Economic Challenges: Warum Deutschlands Bildung unter das Niveau von 2000 fällt


Economic Challenges: Warum Deutschlands Bildung unter das Niveau von 2000 fällt

Die neue PISA-Studie zeigt Deutschland schlechter aufgestellt als beim ersten Schock im Jahr 2000. Bert Rürup und Michael Hüther diskutieren, welche Faktoren das Bildungssystem ausbremsen.

In dieser Folge von Economic Challenges analysieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, die aktuelle PISA-Studie, die für Deutschland ein schlechteres Ergebnis ausweist als die erste Erhebung im Jahr 2000. Ein Drittel der 15-Jährigen erreicht demnach nicht mehr die grundlegenden Fähigkeiten in Lesen und Mathematik.

Hüther macht dafür vor allem strukturelle Defizite verantwortlich: mangelnde frühkindliche Bildung, unzureichende Sprachförderung und einen Bildungsföderalismus ohne Ausstrahleffekte. „Keiner wandert wegen der Schulqualität“, so Hüther zum Wettbewerbsgedanken zwischen den Bundesländern. Rürup wirft die Frage auf, ob angesichts der ungleichen Zuwanderungsverteilung eine stärkere Bundeszuständigkeit nötig sei, und plädiert für eine verpflichtende Vorschule nach französischem Vorbild, um Sprachdefizite früh auszugleichen.

Beide sehen die seit 2015 gestiegene Zuwanderung nicht als Ursache, sondern als Verschärfung bereits bestehender sozialer Segregation – sichtbar etwa an der ungleichen Verteilung von Kita-Plätzen. Rürup verweist zudem auf ökonomische Folgekosten: Laut ifo-Institut summiert sich der PISA-Rückgang auf einen Verlust von drei bis vier Prozent des Volkseinkommens. Hüther fordert am Ende ein ambitionierteres Bildungssystem, das Anstrengung und Übung wieder stärker einfordert.

Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther

Produziert von Johannes Grote

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