Eine europäische Google Maps-Alternative, die immer beliebter wird


Stand: 02.09.2026, 14:01 Uhr

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Uns auf Google folgen

Eine App aus den Niederlanden macht Google Maps Konkurrenz – und setzt dabei auf einen Ansatz, der immer mehr Nutzerinnen und Nutzer überzeugt: konsequenter Datenschutz.

Amsterdam – Wer bei der Routenplanung nicht möchte, dass jeder Schritt aufgezeichnet und ausgewertet wird, hatte bislang wenige echte Alternativen zu Google Maps. Das könnte sich bald ändern: Eine App aus den Niederlanden gewinnt derzeit deutlich an Nutzerschaft und verspricht Navigation ganz ohne Datenhunger. Dabei handelt es sich um die App Magic Earth, entwickelt vom niederländischen Unternehmen Magic Lane.

Google Maps

Google Maps ist tief in das Ökosystem des Tech-Giganten Google eingebettet. Der Service, der vor allem per App genutzt wird, besitzt zahlreiche Schnittstellen zu anderen Google-Produkten. © Armin Weigel / dpa

Magic Earth positioniert sich bewusst als datenschutzfreundliche Alternative zum Google-Ökosystem. Die Versprechen des Herstellers sind klar formuliert: Magic Earth gibt an, Nutzerinnen und Nutzer nicht zu tracken, keine Profile anzulegen und keine persönlichen Daten zu verkaufen. Noch weiter geht die Aussage, dass persönliche Daten nach Angaben des Entwicklerteams gar nicht erst gesammelt werden. Für alle, die ungern ihren Standortverlauf in einem Werbeprofil wiederfinden möchten, klingt das nach einem überzeugenden Argument.

Laut Berichten von Tech-Magazinen soll das Wachstum der App seit der Wiederwahl von Donald Trump zugenommen haben. Das wird als Zeichen dafür gedeutet, dass viele Nutzerinnen und Nutzer den Umgang amerikanischer Tech-Konzerne mit ihren Daten kritischer hinterfragen. Dafür gibt es aber keinerlei Belege. Im Google Play Store haben bislang rund eine Million Menschen die Navigationsapp heruntergeladen.

Vollständige Navigation bei Magic Earth: Was technisch dahintersteckt

Trotz des Fokus auf Datenschutz muss bei Magic Earth offenbar niemand auf Komfort verzichten. Die App unterstützt die Navigation für Autos, Fahrräder und Fußgänger und stellt zusätzlich Informationen für den öffentlichen Nahverkehr bereit. Wer lieber in der Vogelperspektive plant, kann zwischen 2D-, 3D- und Satellitenkarten wählen.

Google Maps dominiert die digitale Navigation

Laut Angaben von Google nutzen weltweit rund zwei Milliarden Menschen den Dienst Google Maps, ob per App oder im Web. Diese Information lässt sich nicht unabhängig prüfen.

Für die tägliche Nutzung praktisch: Magic Earth liefert Echtzeit-Verkehrsinformationen und unterstützt Apple CarPlay, lässt sich also direkt ins Fahrzeugdisplay einbinden. Hinzu kommt die Möglichkeit, Karten vorab herunterzuladen, sodass keine ständige Internetverbindung unterwegs notwendig ist, was vor allem auf Reisen ins Ausland Geld spart.

OpenStreetMap als Basis: Gemeinschaft statt Konzern-Kartendatenbank

Die Kartendaten stammen aus einer besonderen Quelle: Magic Earth setzt auf OpenStreetMap, eine offene Kartendatenbank, die von einer weltweiten Community gepflegt und stetig aktualisiert wird. Das bedeutet mehr Unabhängigkeit von kommerziellen Datenlieferanten und zeigt, dass das Gesamtkonzept der App auf Offenheit setzt.

Google Maps bleibt mit seinem riesigen Funktionsumfang und Millionen treuer Nutzerinnen und Nutzer die dominierende Kraft im Navigationssegment. Das Wachstum von Magic Earth zeigt aber: Es gibt einen echten Bedarf an einer vollwertigen Google-Maps-Alternative, die Privatsphäre nicht als Marketingversprechen, sondern als technisches Grundprinzip versteht. Wer in Europa nach einer seriösen Option sucht, hat damit eine interessante Wahl.

Google traf erst kürzlich eine Entscheidung, die für negative Schlagzeilen sorgte: Der US-Konzern folgte dem Plan Donald Trumps, den Lake Ontario in Kanada in „Lake America“ umzubenennen – und zeigte es seiner Nutzerschaft bei Google Maps dementsprechend an. (Quellen: iPhoned, Magic Earth Website, AFP, Archiv) (tu)