winter beginnt“, sagte der frühere Box-Weltmeister. Klitschko rief die westlichen Partner der Ukraine zu weiteren Hilfen bei der Flugabwehr auf. Gerade beim Abfangen ballistischer Raketen ist Kiew auf Systeme wie die von den USA produzierten Patriot-Komplexe angewiesen.

Irem Yildirim

Irem Yildirim

Acht Tote bei russischen Angriffen auf Ukraine  

Bei russischen Angriffen mit Raketen, Drohnen und Lenkbomben sind in der Ukraine am Samstag acht Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj erklärte im Onlinedienst X, Russland habe sein Land in der Nacht mit mehr als 120 Drohnen und zwölf Raketen angegriffen. 

„Zivile Infrastruktur wurde getroffen, bevor Luftalarm ausgerufen wurde“, erkläre Selenskyj. Er veröffentlichte Videos von Einsatzkräften, die in den Trümmern von Gebäuden nach Verschütteten suchten. In der Hauptstadt Kiew seien Wohngebäude, Büros und eine theologische Lehranstalt beschädigt worden, erklärte der Staatschef. Auch in anderen Landesteilen liefen Bergungseinsätze. 

Irem Yildirim

Irem Yildirim

Selenskyj will nach Einschlägen bei Kiew Militärs abstrafen  

Bei einem russischen Raketenangriff gingen vor einigen Tagen nahe Kiew Munitionslager in die Luft – nun will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die verantwortlichen Beamten bestrafen. Es sei eindeutig verboten gewesen, Depots in der Stadt Wyschnewe anzulegen, „doch all diese Vorschriften wurden missachtet“, klagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Dabei gebe es genügend Plätze in der Ukraine, um solche Depots in sicherer Entfernung von Wohnhäusern aufzubauen. Laut Selenskyj waren für den Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften Leiter zweier Staatsbetriebe verantwortlich. Gegen sie und andere Manager werde ermittelt. 

Tusk kündigt Bau von Gedenkstätte für UPA-Opfer an

Nach der jüngsten Eskalation eines Streits um die Rolle der berüchtigten Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) im Zweiten Weltkrieg hat Polen die Errichtung eines Denkmals für die UPA-Opfer in der Region Wolhynien angekündigt. „In Warschau wird eine Gedenkmauer errichtet, mit einer ewigen Flamme und den Namen aller gefundenen und identifizierten Opfer“, sagte Regierungschef Donald Tusk am Samstag in einer Videobotschaft anlässlich des nationalen Wolhynien-Gedenktags.

Mit Blick auf den von der Ukraine angestrebten EU-Beitritt sagte Polens  Ministerpräsident am Samstag, „das nach dem Zweiten Weltkrieg versöhnte Europa wurde durch die Wahrheit und dadurch möglich, dass die Dinge beim Namen genannt wurden“. Wer dieser Gemeinschaft beitreten wolle, müsse „für diese Wahrheit bereit sein“. 

Videoaufnahmen aus Sumy veröffentlicht

Das ukrainische Zentrum für strategische Kommunikation (SPRAVDI) verbreitet Videoaufnahmen, die den Moment des Einschlags der Gleitbombe in Sumy zeigen sollen. Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie Menschen sich zu Boden werfen und so versuchen, sich in Deckung zu bringen. 

Vier Tote durch Gleitbombenabwurf auf Sumy 

Das russische Militär hat durch den Abwurf von Gleitbomben auf die nordostukrainische Stadt Sumy mindestens vier Menschen getötet. „Darunter ist auch ein Mädchen“, sagte der Bürgermeister von Sumy, Artem Kobsar, in einem auf seinem Telegramkanal geteilten Video. Weitere sieben Personen mussten demnach verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Auf dem Video ist ein Bombenkrater im Asphalt und ein zerfetzter Kleinbus in einem Wohngebiet zu sehen. Die örtlichen Behörden warnten vor weiteren Angriffen. 

Russland: Ein Seemann getötet

Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf Schiffe im Asowschen Meer ist nach russischen Behördenangaben eine Person getötet worden. „Ein Seemann auf ‌einem technischen Versorgungsschiff ist ums Leben gekommen“, schrieb Juri Sljusar, Gouverneur der südrussischen Region Rostow, auf Telegram. Verletzte habe es keine gegeben. ‌Eines der ‌in der Bucht von Taganrog angegriffenen Schiffe sei ein Methanol-Tanker. 

Elf Verletzte durch russische Angriffe auf Kiew

Bei neuen russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach offiziellen Angaben mindestens elf Menschen verletzt worden.  

Unter den elf Verletzten sei ein Kind, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst X mit. Russland habe in der Nacht mehr als 120 Drohnen gestartet und 12 Raketen abgefeuert, „die Hälfte von ihnen ballistische“. Noch vor dem ersten Sirenenalarm sei „zivile Infrastruktur“ getroffen worden, darunter Wohnhäuser und Bürogebäude. 

Selenskyj erklärte, die Armee habe „die meisten“ Flugkörper abgeschossen, „aber nicht die ballistischen“. Er appellierte an die US-Regierung, ihr Versprechen zügig umzusetzen, der Ukraine eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Flugabwehrsystemen zu erteilen. 

