Jubiläum: 20 Jahre Bunkermuseum Nalbach – „Gott sei Dank war ich damals noch nicht dabei“


Jubiläum 20 Jahre Bunkermuseum Nalbach – „Gott sei Dank war ich damals noch nicht dabei“

Nalbach · Seit 20 Jahren erinnert das Bunkermuseum am Litermont an die Vergangenheit. Beim Fest wollten viele Gäste die Anlagen von innen sehen.

16.09.2026 , 19:00 Uhr

 Von links: Albert Steinmetz, Vorsitzender des historischen Vereins der Gemeinde Nalbach, die Bunkerwarte Frank Albrecht und Achim Kallenborn waren sehr zufrieden über die große Resonanz beim Bunkermuseumsfest am Litermont.

Von links: Albert Steinmetz, Vorsitzender des historischen Vereins der Gemeinde Nalbach, die Bunkerwarte Frank Albrecht und Achim Kallenborn waren sehr zufrieden über die große Resonanz beim Bunkermuseumsfest am Litermont.

Foto: Dieter Lorig

Hunderte Besucher kamen bei prächtigem Spätsommerwetter zum Bunkermuseumsfest an den Litermont. Hierhin hatten die Gemeinde Nalbach und der historische Verein eingeladen, um das 20-jährige Bestehen des Westwallbunkermuseums und landwirtschaftlichen Geschichtsparks zu feiern.

Eindrücke aus dem Inneren des Bunkers

Viele der Gäste nutzten die Gelegenheit, um sich einen Eindruck vom Innern des Westwallbunkers Nr. 14 und zusätzlich einem 100 Meter unterhalb gelegenen weiteren Bunker im Privatbesitz zu verschaffen. Deutlich weniger Interesse gab es für die Exponate im Geschichtspark mit historischen landwirtschaftlichen Geräten aus der Region. „Viele Besucher kamen teils mit ihren Kindern und waren sichtlich beeindruckt vom Innern unseres Bunkermuseums“, resümierte Achim Kallenborn (58). Als Bunkerwart und Mitglied des historischen Vereins betreut er seit 2025 interessierte Besucher.

Zufrieden mit der Besucherresonanz äußerte sich auch Frank Albrecht (59) vom Verein Westwallmuseen Saar-Mosel: „Das Publikum zeigte sich sehr interessiert an der Ausstattung unserer Bunkeranlage, in der wir im Detail zeigen, wie es darin vor etwa 88 Jahren ausgesehen hat“. Beim Westwallbunker Nr. 16 wenige Meter unterhalb des Hotel-Restaurants Litermont handelt es sich um ein Objekt in Privatbesitz.

„Gott sei Dank war ich damals noch nicht dabei!“

„Reine Neugier brachte mich dazu, erstmals das Innere der beiden Westwallbunker anzuschauen, was auf jeden Fall interessant ist“, berichtet der Nalbacher Jörg Hiry. „Vor allem die verbaute Technik und genutzte Ausrüstung der damaligen Zeit muss man live gesehen haben“, erzählt Christian Mertinitz aus Bilsdorf. Es sei erstaunlich, mit wie wenig Platz die Bunkerbesatzung während des Krieges auskommen musste, gaben Marius Johann aus Überroth und ein Ehepaar aus Piesbach zu verstehen. Stefan Korsa aus Nalbach sagt: „Gott sei Dank war ich damals noch nicht dabei!“

Albert Steinmetz, Vorsitzender des historischen Vereins Nalbach, dankte den beiden Bunkerwarten Kallenborn und Albrecht für deren Arbeit und lobte alle, die vor 20 Jahren und danach ehrenamtlich oder durch Spenden mitgeholfen hätten, die Bunkeranlagen wieder begehbar zu machen und darin kleine Museen einzurichten. Landrat Patrik Lauer mahnte: „Solche Bunkermuseen sollten uns daran erinnern, aus der Vergangenheit zu lernen, wir wollen ein starkes Europa und keinen Krieg mehr“. (ceh/hck)