Ein richtiges Kulturgut für Kirkel: Unterhalb der Burg wurde drei Tage lang die Kerb gefeiert
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Ein richtiges Kulturgut für Kirkel Unterhalb der Burg wurde drei Tage lang die Kerb gefeiert
Kirkel · Straußbuwe und Straßmäde pflegen das Brauchtum, Fußballer gewinnen alle Kerwespiele und das Dorf feiert mit. So verlief die Kerb in Kirkel in diesem Jahr.
16.09.2026 , 19:00 Uhr
Die Straußjugend hat sich für die Kirkeler Kerb wieder mächtig ins Zeug gelegt.
Foto: Stefan Holzhauser
Als am Samstagabend Bürgermeister Dominik Hochlenert vor der Traditionskneipe Tante Milli mit dem Fassbieranstich die Kirkeler Kerb offiziell eröffnet hatte, konnte endlich wieder drei Tage lang das Bier in Strömen fließen. Kerwepfarrer war auch in diesem Jahr Yannic Keßler. „Ich mache das jetzt bereits seit elf Jahren. Wir hatten damals die Kerb hier in Kirkel noch einmal ins Leben gerufen. Die Kneipe hier gehört ja auch meiner Mutter“, erzählte Keßler.
Kurze Nacht für die Straußjugend
Für den Samstagabend stand Partymusik mit Ayers Rockt auf dem Programm – dabei wurde noch lange vor der Bühne an der Tante Milli zusammen getanzt und mitgesungen. Im Anschluss an eine für viele Straußbuwe und Straußmäde kurze Nacht ging es dann am Sonntagvormittag schon wieder mit einem Gottesdienst in der katholischen Kirche weiter. Anschließend startete der Umzug, der an der Tante Milli sein Ende fand – und dort wurde noch ein weiterer gemeinsamer Gottesdienst gefeiert.
Fußballspiele zur Kirmes
Natürlich hieß es auch, sich bei einem deftigen Essen für die Kerwespiele des SV Kirkel einzustimmen. Bereits am Sonntagvormittag hatten die U18-Spieler des SVK ihre Gäste von der SG St. Ingbert mit 3:2 bezwungen. Da wollten anschließend die beiden Kirkeler Aktivenmannschaften natürlich nachziehen. Die Zweite präsentierte sich ebenfalls in Glanzform und ließ ihren Gästen vom FC Viktoria St. Ingbert II beim 5:1-Sieg keine Chance. Nun fehlte zur vollkommenen Glückseligkeit im Dorf nur noch ein Erfolg der Ersten. Auch dieses Vorhaben gelang dank eines 3:0-Sieges gegen die SG Alschbach-Niederwürzbach.
Vom Spielfeldrand aus wurden die Kirkeler Akteure dabei lautstark von den Straußbuwe und Straußmäde angefeuert – aber diese mussten sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff des Spiels der ersten Mannschaft wieder auf den Rückweg zur Tante Milli machen: Dort sollte schließlich pünktlich um 17.30 Uhr die Kerweredd vorgetragen werden. Und anschließend spielte die Band Firma Holunder groß auf.
Am Montag war Feierabend
Montags fand schließlich der Abschluss des dreitägigen Kirkeler Kerwetreibens statt – mit einem gemeinsamen Essen in der Gaststätte Die Mühle. Eine „Nachkerb“, wie sie in einigen anderen Dörfern über die Bühne geht, findet in Kirkel nicht statt. „Aber dafür besuchen wir zwei Wochen nach unserer eigenen Kerb unsere Lautzkircher Freunde bei deren großem Kerwefest. Für uns ist das dann quasi mit einer Nachkerb vergleichbar“, erklärte Keßler. Der 26-Jährige legt zusammen mit seinen ganzen Mitstreiterinnen und Mitstreitern großen Wert darauf, das Brauchtum in Kirkel zu erhalten.
Tante Milli ist ihr zweites Zuhause
Die Kerwetradition dürfe keinesfalls aussterben – auch wenn es immer schwieriger werde, jüngere Straußbuwe und Straußmäde hinzuzugewinnen. Die Tante Milli sei für die Kerwegesellschaft quasi wie ein zweites Zuhause. Dort werde auch in den Wochen vor der Kerb alles für dieses große Fest in aller Ruhe vorbereitet. Zu den vielen Aufgaben gehöre dabei auch, eine lustige Kerwered zu schreiben, die dann am Kerwesonntag für viel Gelächter bei den Gästen sorge.
„Ein solches Fest verbindet ja auch die verschiedenen Generationen im Dorf miteinander. Man kommt draußen zusammen, führt viele Gespräche und feiert auch ausgelassen zusammen. Da treffen sich auch Leute, die sich ansonsten übers Jahr verteilt nicht so oft sehen – oder vielleicht gar nicht. Daher ist es extrem wichtig, diese Tradition nicht aussterben zu lassen. Das ist einfach ein richtiges Kulturgut eines jeden Dorfes“, betonte der Kirkeler Kerwepfarrer.
Bürgermeister ist stolz auf die Straußjugend
Hochlenert konnte diesen Worten von Keßler nur zustimmen. „Hier kommen Jahr für Jahr junge Menschen zusammen, um etwas Gemeinsames fürs gesamte Dorf anzubieten. Ich war zwar früher selbst kein Straußbube gewesen, bin aber immer gerne auf die Kerb gegangen. Das ist in jedem Jahr einfach eine schöne und gesellige Geschichte“, meinte der Bürgermeister der Gemeinde Kirkel. Und dass der Kerwepfarrer der Sohn der Wirtin der Kerwekneipe sei, bedeute ja auch ein diesbezügliches Schließen des Kreises. Und wenn dann noch die Fußballer ihre Kerwespiele gewinnen würden, sei es doppelt schön, das Dorf zum gemeinsamen Feiern zu animieren. (avm/hck)