Drohnenangriff auf russische Tanker

Das ukrainische Militär ⁠hat nach eigenen Angaben in der Nacht 21 russische Tanker im Asowschen Meer mit Drohnen angegriffen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Dies sei Teil einer Kampagne, um den russischen Streitkräften in ‌der besetzten Ukraine den Treibstoff zu entziehen. Außerdem seien vier Schlepper, zwei Frachtschiffe und ein Baggerschiff getroffen worden. 

Sabrina Frangos

Sabrina Frangos

Verletzte bei Raketenangriff auf Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht erneut unter Raketenbeschuss geraten. Der Feind habe die Stadt mit ballistischen Raketen angegriffen, teilten Bürgermeister Vitali Klitschko und Militärgouverneur Tymur Tkatschenko auf Telegram mit. Sie riefen die Anwohnerinnen und Anwohner auf, sich in Schutzräume zu begeben. Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete von mehreren Angriffswellen. Mindestens drei Menschen wurden laut Klitschko bei den Angriffen verletzt.

Bei den nächtlichen Attacken sei es in mehreren Bezirken zu Bränden gekommen. Nach vorläufigen Angaben Tkatschenkos gab es Schäden in einem Stadtbezirk im Ostteil der Stadt. Im Westteil Kiews brach demnach ein Brand in einem Bürogebäude aus. Zudem sei ein unbewohntes Gebäude beschädigt worden.

Irem Yildirim

Irem Yildirim

US-Senator fordert von China Druck auf Russland für Friedensgespräche

Der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey ​Graham sieht China in einer entscheidenden Rolle, um den ⁠Krieg in der Ukraine zu beenden. Der Weg zum Frieden führe mehr durch Peking als durch ‌Washington, Kiew oder Moskau, sagte Graham am Freitag vor Reportern in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. China habe ‌einen übergroßen Einfluss ‌und solle diesen zum Wohle der Welt nutzen. Zuvor hatte sich Graham mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen, ​um unter anderem über ⁠den dringenden Bedarf an Luftverteidigung zu sprechen. 

Irem Yildirim

Irem Yildirim

Verschärfte Russland-Sanktionen: US-Senatoren einigen sich mit Trump-Regierung  

In den USA zeichnen sich verschärfte Russland-Sanktionen ab: Vier Senatoren einigten sich darauf mit der Regierung von Präsident Donald Trump, wie sie am Freitag in Washington mitteilten. Die Gesetzgebung solle bald umgesetzt werden, erklärten die republikanischen Senatoren Lindsey Graham und Roger Wicker und ihre Kollegen von der Demokratischen Partei, Richard Blumenthal und Jeanne Shaheen.

Es gehe um „Instrumente, die einen hohen Preis von denjenigen verlangen, die russisches Öl und Gas kaufen und damit Putins Kriegsmaschinerie antreiben“, erklärten die vier Kongressmitglieder. Details der Einigung nannten sie nicht. 

Irem Yildirim

Irem Yildirim

Selenskyj kündigt nach Skandal Reform der Sturmtruppen an  

Nach einem Skandal um Todesfälle in einer Militäreinheit hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Reform der Sturmtruppen angekündigt. „Es gibt viele Fragen, Probleme, die gelöst werden müssen. Vor allem im Umgang mit den Leuten“, sagte der Staatschef in einer Videoansprache. Es werde neben strafrechtlichen Ermittlungen auch Wechsel an der Spitze der Sturmtruppen geben.

Im Juni hatte ein Medienbericht Aufsehen erregt, nachdem beim Sturmregiment „Skelja“ innerhalb von sechs Monaten mehr als zwei Dutzend Rekruten in ihrer militärischen Grundausbildung ums Leben kamen. Diese sollen demnach verprügelt, erniedrigt und anderweitig misshandelt worden sein. Derartige Praktiken sind Berichten zufolge auch in anderen Einheiten vor allem in Bezug auf Zwangsrekrutierte verbreitet. 

Kiew meldet neue Drohnenangriffe auf russische „Schattenflotte“

Die Ukraine hat in den vergangenen Tagen verstärkt Schiffe der sogenannten Schattenflotte Moskaus attackiert. Schon am Mittwoch sprach der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte von 19 Tankern, welche die Ukraine innerhalb von 72 Stunden getroffen habe. Am Freitagnachmittag teilte Robert Browdy dann mit, die ukrainische Armee habe in den vergangenen 24 Stunden 18 weitere russische Schiffe im Asowschen Meer angegriffen. Darunter seien 13 Tanker der „Schattenflotte“ gewesen. Damit seien insgesamt in dieser Woche fast 50 Tanker in der Region beschädigt worden.

Schätzungen zufolge besteht Russlands „Schattenflotte“ aus rund 1400 Schiffen, mit denen Moskau Sanktionen umgeht. Die meist maroden Tanker liefern weiterhin russisches Öl an Abnehmer. Europäische Staaten ließen sie lange gewähren, bringen in letzter Zeit aber häufiger Schiffe auf, die sie der Schattenflotte zurechnen.

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